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Autokredit – der häufigste Weg zum eigenen Fahrzeug

Ein Auto ist schon lange kein Luxusgegenstand mehr. Fast jeder Haushalt nennt heute mindestens ein Fahrzeug sein Eigen, bei manchen sind sogar zwei oder mehr Autos im heimischen Fuhrpark vorhanden. Dies ist auch nicht verwunderlich, schließlich ist Flexibilität zum zentralen Schlagwort im privaten wie auch beruflichen Bereich geworden und entscheidend für eine große Karriere. Aber ein Auto muss schließlich gekauft und bezahlt werden und dabei kommt nicht selten der Autokredit zum Tragen, der vom Händler wie von der Bank in Anspruch genommen werden kann.
Auf der Suche nach einem Auto kommt natürlich immer die Frage nach der Marke und dem Modell zur Debatte. Aber dies ist nicht die alleinige Entscheidungsoption, die sich dem Kaufinteressenten eröffnet. Denn noch ehe man sich Gedanken über die mögliche Finanzierung macht, sollte die Auswahl der Fahrzeugart getroffen werden. Hier heißt es zu realisieren, dass es Neuwagen, Gebrauchtwagen, Jahreswagen, Vorführwagen und Reimporte und EU-Neuwagen bei fast jedem Anbieter gibt.

Selbstverständlich ist der vorrangige Entscheidungsgrund das individuelle Bedürfnis und der Anspruch, den der Käufer an sein erworbenes Fahrzeug stellt. Aber in der Praxis fließt in diese Entscheidungsfindung immer auch die Finanzierungsthematik ein. Denn ein toller Neuwagen nutzt überhaupt nichts, wenn man die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel nicht aufbringen kann.

Diese Problematik kennt einen guten Lösungsweg, der auch bei fast allen Fahrzeugkäufen zur Anwendung kommt: den Autokredit.

Autokredite in vielfältiger Erscheinungsform

Wie komplex das Thema Autokredite ist, lässt sich erst erfassen, wenn man sich näher mit dieser Materie auseinandersetzt. Denn ein Autokredit liegt bereits dann vor, wenn zum Beispiel die gut betuchte Großmutter das benötigte Geld vorstreckt. Auch wenn dies als Gefälligkeit unter Verwandten angesehen wird, so handelt es sich dennoch um eine Autofinanzierung, realisiert im Privatkredit.

Wer nun keine reichen Verwandten oder Bekannten hat, die mit einem Privatkredit den Wunsch nach einem neuen Fahrzeug Wirklichkeit werden lassen können, so ist dies aber noch lange nicht das Aus für das Vorhaben Denn es gibt noch zahlreiche andere Optionen, die im Bereich Autokredit zur Verfügung stehen. So zum Beispiel:

  • das klassische Bankdarlehen als Kleinkredit
  • Autohausbanken oder Kooperationskreditinstitute der Autohäuser
  • Automobilclubs
  • Arbeitgeber
  • Kreditvermittlungsagenturen
  • Onlinekredite
  • und viele andere Kredite
  • Und nicht zu vergessen das Autoleasing, welches ebenfalls eine Form des Autokredits, wenngleich auch eine ganz besondere, darstellt.

Betrachtet man sich diese vielen Wege, die sich im Sektor des Autokredits eröffnen, so erkennt man recht schnell, dass unter Berücksichtigung aller Autokreditthematiken kaum ein Fahrzeugkauf ohne Darlehen, welcher Gestalt auch immer, vonstatten geht. So kann man getrost sagen, dass der Autokredit der häufigste Weg zum eigenen Fahrzeug ist.

Autokreditarten: Ratenkredit, Drei-Wege-Kredit und Kredite mit Anzahlung im Vergleich

Für die Finanzierung eines Fahrzeugs stehen im Spektrum der Autokredite verschiedene Optionen zur Verfügung. Doch welche ist nun die bessere und sollte den Zuschlag des Kreditinteressenten bekommen? Der Ratenkredit, welcher sozusagen der Klassiker der Autofinanzierung darstellt? Oder doch die recht neue Darlehensform des Drei-Wege-Kredits, welcher mit niedrigen Monatsraten überzeugt? All dies natürlich ergänzt um die Option, bei einer Autofinanzierung eine Anzahlung zu leisten oder eben nicht.

Diese Frage muss selbstverständlich jeder für sich selbst beantworten, wobei ein gegenüberstellender Vergleich der verschiedenen Darlehensoptionen hilfreich sein kann.

Die Kreditoptionen im direkten Vergleich

In manchen Punkten haben die verschiedenen Kreditarten, die für eine Autofinanzierung zur Verfügung stehen, durchaus Übereinstimmungen. In gewissen Details gibt es jedoch erhebliche Diskrepanzen, so dass es sinnvoll ist, sich vor einer Entscheidung mit einer Gegenüberstellung aller zur Verfügung stehenden Finanzierungsarten zu befassen.
FinanzierungsartKlassischer RatenkreditBallonfinanzierungDrei-Wege-KreditFinanzierung mit AnzahlungVollfinanzierung
Zinsenca. 8 %ca. 7 %ca. 6,5 %ca. 6 %ca. 8 %
Laufzeitindividuell festlegbar, meist 12 – 84 Monateindividuell festlegbar, meist 12 – 84 Monateca. 60 Monate, Abweichungen möglich12 bis 84 Monatevariabel je nach Bank, 12 – 84 Monate als Richtwert
Monatsratehöher als bei Ballon-Finanzierung und Drei-Wege-Kreditgeringer als beim klassischen Ratenkreditim Kredit-vergleich am günstigsten (ca. 40 % günstiger)abhängig von Höhe der Anzahlung und gewählter Laufzeithöchste Monatsrate im Vergleich
Anzahlungfreiwilliges Element zur Senkung der Kreditbelastungnicht erforderlicherforderlich, rund 10 % des Kaufpreisesindividuell zu vereinbaren, 20 % des Kaufpreises empfohlenkeine
Schlussratenicht vorgesehenbei Vertragsabschlussfestzulegen,ca. 30 % des Kaufpreiseserforderlich, rund 35 – 40 % des Kaufpreisesnicht vorgesehenkeine

Konkrete Rechenbeispiele zum Kreditartenvergleich

Vor- und Nachteile verschiedener Kreditarten können zwar einen groben Überblick verschaffen, am besten lassen sich die einzelnen Finanzierungsoptionen jedoch anhand konkreter Zahlen miteinander vergleichen.

FinanzierungsartenRatenkredit mit AnzahlungRatenkredit VollfinanzierungBallonfinanzierungDrei-Wege-Kredit
Kaufpreis10.000 €10.000 €10.000 €10.000 €
Kreditsumme8.000 €10.000 €7.000 €5.000 €
Anzahlung20 % = 2.000 €0 €0 €10 % = 1.000 €
Schlussrate0 €0 €30 % = 3.000 €40 % = 4.000 €
Zinsen6 %8 %7 %6,5 %
Laufzeit60 Monate60 Monate60 Monate60 Monate
Gesamtschuld10.400 €14.000 €10.500 €6.625 €
Monatsbelastung173,33 €233,33 €175,00 €110,42 €
Angesichts dieser Beispieltabelle wird deutlich, dass sich mit einer Drei-Wege-Finanzierung die monatlichen Raten am besten senken lassen. Dafür müssen jedoch rund 50 Prozent der Kaufsumme aus eigenen Mitteln aufgebracht werden.

Gänzlich ohne eigenes Zutun geht es nur mit der Vollfinanzierung, die jedoch die höchste Monatsrate aufweist.
Mit diesen beiden Optionen sowie den Zwischenschritten, die dank Ratenkredit mit Anzahlung und Ballonfinanzierung realisierbar sind, ist es für jeden möglich, ein passendes Autodarlehen zu finden.

Was ist ein Ratenkredit?

Der Ratenkredit wird häufig auch als Konsumentenkredit bezeichnet. In letzterer Variante bezeichnet er einen Kredit an eine Privatperson. Da aber auch Unternehmen Ratenkredite in Anspruch nehmen können, ist diese Formulierung so nicht ganz korrekt.

Beim Ratenkredit handelt es sich um die klassischste und bekannteste Form des Kredits. Er zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass

  • gleichbleibende monatliche Raten zur Rückzahlung aufgewendet werden und
  • der Zinssatz über die gesamte Laufzeit fest vereinbart wird.
  • Abweichungen von diesem Schema gibt es nur in den wenigsten Fällen, weshalb der Ratenkredit für den Verbraucher, aber auch die Banken eine hohe Planungssicherheit bietet.

    Ratenkredit auswählen

    Wer einen Ratenkredit, etwa für die Autofinanzierung, benötigt, der sollte zunächst genau überprüfen, welche Möglichkeiten der Markt hergibt. Der Konkurrenzdruck unter den Banken ist in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen und so verwundert es nicht, dass sich mittlerweile unzählige Kreditinstitute mit ebenso vielen Angeboten auf dem Markt tummeln.

    Ein kurzer Blick ins World Wide Web, genauer auf eine der vielen Vergleichsseiten, kann dabei helfen, einen besonders günstigen Ratenkredit für den eigenen Bedarf zu finden. Hierbei sollten Verbraucher jedoch darauf achten, dass möglichst viele der Banken am Markt miteinander verglichen werden. Darüber hinaus ist es von größter Bedeutung, dass die Angaben auf den Vergleichsportalen aktuell gehalten werden, denn veraltete Konditionen bedeuten falsche Angaben und das hilft beim Vergleich herzlich wenig.

    Auch die Laufzeiten sollten berücksichtigt werden und eventuelle Sonderzahlungen, die eine schnellere Tilgung des Ratenkredits ermöglichen. In der Regel werden diese Zahlungen so gehandhabt, dass die monatliche Rate trotzdem in gleicher Höhe bestehen bleibt. Allerdings verkürzt sich die Laufzeit des Ratenkredits.

    Sicherheiten für den Ratenkredit

    Der Ratenkredit, der oftmals als Autokredit genutzt wird, ist eines der Standardprodukte, welches jede Bank in ihrem Programm führt. Sie verlangt in der Regel keine besonderen Sicherheiten. Es muss aber fast immer eine Abtretung der Lohn- bzw. Gehaltsansprüche erfolgen. Weitere Sicherheiten können sein:

  • eine Bürgschaft bei geringer Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers
  • die Sicherungsübereignung des Autos, falls es sich um einen Autokredit handelt
  • Eine Besonderheit beim Ratenkredit besteht auch darin, dass dieser in seiner Verwendung frei ist. Sofern es sich nicht explizit um einen Autokredit handelt, der nur für die Zahlung des neuen Autos eingesetzt werden kann, können mit dem klassischen Ratenkredit auch andere Anschaffungen, wie Möbel, Reisen oder ähnliches finanziert werden.

    Vorteile Ratenkredit

    Der Ratenkredit hat sich in den letzten Jahren zum beliebtesten Kredit der Deutschen entwickelt. Dabei sind vor allen Dingen die vielfältigen Vorteile des Ratenkredits entscheidend für diese Entwicklung. Für Verbraucher ergeben sich mit einem Ratenkredit gleich mehrere Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind, insbesondere im direkten Vergleich mit anderen Darlehensformen.

    Hohe Flexibilität beim Ratenkredit

    Zunächst einmal zeichnet sich der Ratenkredit durch eine sehr hohe Flexibilität aus. So können verschiedene Laufzeiten zwischen einem und bis zu maximal zehn Jahren gewährt werden. Das bedeutet für den Verbraucher: Je länger die Laufzeit, desto geringer die monatlich aufzubringende Rate und die damit verbundene finanzielle Belastung. Der Ratenkredit passt sich damit also den Lebensumständen des Verbrauchers optimal an.

    Ein weiterer Vorteil beim Ratenkredit besteht darin, dass die Banken mittlerweile erkannt haben, wie wichtig die Flexibilität eines Darlehens für ihre Kunden ist. So kann der klassische Ratenkredit bei Bedarf auch noch einmal aufgestockt werden oder die monatlichen Raten lassen sich anpassen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn beispielsweise die finanzielle Situation sich verändert, sei es wegen Krankheit, Arbeitslosigkeit oder anderem.

    Zudem ist es bei allen Kreditverträgen, die ab dem 11.06.2010 abgeschlossen wurden, möglich vorzeitige Rückzahlungen zu tätigen. Dabei müssen Banken akzeptieren, wenn ihre Kunden einen Teil oder die gesamte Kreditsumme schon vor dem regulären Ablauf der Laufzeit zurückzahlen. Das kann dann sinnvoll sein, wenn eine Gehaltserhöhung zu mehr finanziellem Spielraum verhilft oder aber eine Erbschaft den Kredit vorzeitig zurückzahlen lässt.

    Geringe Kosten und gute Planbarkeit

    Ebenfalls überzeugen beim Ratenkredit die günstigen Kosten. In der Regel sind bereits Kredite mit Zinssätzen im unteren, einstelligen Bereich erhältlich. Aufgrund des großen Konkurrenzdrucks der Banken untereinander, ist zudem davon auszugehen, dass die Verbraucher kaum je zuvor eine so große Auswahl günstiger Zinsen erhalten haben.

    Ein immenser Vorteil des Ratenkredits ist die sehr gute Planbarkeit. Ratenkredite werden, wie der Name schon sagt, in monatlichen Raten zurückgezahlt. Diese bleiben stets gleich hoch und können somit sehr gut ins Budget eingerechnet werden. Sollten sie doch einmal zu hoch erscheinen, können sie vorübergehend ausgesetzt oder auch abgesenkt werden. Wichtig ist hierbei nur, dass sich Verbraucher rechtzeitig mit der Bank in Verbindung setzen.

    Kaum Sicherheiten nötig

    Ebenfalls sind für den Ratenkredit kaum Sicherheiten notwendig. So reicht es in der Regel aus, wenn der Kreditnehmer ein festes Einkommen in ausreichender Höhe nachweisen kann. Bei Angestellten werden dafür die letzten Gehaltsabrechnungen gefordert, Selbstständige müssen die Bilanzen der vergangenen Jahre vorlegen. Sofern das Einkommen aus Sicht der Bank ausreicht, um den Kredit zu bedienen, wird dieser in der Regel auch gewährt.

    Als weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit vom Ratenkredit zu nennen. Dieser ist in der Regel nicht zweckgebunden, so dass das zur Verfügung gestellte Geld für die unterschiedlichsten Konsumzwecke eingesetzt werden kann.

    Nachteile des Ratenkredits

    Natürlich bietet ein Ratenkredit dem informierten Verbraucher viele Vorteile. Allerdings sind hierbei die Nachteile genauso wenig außer Acht zu lassen. Sie sind vor allem in der monatlichen Belastung durch die Ratenzahlung zu sehen. Denn gerade bei höherenRatenkrediten müssen ebenfalls sehr hohe Raten gezahlt werden, um den geliehenen Kreditbetrag in einer angemessenen Zeit zurückzahlen zu können. Dies kann zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Diese sorgen nicht selten auch dafür, dass andere Wünsche hinten angestellt werden müssen, während das Darlehen zurück gezahlt wird.

    Geringe Flexibilität – insbesondere bei Altverträgen

    Ratenkreditverträge, die vor dem 11.06.2010 abgeschlossen wurden, können nicht vorzeitig gekündigt werden. Hierbei muss eine Kündigungsfrist von drei Monaten eingehalten werden und der Ratenkredit muss bereits seit mindestens sechs Monaten laufen, damit eine vorzeitige Kündigung in Frage kommt. Wenn also plötzlich das Geld zur kompletten Rückzahlung des Darlehens vorhanden ist, kann der Ratenkredit deshalb noch lange nicht vorzeitig zurückgezahlt werden.

    Selbst die Neuverträge, bei denen eine vorzeitige Rückzahlung der gesamten Kreditsumme oder von Teilsummen, möglich ist, sind nicht allzu flexibel. Die Banken haben hierbei nämlich das Recht, eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen. Diese darf maximal ein Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages ausmachen, allerdings auch nur, wenn der Vertrag noch wenigstens ein Jahr läuft. Ist eine kürzere Restlaufzeit gegeben, darf die Vorfälligkeitsentschädigung maximal 0,5 Prozent betragen. Zusätzlich darf sie nicht die noch ausstehenden Zinsen übersteigen.

    Die Restschuldversicherung: Ein großer Nachteil von Ratenkrediten

    Ratenkredite werden häufig nur mit einer Restschuldversicherung angeboten. Diese soll den Kreditnehmer für den Fall absichern, dass er arbeitsunfähig oder arbeitslos wird. Allerdings sind die Leistungen aus den Restschuldversicherungen der Banken oft mager, so wird nur für einen begrenzten Zeitraum gezahlt oder erst nach Ablauf eines bestimmten Zeitraums. Hinzu kommen oftmals völlig überhöhte Kosten für die Restschuldversicherung, die meist ohne Bank im Hintergrund sehr viel günstiger wäre.

    Sollten die Kosten für die Restschuldversicherung nicht im Effektivzins eingerechnet worden sein, haben Verbraucher Rechte. In diesem Fall müssen Banken nämlich nachweisen, dass der Kredit auch ohne die Restschuldversicherung hätte abgeschlossen werden können.

    Lange Laufzeiten als Nachteil

    Lange Laufzeiten werden beim Ratenkredit immer wieder als großer Vorteil bezeichnet. Sicherlich drücken sie die monatlichen Raten und das nicht zu knapp. Doch die Kehrseite der Medaille bedenken die wenigsten. Ein Auto, das über fünf, sechs oder mehr Jahre finanziert wird, verliert in dieser Zeit deutlich an Wert. Im Grunde genommen zahlen Verbraucher in diesem Fall an einem mittlerweile wertlosen Auto ab, welches sie nach der vollständigen Zahlung nur noch verkaufen können. Der erzielbare Preis ist dann aber meist mehr als gering.

    Ratenkredit mit Ballonfinanzierung

    Der Ratenkredit mit Ballonfinanzierung kommt besonders häufig bei der Autofinanzierung zum Einsatz. Er wird auch als Ratenkredit mit Schlussrate oder als Ballonkredit bezeichnet. Im Grunde genommen stellt dieser Ratenkredit einen Mix aus Leasing und klassischer Autofinanzierung dar. Während der Laufzeit wird lediglich ein Teilbetrag des Darlehens zurückgezahlt. Am Ende der Laufzeit gibt es dann drei Möglichkeiten, wie mit der vergleichsweise hohen Ballonrate oder Schlussrate verfahren werden kann:

    1. Die Ballonrate wird ausgeglichen, das Auto wird gekauft.
    2. Das Auto wird zurückgegeben und somit die Ballonrate ausgeglichen. In dem Fall wurde das Auto während der Laufzeit nur gemietet.
    3. Die Ballonrate wird über einen neuen Ratenkredit weiter finanziert.

    Wie genau läuft die Finanzierung ab?

    Der Ratenkredit mit Ballonfinanzierung läuft zunächst wie ein klassischer Kredit ab. Dazu soll folgende Beispielrechnung einen Überblick geben. Hierbei gehen wir davon aus, dass keine Anzahlung erfolgt.

    Kaufpreis des Wagens: 18.000 Euro
    Finanzierung über drei Jahre von: 9.000 Euro
    Monatliche Rate für die Ballonfinanzierung: 250 Euro zuzüglich Zinsen
    Ballonrate: 9.000 Euro
    Am Ende der Laufzeit des Ratenkredits mit Ballonfinanzierung ist also gut die Hälfte des Kaufpreises nochmals zu bezahlen. Dabei ergeben sich je nach Einzelfall verschiedene Vor- und Nachteile, die sich unter anderem nach der Variante der Rückzahlung aufzeigen.

    Ausgleich der Ballonrate in einer Summe

    Soll die Schlussrate in einer Summe zurückgezahlt werden, müssen die Käufer des Wagens diese über die Laufzeit ansparen. Somit entsteht eine tatsächliche monatliche Rate von 500 Euro, statt 250 Euro. Der Vorteil dabei ist, dass der Wagen nach vergleichsweise kurzer Zeit dem Käufer gehört. Wer allerdings die Ballonrate vom Munde absparen muss, für den ist diese Form der Finanzierung kaum eine Alternative.

    Sinnvoll kann sie allerdings sein, wenn zum Ende der Laufzeit eine höhere Geldsumme erwartet wird, etwa aus auslaufenden Versicherungsverträgen oder gar einem Bausparvertrag. Damit kann die Schlussrate dann oft problemlos bezahlt werden.

    Rückgabe des Wagens

    Wer sich dagegen für die Rückgabe des Wagens am Ende der Laufzeit entscheidet, der profitiert davon, dass er sich sofort einen neuen Wagen zulegen kann, ebenfalls per Ratenkredit mit Ballonfinanzierung. Allerdings ist zu beachten, dass die Schlussrate mit der Rückgabe des Wagens nur dann ausgeglichen werden kann, wenn dieser noch in einem einwandfreien Zustand ist.

    Sobald sich Mängel zeigen, wird das Autohaus den Restwert mindern und es ist ein Ausgleich zwischen Restwert und Schlussrate zu zahlen. Dieser kann sehr schnell hohe Kosten verursachen, so dass es von größter Bedeutung ist, den Wagen pfleglich zu behandeln.

    Finanzierung der Schlussrate

    Soll die Schlussrate dagegen finanziert werden, ist Vorsicht geboten. Eine Finanzierung über die Autobank wird häufig zu enorm hohen Zinsen angeboten, so dass hier erhebliche Mehrkosten anfallen. Dagegen wird die gleiche Finanzierung von einer unabhängigen Bank oft deutlich günstiger ermöglicht.

    Zu bedenken ist dabei auch, dass das Auto über die gesamte neue Laufzeit behalten werden muss. Bis der Käufer also tatsächlich Eigentümer wird, ist das Auto schon deutlich in die Jahre gekommen und muss oft direkt ausgetauscht werden.

    Kennzeichen des Drei-Wege-Kredits

    Der Drei-Wege-Kredit vereint die Kombinationen Leasing, Ratenkredit mit Ballonfinanzierung und klassischer Kredit miteinander. Typische Merkmale bei diesem Darlehen für den Autokauf sind die drei Finanzierungskomponenten, aus denen sich der Drei-Wege-Kredit zusammensetzt, sowie die drei Wahlmöglichkeiten am Ende der Laufzeit. Aufgrund dieser jeweils drei Möglichkeiten bzw. Komponenten erhielt der Kredit auch seinen Namen.

    Komponenten des Drei-Wege-Kredits sind dabei klassischerweise:

    • die Anzahlung (oft bis zu 20 Prozent)
    • die monatliche Ratenzahlung während der Laufzeit (meist zwischen 12 und 60 Monaten)
    • die Schlussrate (häufig 40 Prozent der Kreditsumme
    Möglichkeiten, die sich dem Kreditnehmer am Ende der Laufzeit eines Drei-Wege-Kredits bieten, sind:

    • Ausgleich der Schlussrate in einer Summe und damit Erwerb des Fahrzeugs
    • Weiterfinanzierung der Schlussrate, wahlweise über Auto- oder Hausbank
    • Rückgabe des Fahrzeugs und damit ebenfalls Ausgleich der Schlussrate

    Hohe Flexibilität beim Drei-Wege-Kredit

    Eines der wichtigsten Kennzeichen beim Drei-Wege-Kredit ist die hohe Flexibilität, die dem Kreditnehmer hier geboten wird. Er muss sich nicht von Anfang an entscheiden, ob er das Auto voll finanzieren oder nach wenigen Jahren wieder zurück geben will. Vorsicht ist allerdings bei der Anschlussfinanzierung geboten, denn deren Konditionen sind beim Abschluss der Drei-Wege-Finanzierung noch nicht bekannt. So kann sich eine später beantragte Anschlussfinanzierung auch schnell als Kostenfalle erweisen.

    Günstige monatliche Raten überzeugen viele angehende Autokäufer von der Drei-Wege-Finanzierung. Allerdings sollten sich Verbraucher von diesen vermeintlich niedrigen Raten nicht täuschen lassen, wie folgende Vergleichsrechnung von klassischem Ratenkredit und Drei-Wege-Kredit deutlich macht:

    FinanzierungsartenDrei-Wege-KreditRatenkredit
    Kaufpreis des Wagens18.000 €18.000 €
    Kaufpreis des Wagens18.000 €18.000 €
    Laufzeit des Kredits48 Monate48 Monate
    Anzahlung2.000 €2.000 €
    Schlussrate6.000 €0,00 €
    Effektiver Jahreszins6,5 %7,49 %
    Monatliche Rate269,00 €384,96 €
    Gesamtkosten der Finanzierung18.912,00 €18.478,08 €
    An diesem Beispiel wird deutlich: Obwohl der Ratenkredit mit einem deutlich höheren Zinssatz ausgestattet ist, ist er in der Summe noch etwas günstiger, als die Drei-Wege-Finanzierung. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Die Schlussrate in Höhe von 6.000 Euro muss über die gesamte Laufzeit verzinst werden. Monatlich fallen so zusätzliche Zinskosten von über 30 Euro an. Die günstigeren Raten sind also nur auf den ersten Blick preiswert, wer genauer hinschaut, kann mit höheren Raten deutlich preiswerter zum Ziel kommen. Dennoch kann eine Drei-Wege-Finanzierung in bestimmten Fällen natürlich genauso sinnvoll sein. Wenn allerdings die Schlussrate dann nochmals finanziert werden muss, entstehen auch zusätzliche Zinskosten, die die gesamte Finanzierung des Wagens deutlich verteuern.

    Vorteile Drei-Wege-Kredit – Vorteile für den Kreditnehmer

    Aus der Drei-Wege-Finanzierung ergeben sich für den Kreditnehmer einige Vorteile. Diese sollten den Nachteilen, die sich daraus ergeben, genau gegenüber gestellt werden, damit eine qualifizierte Entscheidung getroffen werden kann. Wichtigste Vorteile sind dabei:

    • ohe Flexibilität bei der
    • Entscheidungsfindung
    • geringe monatliche Raten

    Zum Einen kann der Käufer eines Wagens beim Drei-Wege-Kredit von einer sehr hohen Flexibilität profitieren. Das heißt, er muss sich nicht sofort für den endgültigen Kauf des Wagens entscheiden, sondern kann genauso erst einmal die Drei-Wege-Finanzierung abschließen und am Ende der Laufzeit überlegen, wie es nun weiter gehen soll.

    Wann lohnt sich die Drei-Wege-Finanzierung?

    Diese hohe Flexibilität, die die Drei-Wege-Finanzierung bei der Entscheidungsfindung bietet, ist vor allem für bestimmte Personenkreise von Bedeutung: Wer beispielsweise genau weiß, dass in wenigen Jahren sein Bausparvertrag zur Auszahlung kommen wird, kann die monatliche Belastung mit dem Drei-Wege-Kredit gering halten und entsprechend am Ende der Laufzeit die Restsumme ausgleichen.
    Wer ohnehin nach wenigen Jahren ein neues Auto benötigt, der kann den Drei-Wege-Kredit als günstige Mietpauschale für einen Wagen ansehen. Allerdings ist hier zu beachten, dass beispielsweise hohe Kilometerlaufleistungen den Wert des Wagens deutlich absenken können. Das heißt, dass der Restwert unter Umständen unter dem Wert der Schlussrate liegt. In diesem Fall ist die Differenz vom Verbraucher zu tragen, so dass zusätzliche, nicht zu unterschätzende Kosten für ein quasi „gemietetes“ Fahrzeug entstehen. Deshalb sollte bereits im Vorfeld eingeschätzt werden, welche jährlichen Laufleistungen erreicht werden und die Schlussrate sollte von vornherein auf diesen Verschleiß abgestellt sein.
    Ebenfalls kann die Drei-Wege-Finanzierung die richtige Wahl für alle unentschlossenen Autofahrer sein. Wer noch nicht weiß, ob das heute gekaufte Modell auch in ein paar Jahren noch geeignet ist, ist mit der Drei-Wege-Finanzierung bestens beraten. Hier kann der schicke Sportflitzer beispielsweise gegen einen soliden Kombi eingetauscht werden, wenn sich Familiennachwuchs ankündigt.

    Günstige Monatsraten nicht überschätzen

    Als ein weiterer wichtiger Vorteil beim Drei-Wege-Kredit werden immer wieder die günstigen Monatsraten genannt. Es ist natürlich richtig, dass die monatlichen Raten bei dieser Finanzierungsform sehr viel geringer ausfallen, als etwa bei einem vergleichbaren klassischenRatenkredit. Dennoch ist zu bedenken, dass auch die Schlussrate während der Laufzeit angespart werden muss. Und dann können sich die monatlichen Raten doch deutlich erhöhen, wenn nicht sogar vervielfachen.

    Nachteile beim Drei-Wege-Kredit

    Für viele Autokäufer erscheint der Drei-Wege-Kredit auf den ersten Blick sehr kostengünstig und damit vorteilhaft. Dass den vielfältigen Vorteilen dieses Darlehens auch einige Nachteile entgegenstehen, sollte aber bei der Entscheidung für eine Finanzierung nicht außer Acht gelassen werden. Die klassischen Nachteile beim Drei-Wege-Kredit sind:

    • hohe Schlussrate muss beglichen werden – oft ungünstige Konditionen für Anschlussfinanzierung
    • es drohen Nachzahlungen bei höherem Verschleiß, als angenommen
    • hohe Zinskosten durch nicht getilgte Schlussrate
    • während der Laufzeit besteht kein Eigentum am Wagen
    • geringere Rabatte durch Kreditaufnahme

    Die Schlussrate als Nachteil

    Beim Drei-Wege-Kredit fällt, ähnlich, wie beim Ratenkredit mit Ballon, eine vergleichsweise hohe Schlussrate an. Diese liegt häufig bei 40 Prozent des Kaufpreises. Idealerweise sollte eine Schlussrate in der Höhe ausgehandelt werden, die dem Restwert des Fahrzeugs entspricht, raten Verbraucherschützer.

    Wer nun die Schlussrate in bar zahlen kann, für den erübrigen sich weitere Überlegungen. Wer allerdings die Schlussrate durch eine Anschlussfinanzierung begleichen muss, der sollte Obacht geben. Steigen die Marktzinsen während der Laufzeit des Drei-Wege-Kredits, so wird auch die Anschlussfinanzierung sehr viel teurer ausfallen. Insbesondere bei einer Anschlussfinanzierung über die Autobank verschlechtern sich die gebotenen Konditionen oft drastisch. Deshalb sollte schon im Vorfeld auch bei herstellerunabhängigen Banken überprüft werden, ob eine Finanzierung hier günstiger ausfallen kann. In jedem Fall verteuert sich der Drei-Wege-Kredit durch die Anschlussfinanzierung, da weiter Zinsen gezahlt werden müssen und eine große Unsicherheit bezüglich der Konditionen für die Anschlussfinanzierung besteht.

    Rückgabe des Wagens kann Nachteile bringen

    Auch wer sich entscheidet, am Ende der Laufzeit den Wagen zurückzugeben, muss nicht immer sofort das Geschäft beenden. Denn zunächst wird der Händler prüfen, wie der Zustand des Wagens ist. Normale Gebrauchsspuren werden dabei in der Regel nicht beanstandet. Sind aber Kratzer oder Lackschäden vorhanden oder größere Reparaturen notwendig, die nicht dem normalen Verschleiß entsprechen, kann der Händler Nachforderungen stellen.

    Einige Autofahrer haben vor diesen Nachforderungen solche Angst, dass sie besonders pfleglich mit dem Wagen umgehen. Dadurch fühlen sie sich aber häufig eingeschränkt in der Nutzung des Fahrzeugs, so dass nicht jeder bereit ist, dies in Kauf zu nehmen.

    Hohe Zinsen als großer Nachteil

    Der Drei-Wege-Kredit wird während der vereinbarten Laufzeit nur zum Teil getilgt. Diese langsame Tilgung sorgt dafür, dass geringe monatliche Raten entstehen. Da aber die Schlussrate überhaupt nicht getilgt wird, wird sie über die gesamte Laufzeit des Drei-Wege-Kredits verzinst. Das erhöht die gesamten Zinskosten bei dieser Form der Autofinanzierung doch deutlich.

    Weitere Nachteile

    Zu beachten ist auch, dass die Drei-Wege-Finanzierung in vielen Fällen direkt von der Autobank geboten wird. Dadurch kann der Käufer dem Händler gegenüber nicht als Barzahler auftreten und verzichtet so auf die Chance, hohe Rabatte aushandeln zu können. Gerade beiNeuwagen sind oft mehrere Tausend Euro Nachlass möglich, so dass sich eine günstige klassische Finanzierung über eine unabhängige Bank oft mehr lohnt.

    Nicht zu vergessen ist auch, dass der Käufer während der gesamten Laufzeit des Drei-Wege-Kredits das Eigentum am Wagen nicht erwirbt.

    Autokredit mit Vollfinanzierung

    Ein Autokauf ist wahrlich keine günstige Angelegenheit. Auch wenn die Fahrzeuganschaffung klar auf einen Gebrauchtwagen abzielt, so müssen in der Regel doch mehrere 1.000 Euro an Geldern aufgebracht werden. Von einem Neuwagen ganz zu schweigen. Die günstigsten Angebote in diesem Bereich beginnen erst im fünfstelligen Eurosektor und wenn dann noch Extras, wie Klimaanlage, Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber beispielsweise dazu kommen, dann schrauben sich die Preise oftmals in schwindelerregende Höhen.

    Dass hier der Autokredit eine überlegenswerte Lösung bieten kann, wurde mittlerweile hinreichend erörtert. Dabei stellt sich jedoch die Frage, ob vorhandenes Eigenkapital eingesetzt wird oder ob es sich um die so genannte Vollfinanzierung handeln muss.

    Was ist eine Vollfinanzierung?

    Eine Vollfinanzierung beim Autokredit bedeutet, dass der komplette Fahrzeugerwerb über ein Darlehen finanziell realisiert wird, ohne dabei eigenes Kapital in den Kauf einzubringen. Selbst wenn der Autokredit nicht über eine spezielle Autohausbank abgeschlossen wird, sondern man den Kaufpreis zu 100 Prozent über einen sonstigen Kreditgeber, sei es eine Privatperson, die Haubank oder ein Finanzierungspartner aus dem Internet, erhält, handelt es sich nach wie vor um eine Vollfinanzierung.

    War es bis vor einigen Jahren noch undenkbar, für den Autokauf einen Kredit in Anspruch zu nehmen, ohne dabei auch nur einen Cent an finanzieller Eigenleistung zu bieten, so ist diese Vorgehensweise inzwischen zur gängigen Praxis geworden. Viel mehr noch, sehr viele Autokredite basieren mittlerweile auf dem Prinzip der Vollfinanzierung.