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Sie suchen nach einem günstigen Hundehaftpflicht-Tarif, der alle möglichen Schäden zuverlässig abdeckt? Hier finden Sie die passende Hundehaftpflicht!

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Vervollständigen Sie einfach das unten stehende Formular, um kostenlos passende Hundehaftpflicht-Tarife zu vergleichen.

Inhaltsverzeichnis

Tipps für Ihre ideale Hundehaftpflicht

1. Tipp: Deckungssumme erhöhen

Nicht jede Änderung eines Tarifdetails hat eine Auswirkung auf den Versicherungsbeitrag! Mit ein paar einfachen Tipps können Sie das Meiste aus Ihrer Hundehaftpflicht herausholen und dabei bares Geld sparen:

2. Tipp: Laufzeit verlängern

Eine kurze Laufzeit bringt mehr Flexibilität mit sich, aber durch eine längere Laufzeit können Sie den Versicherungsbeitrag senken. Als Faustregel gilt: Je länger die Laufzeit, desto niedriger der Beitrag.

3. Tipp: Zahlungsweise ändern

Viele Versicherer bieten einen automatisch einkalkulierten Rabatt, wenn Sie jährlich zahlen (statt halb-/vierteljährlich oder monatlich). Lassen Sie sich also von den Summen nicht abschrecken, die auf den ersten Blick höher zu sein scheinen, und teilen Sie diese durch 12: In den meisten Fällen ist der jährliche Versicherungsbetrag günstiger als bei einer monatlichen Zahlungsweise.

4. Tipp: Selbstbeteiligung überdenken

Die Selbstbeteiligung liegt oft bei 150 bis 250 Euro und ist bei jedem Schadensfall selbst zu zahlen. Haben Sie einen passenden Tarif gefunden, der eine Selbstbeteiligung von 150 Euro hat? Testen Sie, den Regler auf „keine Selbstbeteiligung“ zu setzen – häufig ändert sich der Versicherungsbeitrag nicht oder nur um wenige Cent! Falls es tatsächlich zu einem Schaden kommen sollte, müssen Sie nichts zuzahlen und der Versicherungsbeitrag hat sich gelohnt.

Hundehaftpflicht: Schützen Sie sich vor hohen Kosten

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist eine wichtige Versicherung für jeden Hundehalter:
Sie springt ein, wenn Ihr Hund einen Schaden verursacht und deckt die Kosten.

Solche Haftpflicht-Schäden entstehen oft schneller als gedacht und können teuer werden – angefangen bei zerbissenen Schuhen und zerbrochenen Vasen bis hin zu verletzten Spielgefährten und den Folgen von Unfällen. Wenn es sogar zu Personenschäden kommt, beispielsweise, weil der Hund beim Überqueren der Straße einen Radfahrer erschreckt und dieser daraufhin stürzt, sind die drohenden Kosten enorm hoch. Eine private Haftpflicht greift hier in der Regel nicht, ebenso wenig andere persönliche Versicherungen.

Eine Hundehaftpflicht (Tierhaftpflicht) kommt grundlegend für Sach-, Vermögens- und Personenschäden auf und zahlt je nach Versicherer und Tarif auch Gerichts- und Prozesskosten, Schmerzensgelder, Behandlungskosten, spätere Therapien, ungewollte Deckung und Mietsachschäden. Ohne eine Versicherung hingegen haften Sie als Hundehalter in vollem Umfang mit Ihrem Privatvermögen. Damit ist diese wichtige Versicherung nicht nur ein Schutz für Sie selbst, sondern vor allem für unbeteiligte Dritte, die durch Ihren Hund zu Schaden kommen – denn selbst der bravste, gehorsamste Hund kann plötzlich unerwartet reagieren.

Beruhigend, wenn eine Versicherung Sie vor diesen Kosten schützt.

Das bringt eine Hundehaftpflicht:

  • Schutz vor hohen, langfristigen Kosten
  • Versicherung für Sach-, Vermögens- und Personenschäden
  • Ohne Hundehaftpflicht haften Halter für alle Kosten
  • Gesetzliche Pflicht in vielen Bundesländern
    Mietsachschäden werden abgedeckt

Was ist eigentlich eine Hundehaftpflichtversicherung?

Eine Hundehaftpflicht, im Versicherungsjargon Hundehalterhaftpflichtversicherung genannt, deckt die Kosten, die entstehen, wenn Ihr Hund Schäden am Eigentum, der Gesundheit oder dem Vermögen von Dritten verursacht. Die Leistungen einer Hundehaftpflicht sind denjenigen der privaten Haftpflicht sehr ähnlich – mit dem Unterschied, dass der Hund Verursacher des Schadens sein muss.

Als Hundehalter kennen Sie sicher solche Situationen: Nur ein unachtsamer Moment im Garten oder eine kurze Ablenkung durch Gäste kann ausreichen, um Ihrem Hund Gelegenheit zu geben, den Beistelltisch mitsamt Vase umzuwerfen oder das Kaninchen des Nachbarn zu belauern. Kratzer an der Couch der Schwiegereltern oder Biss-Spuren am Furnier der Einbauküche sind ebenfalls nicht außergewöhnlich, können Ihnen als Halter ohne eine Versicherung aber teuer zu stehen kommen.

Diese Schäden mögen noch geringeren Ausmaßes sein, doch auch Personen- und daraus resultierende Vermögensschäden deckt eine Hundehaftpflicht ab und ist daher in vielen Bundesländern sogar eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung. Im schlimmsten Fall attackiert ein Hund eine unbeteiligte Person, welche ärztlich versorgt werden muss und Folgeschäden davon trägt. Möglicher Weise kommt es durch diesen Unfall zusätzlich zum Verdienstausfall des Angegriffenen und zu einem Gerichtsprozess – all diese Kosten trägt in der Regel die Hundehaftpflichtversicherung.

Übrigens sind in einigen Tarifen auch private Betreuungspersonen mitversichert, zum Beispiel die Nachbarin, die gelegentlich mit Ihrem Hund Gassi geht. Je nach Tarif und Versicherungsanbieter können sich außerdem die Deckungssummen und Laufzeiten stark unterscheiden. Vergleichen Sie also die verschiedenen Angebote der Versicherungen und wählen Sie eine Hundehaftpflicht, die zu Ihrem Hund und Ihnen passt, um auf der sicheren Seite zu sein. Hier gelangen Sie direkt zum Hundehaftpflicht-Vergleich.

Mit einer Hundehaftpflicht schützen Sie sich selbst vor möglichen Kosten und Schadensersatzansprüchen – die wichtigste Versicherung für Hundehalter, unabhängig von Rasse und Größe Ihres Hundes.

Davor schützt eine Hundehalterhaftpflicht:

  • Deckt Kosten durch Schäden an Dritten, die Ihr Hund verursacht
  • Schutz Ihres Vermögens
  • Versicherung Ihres Hundes, auch wenn Sie nicht in der Nähe sind
  • Breites Angebot für fast jeden Anspruch

In fast allen Bundesländern gesetzlich

Aktuell haben 15 der 16 deutschen Bundesländer gesetzliche Vorschriften zur Hundehaftpflichtversicherung. Der Grund: Immer häufiger verursachten Hunde Schäden, die zu hohen Kosten führten und vor Gericht landeten.

Als Schutz unbeteiligter Personen und des Hundehalters selbst, haben mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern alle Bundesländer Gesetze zur Hundehaftpflicht erlassen – allerdings regelt auch in Mecklenburg-Vorpommern eine Hundehalterverordnung die Aufsichtspflicht und Vorsichtsmaßnahmen, die notwendig sind.

In Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, im Saarland, in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Brandenburg ist die Hundehaftpflicht für alle Kampfhunde verpflichtend. Welche Hunderassen als Kampfhunde gelten, kann der Rassenliste des bundesweiten Hundeverbringungs- und Einfuhrbeschränkungsgesetzes und den Rassenlisten der Bundesländer entnommen werden.

Nordrhein-Westfalen weitete diese Regelung auf alle Hunde aus, die als überdurchschnittlich gefährlich gelten (Körpergröße von mehr als 40 Zentimetern und Gewicht von mehr als 20 Kilogramm).

In weiteren sechs Bundesländern (Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen) ist eine Hundehaftpflicht für alle Hunde, unabhängig von Rasse und Größe, vorgeschrieben.

Die Tendenz lässt vermuten, dass die gesetzlichen Regelungen zur Versicherung für alle Hunderassen strenger werden. In welchem Bundesland Sie also leben, eine Hundehaftpflichtversicherung ist eine sinnvolle Absicherung für Ihr Vermögen und zeigt Verantwortungsbewusstsein.

Die gesetzlichen Vorschriften der Länder im Überblick:

Alle Hunde

müssen versichert werden in Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen

Alle gefährlichen Hunde

müssen in Nordrhein-Westfalen haftpflichtversichert werden

Kein Hundehaftpflicht-Gesetz

gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, jedoch eine Hundehalterverordnung

alle Kampfhunde

müssen versichert werden in Bremen, Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern

Hundehaftpflichtversicherungen im Test: Das sind die Testsieger

Fast alle größeren Versicherer im deutschsprachigen Raum bieten Hundehaftpflichtversicherungen an. In solch einem breiten Angebot den richtigen Tarif zu finden, kann schwierig sein – selbst, wenn Sie einen Vergleich nutzen und so den Tarif finden, der am besten zu Ihnen passt. Welcher Tarif hält, was er verspricht? Welcher Versicherer bietet den besten Service? Welche Erfahrungen haben andere Kunden gemacht?

Hier helfen die Tests von Stiftung Warentest, Ökotest und vergleichbaren Anbietern. Sie prüfen auch Hundehaftpflichtversicherungen auf der Basis von festgelegten Standards und bewerten sie im Vergleich mit Mitbewerbern. So können Sie auf einen Blick sehen, welche Versicherung empfehlenswert ist.

Die Empfehlungen bekannter Test-Anbieter:

Stiftung Warentest

testete 82 Tarife mit min. 50.000 Euro Deckungssumme: Die günstigsten Tarife (ab 58 Euro jährlich) bieten demnach die Baden-Badener und NV bei umfangreichem Leistungsspektrum

Ökotest

testete 87 Tarife mit min. 5 Millionen Euro Deckungssumme: Preis-Leistungs-Sieger sind hier die Barmenia, Gothaer, Rhion Plus und Degenia

5 gute Gründe und Tipps für den günstigsten Tarif

Kleinere und große Unfälle geschehen oft leichter, als Sie vielleicht denken. Stellen Sie sich vor, Sie gehen an einem sonnigen Tag mit Ihrem Hund im Park spazieren und lassen ihn das Stöckchen holen. Sie werfen es, Ihr Liebling rennt los – und übersieht in seiner spielerischen Freude einen Radfahrer, der gerade seinen Weg queren wollte. Der Radfahrer erschreckt, stürzt und verstaucht sich den linken Arm. Solche Unfälle können leicht passieren, selbst, wenn Sie Ihren Hund immer sorgfältig beaufsichtigen, ihn nur in erlaubten Gebieten frei laufen lassen und achtsam beim Spielen sind.
Auch, wenn der Großteil der Unfälle, an denen Hunde beteiligt sind, glimpflich endet und es nicht zu schweren Verletzungen kommt, können die Folgekosten hoch sein. Der gestürzte Fahrradfahrer müsste beispielsweise ins Krankenhaus gebracht werden, um seinen Arm untersuchen zu lassen, er würde geröntgt und einige Wochen lang von einem Physiotherapeuten betreut werden. Hinzu kämen die Schäden an der Kleidung und am Rad. Hat der betroffene Fahrradfahrer zudem Verdienstausfälle durch den Unfall, kann die Gesamt-Schadenssumme schnell auf einige Tausend Euro ansteigen.
Außerdem könnte der Radfahrer eine Klage gegen Sie anstreben, wodurch zusätzlich einige Tausend Euro Anwalts- und Prozesskosten anfielen.

Im Normalfall müssen Sie all diese Kosten selbst tragen, da Sie mit Ihrem Privatvermögen für alle Schäden haften, die Ihr Liebling verursacht. Eine Hundehaftpflicht steht Ihnen in solchen Fällen zur Seite und tritt für Sie ein, um die Schadensersatzansprüche zu decken. So müssen Sie diese nicht aus Ihrer eigenen Tasche bezahlen.

Die monatlichen Kosten für eine Hundehaftpflicht sind dabei vergleichsweise gering: Die günstigsten Tarife beginnen bereits ab 3 Euro pro Monat und bieten meist Deckungssummen von mehreren Millionen Euro, so dass Sie selbst bei Unfällen mit hohen, langfristigen Folgekosten auf der sicheren Seite sind.

1. Grund: Günstige Tarife und hohe Deckungssummen für Schäden

Die Hundehaftpflicht gehört aus guten Gründen zu den wichtigsten Versicherungen für Hundehalter! Sie springt ein, wenn Ihr Hund einen Sach-, Personen- oder Vermögensschaden verursacht und übernimmt die Schadensersatzansprüche. Im Vergleich zu vielen anderen Versicherungen ist sie günstig und garantiert oft Deckungssummen von fünf bis zehn Millionen Euro.

Für Sie als Hundehalter ist der Vorteil klar: Sie sind vor hohen Kosten geschützt, die auch durch kleinere Unfälle entstehen können. Gleichzeitig ist eine Hundehaftpflicht eine Absicherung für unbeteiligte Personen, die durch Ihren Hund einen Schaden nehmen – denn sie können sich sicher sein, dass die Hundehaftpflicht ihre Schadensersatzansprüche begleicht und sie nicht den umständlichen, langen Weg über ein Gericht gehen müssen. Dieser soziale Ansatz ist auch der Grund dafür, dass die meisten deutschen Bundesländer bereits eine Pflicht zur Hundehaftpflicht eingeführt haben.

2. Grund: Alltägliche Sachschäden werden übernommen

Sachschäden werden den Hundehaftpflichtversicherungen am häufigsten gemeldet, denn sie können schon durch ungünstige Zufälle oder die kleinsten, unachtsamen Momente entstehen. Gerade deshalb ist eine Hundehaftpflicht für solche Fälle ideal: Denn viele, kleine Schäden wie zerbissene Schuhe und zerbrochene Vasen ergeben über einige Jahre hinweg auch nennenswerte Summen, auf welchen Sie ohne Hundehaftpflicht selbst sitzen bleiben. Nicht zuletzt vermeidet die schnelle Regulierung eines Schadens auch Streitigkeiten mit Freunden und Bekannten, die Sie zwar gern einladen, aber nicht begeistert darüber sind, wenn Ihr kleiner Liebling das geerbte Teeservice in einen Scherbenhaufen verwandelt.

Ein Beispiel: Sie sind mit Ihrem Liebling zu Besuch bei Freunden. Kaum betreten Sie die Wohnung, springt Ihr Vierbeiner Ihre Freunde freudig an und wedelt dabei so aufgeregt mit dem Schwanz, dass er die teure Vase vom Beistelltisch wirft. Diesen Schaden übernimmt in der Regel die Hundehaftpflicht – selbst, wenn es sich um eine antike Vase aus der Renaissance handeln sollte. Zerbeißt Ihr Hund auch noch die Echtlederschuhe Ihres guten Freundes, während dieser mit Ihnen über die Vase diskutiert, ist dies ebenso ein Fall für die Hundehaftpflichtversicherung.

Auch im öffentlichen Raum entstandene Sachschäden sind häufig in der Hundehaftpflicht mitversichert. Spazieren Sie beispielsweise mit Ihrem Hund am Hundestrand entlang, an dem keine Leinenpflicht herrscht, und Ihr Hund stößt beim Stöckchen holen versehentlich einen Fußgänger um, so zahlt die Hundehaftpflicht für gewöhnlich sowohl dessen Digitalkamera, die dabei ins Wasser fällt, als auch seine verschmutzte Kleidung und die verlorene Sonnenbrille.

Wesentlich höhere Kosten entstehen bei Autounfällen, die unter Beteiligung eines Hundes verursacht werden. Reißt sich Ihr Hund von der Leine, weil er auf der anderen Straßenseite einen Rivalen entdeckt und unversehens zu ihm rennt, muss womöglich ein Autofahrer Ihrem Hund ausweichen und kollidiert mit einem parkenden Auto. Sie sind in diesem Fall für die Schäden an beiden Fahrzeugen haftbar.

Selbst, wenn Sie mit Ihrem angeleinten Hund in der Stadt Gassi gehen und dieser mit seinen schmutzigen Pfoten einen Passanten anspringt, hat der Passant in bestimmten Fällen das Recht auf Schadensersatzfür seine verschmutzte Kleidung. Diese Kosten müssten Sie selbst begleichen – eine Hundehaftpflicht springt auch hier für Sie ein.

Ein Sachschaden liegt rechtlich auch dann vor, wenn Ihr Hund beim Spielen versehentlich einen Artgenossen verletzt, denn Tiere werden in der Rechtsprechung wie Gegenstände behandelt. Übertreibt Ihr Liebling es beim Toben im Hundepark und verletzt einen anderen Hund, deckt die Hundehaftpflichtversicherung die Tierarztkosten und Schadensersatzansprüche in der Regel und behandelt den Fall wie einen gewöhnlichen Sachschaden.

Wie Sie sehen, können im Laufe eines Hundelebens viele kleine Schäden zusammen kommen, die insgesamt eine beträchtliche Summe bilden. Da viele Hundehaftpflicht-Tarife bereits für wenige Euro pro Monat erhältlich sind, lohnt sich diese Investition oft schon allein für diese kleinen Missgeschicke und Unfälle.

3. Grund: Bei Personenschäden drohen enorme Kosten

Nur ein winziger Prozentsatz aller Hunde in Deutschland ist tatsächlich eine Bedrohung für Menschen – selbst Hunde, die als Kampfhunde eingestuft sind, verhalten sich meist friedlich und werden oft nur durch überforderte Halter eine Gefahr. Dennoch sind Personenschäden, die durch Hunde verursacht werden, ein wichtiger Bestandteil jeder Hundehaftpflicht – allein aufgrund der Tatsache, dass Tiere niemals vollends berechenbar sind und selbst bei sorgfältiger Beaufsichtigung unerwartet reagieren können. Zwar sind Personenschäden durch Hunde statistisch eher selten, doch wenn sie vorkommen, sind die damit verbundenen Kosten ungleich höher als bei Sachschäden.

Ein tatsächlich häufig vorkommendes Szenario ist beispielsweise ein Unfall mit einem Passanten im Park: Sie sind mit Ihrem Hund unterwegs und lassen ihn frei laufen, weil es in diesem Gebiet erlaubt ist. Sie werfen einen Ball, Ihr Liebling jagt hinterher – und läuft einem Jungen auf seinem Skateboard in den Weg, der sich erschreckt, ausweicht, dabei stürzt und einen Fußgänger mit sich reißt. Der Junge trägt einige Kratzer davon, der Fußgänger verstaucht sich den Knöchel. Für die Arzt- und Krankenhauskosten, spätere Behandlungen und Reha-Maßnahmen, die Sachschäden (wie ein zerstörtes Skateboard) sowie Schadensersatzansprüche sind Sie in vollem Umfang mit Ihrem Privatvermögen haftbar – solche Kosten belaufen sich schnell auf einen fünf- bis sechsstelligen Betrag. Ist der Fußgänger zudem aufgrund dieses Unfalls für einige Zeit arbeitsunfähig, haften Sie auch für seinen Verdienstausfall, also für seinen Vermögensschaden. Und falls die verletzten Passanten eine Klage anstreben, kommen Anwalts- und Prozesskosten hinzu. Eine Hundehaftpflicht springt in der Regel in solchen Fällen ein und schützt Sie somit vor horrenden Kosten, die sich über Jahre erstrecken können.

4. Grund: Soziale Absicherung für Unbeteiligte

Nicht nur für Sie als Hundehalter ist eine Hundehaftpflicht eine Absicherung, sondern auch für alle anderen: Denn falls Ihr Hund tatsächlich einmal einen Schaden verursachen sollte, kann sich die geschädigte Person sicher sein, dass ihr Schaden beglichen wird. Einerseits erlauben es nicht jedermanns Rücklagen, einige Tausend Euro Schadensersatz zu leisten, falls der kleine Liebling Unfug angestellt hat, andererseits enden weniger Streitfälle vor Gericht, wenn eine Versicherung den Schaden zügig reguliert. Nicht zuletzt sind Sie nicht nur Hundehalter, sondern könnten ebenso gut der Fahrradfahrer sein, der durch einen fremden Hund zu Fall gebracht wird!

5. Grund: Versicherungspflicht in 15 Bundesländern

Die eben erwähnte „Sicherungsfunktion“ für Hundehalter und Unbeteiligte war einer der Gründe dafür, dass immer mehr Bundesländer die Hundehaftpflicht als Pflicht-Versicherung für alle Hundebesitzer gesetzlich verankert haben. Hinzu kam, dass immer mehr Streitfälle vor Gericht landeten und das Rechtssystem belasteten.

So besteht in Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen eine allgemeine Hundehaftpflicht-Versicherungspflicht für alle Hunde, unabhängig von ihrer Rasse und Größe. In Bremen, Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern müssen alle Hunde hundehaftpflichtversichert sein, die als Kampfhunde gelistet sind. Lediglich Mecklenburg-Vorpommern hat keine gesetzliche Pflicht – dafür allerdings eine sehr ausführliche Hundehalterverordnung, welche die Plichten von Hundehaltern genau regelt. Weitere Informationen zur Hundehaftpflicht in den verschiedenen Bundesländern finden Sie hier.

Es wird erwartet, dass weitere Bundesländer es Hamburg, Berlin und den drei anderen Ländern mit allgemeiner Hundehaftpflicht-Pflicht gleich tun werden. Daher ist es ratsam, vorzusorgen und seinen Hund schon jetzt zu versichern.

Wie finde ich die günstigste Haftpflicht?

Eine Hundehaftpflicht bieten nahezu alle bekannten Versicherer an. Doch die Tarife unterscheiden sich deutlich von einander! Wenn Sie die wichtigsten Kriterien kennen, können Sie den günstigsten Tarif mit dem größten Leistungsumfang finden und sind gut abgesichert.

Vergleichskriterien bei Hundehaftpflicht-Tarifen

Generell decken alle Hundehaftpflicht-Tarife Sach-, Vermögens- und Personenschäden ab, die Ihr Hund verursacht. Dabei ist es wichtig, dass Sie nicht fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt und Ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben. Zur Aufsichtspflicht zählt beispielsweise, dass der Leinenzwang in öffentlichen Anlagen und beim Gassi gehen in der Stadt nicht missachtet werden darf. Einige Versicherer legen in ihren Tarifen sogar fest, dass sie nur dann für Schäden eintreten, wenn der Hund angeleint war, als er den Schaden verursacht hat.

Besondere Bedingungen gelten auch für die Haftpflichtversicherung von Kampfhunden: Während einige Versicherer kategorisch ausschließen, Kampfhunde zu versichern, erheben andere höhere Beiträge und legen strengere Bedingungen fest.

Um die verschiedenen Tarife vergleichen zu können, sollten Sie diese Kriterien beachten:

1. Umfang des Tarifes

Welche Hunderassen sind versichert (z.B. Kampfunde)? Gelten besondere Bestimmungen (z.B. dauerhafter Leinenzwang)? Sind bestimmte Schäden ausgeschlossen? Gilt die Hundehaftpflicht auch im Ausland, bei privaten Betreuungspersonen und in meiner Abwesenheit?

2. Deckungssummen

Viele Hundehaftpflicht-Tarife haben Deckungssummen von drei, fünf, zehn oder zwanzig Millionen Euro. Pro Versicherungsfall deckt die Hundehaftpflicht also bis zu dieser Obergrenze Schäden (abzüglich einer Selbstbeteiligung, die manche Tarife haben). Das Land Berlin schreibt als Mindestdeckungssumme beispielsweise eine Million Euro vor. Um auch Personenschäden vollständig abzudecken, sind mindestens drei Millionen Euro Deckungssumme sinnvoll.

3. Selbstbeteiligung

Viele Hundehaftpflicht-Tarife haben eine Selbstbeteiligung von meist 150, 200, 250, 350 oder 500 Euro pro Schadensfall. Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto niedriger ist meist der Beitragssatz. Allerdings sollten Sie beachten, dass viele kleinere Sachschäden in den Rahmen der Selbstbeteiligung fallen und daher nicht von der Versicherung übernommen werden.

4. Laufzeit

Hundehaftpflicht-Verträge haben meist eine Laufzeit von einem, drei oder fünf Jahren. Je länger die Laufzeit ist, desto geringer ist häufig der Beitragssatz – desto länger sind Sie jedoch auch an einen Tarif gebunden, obwohl es gegebenenfalls einen günstigeren mit ähnlichem Leistungsumfang gäbe.

5. Beitragshöhe

Die Beitragshöhe sollte nicht das wichtigste Kriterium für die Wahl einer Hundehaftpflicht sein – denn was nützt eine Hundehaftpflicht, wenn die Selbstbeteiligung so hoch ist, dass die Versicherung keinen Schaden reguliert oder die Deckungssumme nicht ausreicht, um alle realistischen Szenarien abzudecken? Die günstigsten Tarife sind bereits für 3 Euro pro Monat erhältlich, hier sollten Sie jedoch auf den Leistungsumfang achten. Hundehaftpflicht-Tarife mit sehr gutem Leistungsangebot kosten je nach Versicherer ebenfalls nur einige Euro pro Monat.

Vergleichen leicht gemacht

Das Internet die besten Voraussetzungen, um viele Versicherungs-Tarife mit einander zu vergleichen und den passenden zu finden: In unserem Hundehaftpflicht-Vergleich finden Sie alle bekannten Versicherer mit ihren jeweiligen Hundehaftpflicht-Tarifen, dem Leistungsumfang, Deckungssummen, Laufzeiten und allen anderen, wichtigen Informationen. So ist es nicht nötig, sich durch Dutzende Versicherungsseiten zu lesen und die Informationen selbst zusammen zu stellen. Geben Sie einfach die relevanten Informationen (wie die Rasse Ihres Hundes und die gewünschte Laufzeit) in unserem Formular an und wir zeigen Ihnen die Hundehaftpflicht-Tarife, die zu Ihnen passen. Nun brauchen Sie nur noch den Tarif auswählen, der Ihnen am meisten zusagt und können zu diesem entweder weitere Details anfordern oder ihn sofort online abschließen. Und schon sind Sie und Ihr Liebling für alle Fälle gut abgesichert!

Alles Wissenswerte zur Hundehaftpflichtversicherung

Die Hundehaftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Versicherungen für Hundehalter. Sie springt ein, wenn Ihr Hund einen Schaden an Dritten verursacht und begleicht die Kosten, die Sie andernfalls selbst zahlen müssten.

Die rechtliche Grundlage hierfür bildet die Tierhalterhaftung gemäß §833 BGB. Darin heißt es: „Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.“ (Quelle) Diesen Schadensersatzanspruch kann eine Hundehaftpflicht übernehmen und statt des Hundehalters für die Kosten eintreten.

Im Laufe eines Hundelebens können schnell Schäden im hohen vier- bis fünfstelligen Bereich anfallen! Zerbrochene Vasen, zerkratzte Möbel und versehentlich verletzte Spielkameraden sind Unfälle, die jedem Hund passieren können – sowohl kleinen Haushunden wie dem beliebten Yorkshire Terrier als auch Golden Retrievern, Mischlingen und anderen größeren Artgenossen. Allein für diese Schäden rentiert sich eine Hundehaftpflichtversicherung häufig bereits. Zusätzlich sichert sie Personenschäden ab, die schnell sechsstellige Summen an Schadensersatz, Schmerzensgeld und Verdienstausfällen verursachen und leichter geschehen, als viele Hundehalter denken: Stolpert ein Jogger im Park über Ihren Hund und zieht sich einen Bänderriss zu, sind Sie mit Ihrem Vermögen für alle Schäden haftbar. Ohne eine Hundehaftpflicht müssen Sie diese Kosten selbst begleichen.

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist also für jeden Hundehalter eine wichtige und äußerst sinnvolle Absicherung, zumal sie in vielen Bundesländern sogar gesetzlich vorgeschrieben ist. Hier erfahren Sie, ob es die Pflicht zur Hundehaftpflicht auch in Ihrem Bundesland gibt. Doch bevor Sie wahllos eine Hundehaftpflicht abschließen, sollten Sie sich darüber informieren, welche Schadensfälle abgesichert sind und wie sich die einzelnen Tarife unterscheiden. Denn die richtige Tarif-Wahl spart bares Geld und viel Zeit!

In diesen Fällen zahlt die Hundehaftpflichtversicherung

Generell gilt: Die Hundehaftpflicht begleicht die Kosten aus Sach-, Vermögens- und Personenschäden, die der versicherte Hund an Dritten verursacht, solange alle Bestimmungen des Versicherungsvertrages geachtet wurden.

Was sind Sach-, Vermögens- und Personenschäden?

Sachschäden liegen immer dann vor, wenn Gegenstände beschädigt werden – beispielsweise, wenn Vasen zerbrechen. Auch Verletzungen anderer Tiere gelten nach deutschem Recht als Sachschäden, also beispielsweise Bisswunden, die beim wilden Spielen entstanden sind. Die Kosten für Sachschäden variieren stark von wenigen Euro bis zu hohen fünfstelligen Summen und mehr.

Folgenreicher sind meist Personenschäden, beispielsweise Stürze, die ein Hund direkt oder indirekt verursacht oder Bisswunden. Personenschäden ziehen meist Krankenhaus- und andere Behandlungskosten, Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeld nach sich. Wird aufgrund des Unfalls auch das Vermögen der Person geschädigt, z.B. durch Arbeitsunfähigkeit und daraus resultierende Einkommensausfälle, nennt sich dies Vermögensschaden und muss ebenso vom Hundehalter vergolten werden.

Je nach Versicherer und Tarif kann die Haftpflicht darüber hinaus Gerichts- und Prozesskosten, ungewollte Deckung und Mietsachschäden übernehmen. So schützt sie Ihr Vermögen auch dann, wenn Ihr Mischling im Park einen reinrassigen Akita-Zuchthund ungewollt deckt oder in der Mietwohnung das Küchenfurnier zerkratzt.

Ob diese Tarif-Bestandteile für Sie wichtig sind, sollten Sie je nach Lebenssituation entscheiden: Ist Ihr Hund nicht kastriert oder sterilisiert und hat häufig Kontakt zu anderen Artgenossen, ist es sinnvoll, die ungewollte Deckung mitzuversichern. Leben Sie in einer Mietwohnung, sollten Mietsachschäden abgedeckt sein, um nach einem Schaden neu angeschaffte Mietobjekte wie eine Küchenzeile nicht selbst zahlen zu müssen.

Auf diese Vertragsdetails sollten Sie achten

Bei jeder Hundehaftpflichtversicherung gilt: Die Bestimmungen und Voraussetzungen des Versicherungsvertrages müssen erfüllt sein, damit die Versicherung auch wirklich einspringt, wenn Ihr Hund einen Schaden verursacht hat. Schließt die Versicherung einige Fälle und Situationen aus, bleiben Sie womöglich trotz Hundehaftpflichtversicherung auf den Kosten sitzen – daher ist es wichtig, alle Vertragsdetails genau zu kennen. Die wichtigsten Regelungen sind diejenigen zur Mitversicherung von Betreuungspersonen, zur Fahrlässigkeit, zum Vorsatz und zur Aufsichtspflicht.

Mitversicherung von Betreuungspersonen

Richtet Ihr Liebling einen Schaden an, während Sie selbst ihn beaufsichtigen und sind alle anderen Vertragsbestimmungen gewahrt, zahlt die Hundehaftpflicht in der Regel. In vielen Tarifen sind zusätzlich private Betreuungspersonen mitversichert, z.B. die Nachbarin, die gelegentlich mit Ihrem Hund Gassi geht, während Sie arbeiten. Von dieser Regelung ausgeschlossen sind gewerbliche Hundesitter – sie müssen sich selbst versichern.

Empfehlung: Wird Ihr Vierbeiner häufig von privaten Personen betreut, sollten Sie einen Tarif wählen, der private Betreuungspersonen mitversichert.

Fahrlässigkeit und Vorsatz

Wenn ein Hund einen Schaden verursacht, ist es möglich, dass die Versicherung anhand des Schadenshergangs dem Halter Fahrlässigkeit oder Vorsatz unterstellt – also eine Mitschuld am Schaden. In der Regel zahlen Hundehaftpflichtversicherungen dann nicht.

Fahrlässigkeit liegt dann vor, wenn der Schaden nur deshalb entstehen konnte, weil der Hundehalter nicht sorgfältig und umsichtig genug gehandelt hat.

Ein typisches Beispiel für Fahrlässigkeit: Ein Hundehalter lässt seinen Deutschen Schäferhund auch dann im Hundepark frei laufen, wenn er weiß, dass sein Hund sehr aggressiv auf Artgenossen reagiert und es bereits einige Male zu Beißereien kam. Beißt der Schäferhund auch dieses Mal zu, kommt die Hundehaftpflicht vermutlich nicht für die Schäden (z.B. die Tierarztkosten für die Versorgung des fremden Hundes) auf, da der Halter fahrlässig gehandelt hat.

Einige Versicherer verzichten darauf, Schadensfälle auf Fahrlässigkeit zu prüfen und treten auch dann für die Kosten ein.

Vorsatz liegt dann vor, wenn der Schaden durch den Hundehalter bewusst und willentlich herbeigeführt wurde. Wird einem Hundehalter Vorsatz nachgewiesen, zahlt die Hundehaftpflichtversicherung nicht. Die Abgrenzung von Vorsatz gegenüber Fahrlässigkeit ist oft schwierig, daher enden solche Streitfälle vergleichsweise häufig vor Gericht.

Ein typisches Beispiel für Vorsatz: Eine Hundehalterin ärgert sich, weil die Katze der Nachbarin ständig auf ihrem Grundstück ihre Notdurft verrichtet. Beim Spielen mit ihrer französischen Bulldogge sieht die Halterin die Katze auf dem Nachbarsgrundstück und wirft einen Ball absichtlich über den Zaun. Die Bulldogge springt dem Ball nach und verletzt dabei die Nachbarskatze. Da der Ball bewusst und willentlich auf das benachbarte Grundstück geworfen wurde, auf dem sich gerade die fremde Katze befand, hat die Halterin vorsätzlich gehandelt und muss alle Kosten, die aus dem Unfall entstehen, selbst tragen.

Empfehlung: Ist es Ihnen wichtig, dass Ihr Tarif auch bei Fahrlässigkeit gilt (z.B., weil Sie wissen, dass Ihr Hund stark auf bestimmte Reize im öffentlichen Raum reagiert), finden Sie in unserem Hundehaftpflicht-Vergleich einen passenden Versicherer.

Aufsichtspflicht

Die Aufsichtspflicht ist eine der wichtigsten Grundlagen jedes Hundehaftpflicht-Vertrages. Hundehalter und Betreuungspersonen sind verpflichtet, ihren Hund ordnungsgemäß zu beaufsichtigen. Wird die Aufsichtspflicht vernachlässigt, kann die Hundehaftpflichtversicherung die Regulierung des Schadens ablehnen und der Halter muss die Kosten selbst zahlen.

Zur Aufsichtspflicht gehört beispielsweise, den Hund an der Leine zu führen, wenn dies auf dem jeweiligen Gebiet angeordnet ist oder die Gefahr besteht, dass er Dritte verletzen könnte, das eigene Grundstück gegen eine Flucht des Hundes abzusichern und den Hund nur dann auszuführen, wenn man körperlich dazu in der Lage ist.

In diesen Fällen zahlt die Hundehaftpflichtversicherung nicht!

Gewisse Fälle sind bei fast allen Hundehaftpflicht-Verträgen ausgeschlossen. Diese sollten Sie kennen, um auf der sicheren Seite zu sein und sich richtig zu verhalten.

1. Ausschlussgrund: Der Hundehalter ist der Geschädigte

In vielen Fällen trifft ein Schaden, den ein Hund verursacht, einen unbeteiligten Dritten – den Nachbarn, bei dem man zu Besuch ist, den Fahrradfahrer auf der Straße oder Artgenossen im Park. Manchmal sind es jedoch die eigenen Gegenstände, die zu Bruch gehen, oder der eigene Finger, der zwischen den Zähnen des geliebten Vierbeiners landet. In Fällen, in denen der Hundehalter selbst der Geschädigte ist, tritt die Hundehaftpflichtversicherung nicht ein. Das Gleiche gilt für Verwandte des Halters: Sie sind dem Halter rechtlich gleichgestellt und können daher ebenfalls nicht darauf hoffen, dass die Hundehaftpflicht einspringt.

2. Ausschlussgrund: Verletzung der Aufsichtspflicht, Fahrlässigkeit und Vorsatz

Für diese drei Fälle gilt:
Hier tritt die Hundehaftpflichtversicherung in der Regel nicht ein und Sie müssen die Kosten selbst begleichen. Der Grund: Verletzen Sie Ihre Aufsichtspflicht (z.B., weil Sie Ihren Hund nicht an der Leine führen), handeln Sie fahrlässig, weil Sie nicht sorgfältig und umsichtig genug waren oder vorsätzlich und tragen somit zu einem wesentlichen Teil die Mitschuld am Schaden. Eine Ausnahme gilt bei Fahrlässigkeit – einige Versicherer übernehmen trotz fahrlässigen Handelns die Schadensregulierung. Solche Versicherer finden Sie in unserem Haftpflicht-Vergleich.

3. Ausschlussgrund: Ordnungswidrigkeiten

Die Kommunen regeln in ihren Hundehalterverordnungen, auf welchen Flächen Leinenpflicht herrscht, welche Hunde Maulkörbe tragen müssen, ob ein Registereintrag und ein Chip notwendig sind und vieles mehr. Verstoßen Sie als Hundehalter gegen eine dieser Verordnungen, begehen Sie also eine Ordnungswidrigkeit. Entsteht in deren Folge ein Schaden, kann die Hundehaftpflichtversicherung sich weigern, die Kosten zu übernehmen. Ob dies der Fall ist, steht in den Versicherungsbestimmungen jeder Hundehaftpflicht.

4. Ausschlussgrund: Vertragsverstöße

Ein Hundehaftpflicht-Vertrag regelt nicht nur Ihre Rechte, sondern auch Ihre Pflichten. Zu diesen Pflichten zählen beispielsweise die regelmäßige Zahlung der Versicherungsbeiträge, die Mitteilung über Adress- und andere relevante Änderungen und die Bestimmung, dass Sie einen Schaden nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Versicherung anerkennen dürfen. Verletzen Sie eine oder mehrere dieser Bestimmungen im Rahmen eines Schadens, kann die Versicherung vom Schaden zurücktreten und Sie müssen die Kosten mit Ihrem Privatvermögen decken. Daher ist es wichtig, alle Bestimmungen des Hundehaftpflicht-Vertrages genau zu kennen.

Was müssen Hundehalter beim Abschließen einer Hundehaftpflichtversicherung beachten?

Einige grundlegende Bestandteile sind allen Hundehaftpflicht-Verträgen gemein, andere Bedingungen unterscheiden sich stark und haben auch Auswirkungen auf die Kosten der Police. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede Hundehaftpflicht-Verträge haben, sehen Sie hier:

Der Kern jeder Hundehaftpflicht-Police beinhaltet:

  • Nennung der Vertragspartner (Sie und die Versicherungsgesellschaft)
  • Zweck und Umfang der Versicherung
  • Nennung des versicherten Hundes bzw. der versicherten Hunde (einwandfrei identifizierbar, z.B. anhand eines Chip-Implantats)
  • Zahlungsweise (jährlich, halbjährlich, quartalsweise oder monatlich

Diese grundlegenden Informationen müssen immer angegeben werden. Zusätzlich benötigt die Versicherung Ihre persönlichen Daten inklusive Ihres Alters, da einige Versicherer günstigere Tarife für ältere Hundehalter anbieten. Bestand vor dem Abschluss des Hundehaftpflicht-Vertrages bereits ein Vorvertrag, ist dies ebenfalls relevant.

Variabel sind diese Vertragsdetails:

  • Laufzeit
  • Deckungssumme
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • Kündigungsmodalitäten
    • Wann darf der Vertrag fristgerecht gekündigt werden?
    • Wann darf fristlos gekündigt werden?
    • Gibt es Sonderkündigungsrechte?
  • Sonderbestimmungen
    • Ist ein Jagd-, Blinden- oder Behindertenbegleithund versichert?
    • Gilt die Hundehaftpflicht auch im Ausland?
    • Gilt die Hundehaftpflicht für Listenhunde?
Vor allem die Laufzeit, Deckungssumme und Selbstbeteiligung haben Einfluss auf die Beitragshöhe.

Die Laufzeit einer Hundehaftpflicht liegt meist bei einem, drei oder fünf Jahren. Je länger die Laufzeit ist, desto günstiger ist oft der zu zahlende Versicherungsbeitrag. Der Nachteil einer längeren Laufzeit liegt in der mangelnden Flexibilität – Verträge mit kurzer Laufzeit ermöglichen einen baldigeren Wechsel der Versicherungsgesellschaft.

Die Deckungssummen von Hundehaftpflichtversicherungen werden meist getrennt für Sach- und Personenschäden angegeben und liegen in der Regel zwischen 500.000 Euro und 20 Millionen Euro je Schadensfall. Einige Bundesländer schreiben in ihren Hundegesetzen Mindest-Deckungssummen vor, so müssen Hundehalter in Berlin beispielsweise eine Deckungssumme von einer Million Euro vorweisen. Ob es in Ihrem Bundesland Vorgaben zur Hundehaftpflichtversicherung und den Deckungssummen gibt, erfahren Sie in unserer Rubrik „Wo brauche ich eine Hundehaftpflicht?“. Auf Grundlage der Vorgaben einiger Bundesländer und durchschnittlicher Schadenssummen empfiehlt sich eine Mindest-Deckungssumme von drei Millionen Euro. Je höher die Deckungssumme ist, desto höher sind meist auch die Kosten für den Hundehaftpflicht-Vertrag, wobei eine Erhöhung der Deckungssumme z.B. von einer auf drei Millionen Euro häufig nur einen sehr geringen Unterschied ausmacht.

Hundehaftpflicht-Tarife werden mit und ohne Selbstbeteiligung angeboten, die meist bei einigen Hundert Euro liegt. Die Selbstbeteiligung ist die Summe, die Sie im Schadensfall stets selbst zahlen müssen, auch dann, wenn die Versicherung einen Schaden reguliert. Das bedeutet: Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto mehr müssen Sie bei jedem Schaden aus eigener Tasche zuzahlen. Liegt die Selbstbeteiligung beispielsweise bei 350 Euro und Sie möchten die 150 Euro teuren Lederschuhe, die Ihr Liebling zerbissen hat, über Ihre Haftpflicht regulieren lassen, wird diese nichts zahlen. Je häufiger Sie also einen Schadensfall vorliegen haben, desto mehr müssen Sie auch selbst begleichen. Bei einem Tarif ohne Selbstbeteiligung würden in diesem Fall die 150 Euro vollständig von der Hundehaftpflicht gedeckt werden. Dafür sind Hundehaftpflicht-Tarife ohne Selbstbeteiligung meist teurer.

Was kostet eine Hundehaftpflicht?

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist bereits ab 3 Euro pro Monat erhältlich. Tarife mit 10 Millionen Euro Deckungssumme und nur einem Jahr Laufzeit gibt es bereits ab ca. 6 Euro pro Monat. Selbst Tarife mit noch höheren Deckungssummen und breitem Leistungsspektrum liegen meist bei nicht mehr als 9 Euro pro Monat.

Generell schwanken die Kosten für eine Hundehaftpflichtversicherung. Die Rasse Ihres Hundes, Deckungssumme, Selbstbeteiligung, Laufzeit und Zahlungsweise sind die ausschlaggebenden Faktoren für die Beitragshöhe einer Hundehaftpflichtversicherung. Verallgemeinernd lassen sich jedoch diese Faustregeln festhalten:

Die Hundehaftpflichtversicherung ist je günstiger, je

… älter Sie sind,
… „ungefährlicher“ und kleiner Ihr Hund ist (Listenhunde und Mischlinge sind teurer als z.B. Chihuahuas),
… niedriger die Deckungssumme ist (gesetzliche Mindest-Deckungssummen beachten),
… höher die Selbstbeteiligung ist und
… länger die Laufzeit ist.

Einige Versicherungsgesellschaften bieten zudem Rabatte an, wenn Sie jährlich statt monatlich zahlen und halten spezielle Tarife für Senioren und die Halter kleiner Haushunde wie Yorkshire Terrier bereit.

Der höchste Beitragssatz wird für Listenhunde, umgangssprachlich „Kampfhunde“, fällig. Bei American Staffordshire Terriern, Pitbull-Terriern und Co. wird ein größeres Gefährdungspotential vermutet, das durch höhere Versicherungsbeiträge kompensiert werden soll. Tipps zur Hundehaftpflicht für Listenhunde finden Sie in unserer Kampfhunde-Rubrik.

Hundehaftpflicht-Schaden – was jetzt?

Ihr Hund hat den neuen, teuren Laptop Ihres Nachbarn vom Tisch gerissen, als Sie bei diesem zu Besuch waren? Wenn Sie Ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben (z.B., weil Sie Ihren Hund allein und ohne Leine das Haus haben stürmen lassen) und alle Vertragsbedingungen erfüllt wurden, ist dies ein Fall für Ihre Hundehaftpflichtversicherung. Doch wie teilen Sie dies der Versicherungsgesellschaft mit und was passiert dann? Welche Rechte und Pflichten haben Sie? Hier die Antworten:

Schadensmeldung

Zunächst müssen Sie Ihre Versicherung über den Schaden informieren. Dies können Sie schriftlich oder, bei einigen Gesellschaften, online erledigen. Neben Ihrer Versicherungsnummer müssen Sie die Kontaktdaten des Geschädigten, also im Beispielfall die Ihres Nachbarn, angeben und den Schadenshergang inklusive Zeit und Ort genau schildern. Nach §28 Versicherungsvertragsgesetz müssen Sie alle notwendigen Nachweise erbringen, damit der Schaden reguliert werden kann. Alle Details zur Schadensmeldung finden Sie auf der Webseite und bei der Hotline Ihrer Versicherungsgesellschaft.

Kostenzusage und Regulierung oder Kostenverweigerung

Die Versicherung prüft nun den Fall, befragt bei Bedarf Zeugen und fordert Belege ein. Gibt es keine Einwände gegen die Schadensmeldung und ist der Schaden tatsächlich durch die Haftpflicht abgedeckt, erhalten Sie schriftlich eine Kostenzusage und der Schaden wird reguliert. Je nach Ihrem Tarif ist gegebenenfalls eine Selbstbeteiligung fällig, die von der Summe in der Kostenzusage abgezogen wird.
Hat die Versicherung Einwände, wird sie den Fall genauer untersuchen und gegebenenfalls eine Kostenverweigerung ausstellen, die Sie ebenfalls schriftlich erhalten. Gegen eine Kostenverweigerung könnten Sie Klage einreichen, falls Sie diese als unrechtmäßig betrachten. In den meisten Fällen wird die Kostenübernahme jedoch zugesagt und der Schaden reguliert.

Ergänzende Versicherungen für Hundeliebhaber

Eine Hundehaftpflichtversicherung schützt Sie vor den Kosten, die Ihr Hund durch Schäden an Dritten verursachen kann. Doch was, wenn Ihr Hund erkrankt oder sogar im Tierkrankenhaus operiert werden muss? Für diese Fälle gibt es Tierkranken- und OP-Versicherungen. Sie zahlen ambulante, stationäre und chirurgische Behandlungen, die Kosten für Medikamente und Impfungen sowie Unfall-Krankenhaustagegeld. Häufig ist die Tierarztwahl dabei frei und es steht eine Hotline für die Vermittlung von Tierärzten und veterinären Unfallpraxen zur Verfügung. Tierkrankenversicherungen für Hunde beginnen bereits ab rund 10 Euro pro Monat. Mit einer Hundehaftpflichtversicherung, Tierkranken- und OP-Versicherung sind Sie und Ihr Vierbeiner optimal versorgt.

Vergleichen Sie jetzt verschiedene Hundehaftpflicht-Tarife oder wählen Sie direkt eine Versicherungsgesellschaft:

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Die Hundehaftpflicht-Pflicht, Hundegesetze und Verordnungen der Bundesländer

Jedes deutsche Bundesland hat konkrete Vorschriften zur Hundehaltung. In einigen Ländern beschränken sich die Regeln auf die Haltung von so genannten Kampfhunden, die potentiell gefährlich für Mitmenschen sind. In anderen wird sogar der Abschluss einer Hundehaftpflichtversicherung vorgeschrieben, um sicher zu stellen, dass Schäden, die der Hund verursacht, auch gedeckt werden. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, ob Sie in einem Bundesland mit Pflicht zur Hundehaftpflicht leben und wie Sie die passende Versicherung finden.

In diesen Ländern ist die Hundehaftpflicht Pflicht – für alle Hunde

In den letzten Jahren haben Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen die gesetzliche Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung für alle Hunde unabhängig von ihrer Rasse eingeführt. Mit diesem Schritt wollten die Länder die kleinen und größeren Schäden absichern, die Hunde verursachen können – angefangen bei zerbrochenen Vasen und zerkauten Schuhen bis hin zu Unfällen mit Radfahrern oder Fußgängern. Die Hundehaftpflicht deckt die Kosten aus solchen Schäden, so dass Sie als Hundehalter sie nicht selbst zahlen müssen. Außerdem stellt eine Hundehaftpflicht sicher, dass Geschädigten ihre Schadensersatzansprüche vergolten werden und hat daher auch den Zweck der gegenseitigen Absicherung.

Hundehaftpflicht-Pflicht Berlin

Berlin war 2005 das erste Bundesland, das eine allgemeine Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung einführte. Das Berliner Hundegesetz schreibt eine Deckungssumme von mindestens einer Million Euro vor. Immer wieder ist auch ein verpflichtender „Hundeführerschein“ für große Hunde ab 40 cm Schulterhöhe im Gespräch.

Quelle: Das Hundegesetz in Berlin

Hundehaftpflicht-Pflicht Hamburg

Im Jahr 2006 folgte Hamburg und führte neben der Hundehaftpflicht-Pflicht auch die Verpflichtung zur Anmeldung im Hunderegister und dem Chip-Implantat ein. Wie in Berlin, muss auch in Hamburg die Deckungssumme mindestens eine Million Euro betragen. Versäumt ein Hundehalter, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen, beträgt das Bußgeld 100 bis 600 Euro. Übrigens herrscht in Hamburg seit 2007 auch eine allgemeine Anleinpflicht.

Quelle: Das Hundegesetz in Hamburg

Hundehaftpflicht-Pflicht Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt müssen seit 2009 alle Hunde ab einem Alter von drei Monaten hundehaftpflichtversichert und ins amtliche Register eingetragen werden. Die Deckungssummen müssen für Personen- und Sachschäden mindestens eine Million Euro betragen, für sonstige Schäden mindestens 50.000 Euro.

Quelle: Das Hundegesetz in Sachsen-Anhalt

Hundehaftpflicht-Pflicht Schleswig-Holstein

Als eines der letzten Bundesländer führte zum 01. Januar 2016 auch Schleswig-Holstein die gesetzliche Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung für alle Hunde, unabhängig von deren Rasse, ein. Die Mindestdeckungssumme beträgt 500.000 Euro für Personen- und 250.000 Euro für Sachschäden. Außerdem muss jeder Hund, der älter als 3 Monate ist, einen Chip zur Identifizierung tragen.

Quelle: Das Hundegesetz in Schleswig-Holstein

Hundehaftpflicht-Pflicht Niedersachsen

In Niedersachsen besteht die Pflicht zur Hundehaftpflicht seit 2011 für alle Hunde, die älter als sechs Monate sind. Mit 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden sind die vorgeschriebenen Mindest-Deckungssummen vergleichsweise gering, so dass niedersächsische Hundehalter auch mit einer günstigen Hundehaftpflicht auf der sicheren Seite sind. Gleichzeitig wurde, ähnlich wie in Hamburg, eine Chip-Pflicht eingeführt.

Quelle: Das Hundegesetz in Niedersachsen

Hundehaftpflicht-Pflicht Thüringen

Thüringen führte ebenfalls 2011 die verpflichtende Hundehaftpflicht ein. Die Mindest-Deckungssummen betragen 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden – damit ist eine vergleichsweise günstige Hundehaftpflicht in Thüringen ausreichend. Eine Pflicht zum Chip-Implantat wurde gleichzeitig eingeführt.

Quelle: Das Hundegesetz in Thüringen

Pflicht zur Hundehaftpflicht für „Kampfhunde“ in 15 Bundesländern

Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern müssen „Kampfhunde“, also Listenhunde, in allen Bundesländern haftpflichtversichert werden, also in Schleswig-Holstein, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, im Saarland, in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Brandenburg. Diese Vorschriften bauen auf den Rasselisten der Länder auf, die festhalten, welche Hunderassen als überdurchschnittlich gefährlich gelten und daher strengeren Haltungsrichtlinien unterliegen. Ob Sie Ihren Hund in Ihrem Bundesland also haftpflichtversichern müssen, hängt davon ab, ob er dort als „Kampfhund“ gelistet ist.

Welche Hunde gelten in den 15 Ländern als „Kampfhunde“?

Jedes der 15 Bundesländer, in denen die Hundehaftpflicht Pflicht ist, hat jeweils eine Rassenliste. Hunde der gelisteten Rassen gelten als überdurchschnittlich gefährlich und müssen daher haftpflichtversichert werden, um potentielle Schäden zu decken.

Warum müssen Listenhunde haftpflichtversichert werden?

Die Festlegung der Liste gefährlicher Hunde aufgrund ihrer Rasse ist durchaus umstritten – so argumentiert beispielsweise der Verband für das Deutsche Hundewesen, dass die Gefährlichkeit eines Hundes nicht wesentlich von seiner Rasse bestimmt wird, sondern vielmehr von seiner Erziehung und Haltung. Vertreter der Contra-Position, beispielsweise die Innenminister der Länder, verweisen hingegen auf Statistiken, die besagen, dass Listenhunde häufiger Menschen und andere Hunde attackieren. Allerdings sind diese Zahlen nur bedingt aussagekräftig, da die Gesamtanzahl der Beißvorfälle in Deutschland eher gering ist: Im Zeitraum von 1998 bis 2007 gab es in Deutschland insgesamt 39 Todesfälle nach Hundebissen (alle Hunderassen).

Am Beispiel Berlins lässt sich die Verhältnismäßigkeit der Zahlen gut darstellen: Zwischen 1998 und 2007 wurde in Berlin kein Todesfall nach einem Hundebiss registriert. Im Jahr 2007 gab es in Berlin 859 Vorfälle, bei denen Menschen durch Hunde verletzt oder gefahrdrohend angesprungen wurden. Davon wurden 43 Vorfälle von Listenhunden verursacht (Quelle). Im Jahr 2013 lag die Anzahl der Verletzungen durch gefährliche Hunde bei 35 und damit nur geringfügig niedriger (Quelle). Eine Kausalität bei einer solchen, verhältnismäßig dünnen Datengrundlage festzustellen, ist schwierig. Fest steht jedoch: Solange die Debatte um Listenhunde anhält, gilt weiterhin die aktuelle Gesetzeslage, die besagt, dass diese zwingend haftpflichtversichert werden müssen.

Jetzt Hundehaftpflicht für Listenhunde finden

Es ist nicht immer leicht, eine Hundehaftpflicht für Listenhunde zu finden. Einige Versicherer lehnen Listenhunde kategorisch ab, obwohl sie durch die gesetzlichen Vorschriften der Länder regen Zulauf haben könnten. Das Problem: Die Versicherer argumentieren ebenso wie die Länder-Regierungen mit einem höheren Gefährdungspotential, das von Listenhunden ausginge. Es gibt jedoch auch Versicherer, die als „Kampfhunde“ gelistete Rassen versichern – meist jedoch für einen höheren Beitrag als andere Rassen. In unserer Kampfhunde-Rubrik finden Sie weitere Informationen zu den Rassenlisten und der Haftpflicht für Kampfhunde. Sind Sie schon gut informiert? Dann gelangen Sie hier direkt zum Hundehaftpflicht-Vergleich, in dem Sie den passenden Tarif finden:

Sonderfall Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern ist das einzige deutsche Bundesland, das selbst für Listenhunde keine gesetzliche Pflicht vorschreibt, eine Hundehaftpflicht abzuschließen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es generell keine Auflagen für die Hundehaltung gibt! In der mecklenburgischen Hundehalterverordnung ist genau festgelegt, wie ein Halter mit seinem Hund umzugehen hat: Neben einer allgemeinen Aufsichtspflicht gilt, dass der Hund ein Halsband mit dem Namen und der Anschrift des Halters tragen muss, sobald er sich außerhalb des Grundstücks bzw. der Wohnung befindet. Das Grundstück selbst muss gegen eine Flucht des Hundes gesichert werden. In öffentlichen Orten mit großen Menschenansammlungen, auf öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Verkaufsstätten und Tiergärten muss jeder Hund an der Leine geführt werden.

Weitaus strengere Auflagen gelten für die Haltung von gefährlichen Hunden, so genannten Kampf- oder Listenhunden. Auf der Rassenliste Mecklenburg-Vorpommerns stehen derzeit der American Pitbull Terrier, der American Staffordshire Terrier, der Bullterrier und der Staffordshire Bullterrier. Hunde dieser Rassen dürfen nur gehalten werden, wenn der Halter nachweislich geeignet und zuverlässig ist sowie die Zugänge zu seinem Grundstück, auf dem der Hund frei laufen darf, mit Hinweisschildern (z.B. „Vorsicht, bissiger Hund“) versieht. Außerhalb des eigenen Grundstücks darf eine Person nicht mehr als einen Listenhund gleichzeitig führen, der Leinenzwang gilt uneingeschränkt (auch auf den Zuwegen zum Grundstück) und die Leine darf höchstens zwei Meter lang sein. Die Mitnahme von Listenhunden auf Kinderspielplätze, Liegeflächen und Badestellen ist in Mecklenburg-Vorpommern generell verboten. Außerdem müssen bissige Hunde einen Maulkorb tragen, sobald sie sich außerhalb des eigenen Grundstücks befinden. Das Bußgeld bei einem Verstoß gegen die Hundeverordnung kann bis zu 5.000 Euro betragen.

Quelle: Hundeverordnung Mecklenburg-Vorpommern

Hundehaftpflicht auch in Mecklenburg-Vorpommern sinnvoll

Da Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland ist, welches für Listenhunde keine Pflicht zur Hundehaftpflicht vorsieht, obwohl es eine eigene Rassenliste führt, ist es für die Halter von Listenhunden dennoch sinnvoll, eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen. Selbst, wenn Sie einen Terrier besitzen, der gut erzogen ist und keinen Personenschaden verursachen würde, so geht mit einem Hund stets ein gewisses Risiko einher – und sei es nur die umgeworfene Porzellanfigur, die auf dem Couchtisch stand.

Hier zahlte die Hundehaftpflicht! Die spannendsten Urteile

Eine Hundehaftpflicht deckt nicht nur die Kosten und Schadensersatzansprüche, die aus alltäglichen Sach- und unglücklich verlaufenen Personenschäden entstehen. Auch Mietsachschäden, ungewollte Deckung und viele andere Fälle können mitversichert sein. Ist ein Fall nicht völlig klar, landet er vor Gericht – und die Entscheidungen der Richter sind oft ein Augenmerk wert, wenn Sie sich für eine Hundehaftpflicht interessieren.

Rheinland-Pfalz: Alle Zahlen bei Beißerei

Das Landgericht Mainz (Az. 3 S 8/04.) hat den Fall einer Beißerei mehrerer Hunde verhandelt. Einer der Halter wollte die Beißerei beenden und wurde dabei verletzt. Unklar war, wer die Kosten tragen würde. Das Landgericht Mainz entschied, dass die Halter aller beteiligten Hunde zu gleichen Teilen für den Schaden haftbar sind. Hoffentlich hatten alle Halter eine Hundehaftpflicht!

Kostenbeispiel:
Der mutige Hundehalter, der die Tiere von einander trennen wollte, erlitt eine Bisswunde am rechten Unterarm. Er musste im Krankenhaus behandelt werden und einige Wochen lang Medikamente gegen die Schmerzen einnehmen. Da der Hundehalter als Buchhalter arbeitet, war er durch den Hundebiss am Arm zudem für vier Wochen arbeitsunfähig.

Die Schadenssumme setzt sich in diesem Beispiel folgender Maßen zusammen:

Krankenhausaufenthalt:
300 Euro
Nachsorge beim Hausarzt:
300 Euro
Medikamente:
100 Euro
Arbeitsausfall:
2000 Euro
Damit beläuft sich die Schadenssumme auf insgesamt 2900 Euro. Nehmen wir an, es waren drei Hundehalter am Unfall beteiligt, müsste jeder von ihnen 966 Euro aus eigener Tasche zahlen, wenn er keine Hundehaftpflichtversicherung hat.

Nordrhein-Westfalen: Auffahrunfall durch Tier

Das Landgericht Paderborn (Az. 5 S 181/00) entschied in einem Fall, in dem innerorts ein Tier auf die Straße lief, wodurch ein Autofahrer bremsen musste und ihm ein anderer Verkehrsteilnehmer auffuhr. Dieses Bremsmanöver war laut des Landgerichts nicht fahrlässig, so dass die Kfz-Haftpflicht des auffahrenden Verkehrsteilnehmers zahlen muss. Für die Tierhalterhaftpflicht wäre dies somit kein Fall.

Niedersachsen: Hundehaftpflicht bezahlt Gebiss

Das Landgericht Hannover (Az. 18 S 86/04) entschied, dass ein Gebiss, welches ein Hund aus einem Badezimmer davon trug und im Garten vergrub, von die Hundehaftpflichtversicherung des Hundehalters ersetzt werden muss. Gut zu wissen!

Kostenbeispiel:
Eine Vollprothese für den Ober- und Unterkiefer kann inklusive Zahnarzt-Honorar, Labor- und Materialkosten rund 1500 Euro kosten.

Rheinland-Pfalz: Jogger ist selbst Schuld

Normaler Weise haftet die Hundehaftpflicht eines Tierhalters für Personenschäden. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied in einem Fall anders: Ein Jogger näherte sich einem frei laufenden Hund, ohne langsamer und vorsichtiger zu werden. Er stolperte über den Hund, fiel zu Boden – und muss für 30% des entstandenen Schadens selbst aufkommen, da er achtsamer hätte sein können. Die übrigen 70% begleicht die Hundehaftpflicht des Hundehalters.

Nordrhein-Westfalen: Haftung für Sturz über schlafendes Tier

Stolpert ein Kunde über ein schlafendes Tier, das im Eingang eines Geschäftes liegt, haftet der Halter für die Schäden. So hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az.: 19 U 96/12). Eine Hundehaftpflicht tritt hier in der Regel ein und begleicht die Kosten.

Kostenbeispiel:
Nehmen wir an, dass der Kunde sich beim Sturz ein Bein brach, für mehrere Tage im Krankenhaus bleiben musste und ebenfalls nicht arbeitsfähig war. Die Kosten wären in diesem Fall ähnlich zusammengesetzt wie beim gebissenen Hundehalter aus Mainz:

Krankenhausaufenthalt:
3000 Euro
Nachsorge beim Hausarzt:
500 Euro
Medikamente:
300 Euro
Arbeitsausfall:
4000 Euro
Zusätzlich könnte der Geschädigte auf Schadensersatz klagen. Damit beliefen sich die Gesamtkosten auf 7800 Euro – eine Summe, die durchaus die Existenz bedrohen kann, falls man sie selbst zahlen muss. Umso besser, wenn eine Hundehaftpflicht einspringt und die horrenden Kosten übernimmt.

Hessen: Aufsichtspflicht verletzt

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Az.: 1 U 37/98) entschied in folgendem Fall: Zwei ältere Damen gingen mit ihren Hunden spazieren, wobei eine der Damen stürzte und sich verletzte. Die Angaben, wie es zum Sturz kam, waren widersprüchlich. Die Klage der gestürzten Dame auf Schadensersatz wegen ihrer Verletzungen wurde abgewiesen, da sie nicht in der Lage gewesen sei, ihren Hund (ein Mischling) zu führen und zu beaufsichtigen. Aus dem gleichen Grund würde auch die Hundehaftpflicht die Deckung der Kosten ablehnen.

Sie möchten gar nicht erst vor Gericht landen, sondern auf der sicheren Seite sein? Vergleichen Sie hier passende Hundehaftpflicht-Tarife und seien Sie auf der sicheren Seite!

Diese Hundehaftpflicht-Tarife empfehlen Stiftung Warentest und Ökotest

In vielen Bundesländern ist die Hundehaftpflichtversicherung für Hundebesitzer gesetzlich vorgeschrieben. Dies nahmen die beiden großen Test-Anbieter Stiftung Warentest und Ökotest zum Anlass, um jeweils knapp 100 Tarife der großen Versicherer im deutschsprachigen Raum zu untersuchen und mit einander zu vergleichen.

Große Unterschiede im Leistungsumfang

Wie gut die einzelnen Tarife der Versicherer abschnitten, hängt unmittelbar mit ihrem Leistungsumfang zusammen. Nicht nur die Deckungssummen variieren stark (und wirken sich auf die jährlichen Kosten aus), sondern auch, ob Mietsachschäden mitversichert sind, ob der Tarif auch für Kampf- und andere als gefährlich eingestufte Hunde gilt und vieles mehr. Je günstiger der Tarif bei gutem Leistungsangebot ist (welches beide Test-Anbieter verschieden definieren), desto besser wird er bewertet.

Stiftung Warentest: Baden-Badener und NV sind Testsieger

Finanztest der Stiftung Warentest testete im Jahr 2011 insgesamt 82 Tarife von 59 Versicherern, wobei der schlussendlich veröffentlichte Testbericht 56 Tarife berücksichtigt. Alle Tarife mussten eine Deckungssumme von mindestens 50.000 Euro aufweisen. Vernachlässigt wurden im Test unter anderem Zweit- und Dritt-Tarife von Anbietern, die sich nur in der Versicherungssumme unterscheiden.

Finanztest zeichnete die günstigsten Tarife im Test aus: Mit jeweils 58 Euro jährlich bieten die Hundehaftpflichtversicherungen der Baden-Badener und NV ein sehr gutes Leistungsspektrum.

Stiftung Warentest: Baden-Badener und NV sind Testsieger

Der „Basis“-Tarif der Baden-Badener deckt 3 Millionen Euro ab, bietet vergünstigte Konditionen für weitere Hunde, deckt auch Schäden aus ungewollter Deckung und sichert unter bestimmten Bedingungen auch Welpen und Auslandsaufenthalte ab. Nachteil: Mietsachschäden sind nicht mitversichert.

NV: Mietsachschäden mitversichert

Der Tarif „max.“ der NV bietet eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro und vergünstigte Konditionen für weitere Hunde. Kampfhunde sind nicht mitversichert. Mietsachschäden, im Ausland entstandene Schäden und Deckschäden deckt die Hundehaftpflicht ebenfalls ab, ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Tarifen im Preissegment von ebenfalls 58 Euro jährlich.

Ökotest: 6 Favoriten mit min. 5 Millionen Deckungssumme

Ökotest nahm sich, ebenfalls im Jahr 2011, 87 Tarife von 44 Anbietern vor, die jeweils mindestens 5 Millionen Euro Deckungssumme besitzen mussten. Insgesamt 23 Tarife landeten auf dem ersten Rang. Die Top-6 mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis sind: Zwei Tarife von Barmenia, die Hundehaftpflichtversicherungen der Gothaer und Rhion Plus sowie zwei Tarife von Degenia.

Wer sind Stiftung Warentest und Ökotest?

Diese beiden Test-Anbieter sind die bekanntesten im deutschsprachigen Raum und werden häufig zitiert, wenn es um vertrauenswürdige Einschätzungen von Produkten und Dienstleistungen geht.

Stiftung Warentest: Testen, bewerten, veröffentlichen

Die Stiftung Warentest wurde 1964 auf staatlichen Auftrag als Verbraucherorganisation gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, den Verbraucher in Kaufentscheidungen zu beraten und unterstützen, indem sie Produkte und Dienstleistungen bewertet und die Ergebnisse veröffentlicht. Die Stiftung Warentest wird durch Steuermittel mitfinanziert – dies unterstreicht ihre Bedeutung für den Verbraucherschutz. Das erste Test-Heft wurde 1966 mit einer Auflage von 210.000 Exemplaren veröffentlicht, im Jahr 2014 lag die Auflage bei durchschnittlich 440.000 Exemplaren. Zusätzlich wurden 2014 rund 219.000 Auflagen des Ablegers Finanztest verkauft, welcher auf den Test von Finanzdienstleistungen wie Versicherungen spezialisiert ist.

Ökotest: Verbrauchermagazin seit 1985

Das bedeutende Verbrauchermagazin Ökotest wurde 1985 erstmals veröffentlicht und erreicht monatlich im Schnitt 1,73 Millionen Leser (Angabe aus 2013). Gründer ist der Wirtschaftsjournalist Jürgen Räuschel, aus dessen Zeitschrift „Neugier“ die heutige Ökotest hervorging. Sie untersucht und bewertet Produkte und Dienstleistungen und bietet damit eine wichtige Anlaufstelle für Verbraucher.

Heute hat Ökotest bereits mehr als 100.000 Produkte und Dienstleistungen getestet und kommt mit seinen fünf Ablegern auf weit mehr als 115.000 Auflagen.

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„Kampfhunde“, Listenhunde und gesetzliche Regelungen

Manche Hunderassen üben eine besondere Faszination aus – sei es aufgrund ihres Körperbaus, besonderer Merkmale, Fellfarbe und –zeichnung oder ihres Wesens. Gleichzeitig gelten einige Rassen als „gefährlicher“ als andere und sind im Verruf, aggressiv zu sein. Solche Rassen werden oft als „Kampfhunde“ bezeichnet – zu Unrecht.

Ein „Kampfhund“ ist kein Listenhund

Der umgangssprachliche Begriff „Kampfhund“ ist vielen Menschen geläufig – meist versteht man darunter einen aggressiven, für Hundekämpfe oder sogar Angriffe auf Menschen abgerichteten Hund, der Zähne fletschend und laut bellend neben seinem Herrchen steht und kaum noch an der Leine gehalten werden kann.

Diese stark ausgeprägte, negative Konnotation geht zum Teil auf die Züchtung bestimmter Hunderassen für Hundekämpfe zurück, die bis ins 19. Jahrhundert hinein üblich war. In Arenen wurden zur Unterhaltung Hunde gegen andere Hunde, aber auch Wild- und Nutztiere wie Dachse und Bullen in den Kampf geschickt. Vor allem Bull-Terrier- und Pit-Bull-Terrier-Rassen gingen aus den Züchtungen für solche Kämpfe hervor. Tatsächlich gehörte es zu den Regularien für solche Kämpfe, dass die Hunde gegenüber Menschen nicht aggressiv sein durften, da sich Schiedsrichter im Ring befanden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Hundekämpfe in vielen europäischen Ländern verboten, doch die als Kampfhunde eingesetzten Rassen behielten ihren zweifelhaften Ruf.

Im gesetzlichen Kontext wird der Begriff „Kampfhund“ nur selten verwendet – mit Ausnahme der Hundegesetze von Bayern und Baden-Württemberg in keinem deutschen Bundesland. Auch im Bundesgesetz zur Hundeverbringung und Hundeeinfuhrbeschränkung wird von „gefährlichen Hunden“ statt von „Kampfhunden“ gesprochen. Umgangssprachlich nennt man Hunde solcher Rassen, die auf einer Rassenliste gefährlicher Hunde stehen, „Listenhunde“ . Dieser Begriff ist wertneutral und weniger mit der emotional sehr aufgeladenen Debatte um das Wesen von Hunden behaftet.

Für und Wider die Kategorisierung von Hunderassen

Die meisten europäischen und viele Staaten weltweit haben Rassenlisten festgelegt, welche Hunderassen beinhalten, die als überdurchschnittlich gefährlich gelten. Für diese Einteilung von Hunden anhand ihrer Rasse gibt es ebenso Verfechter wie für die konträre Position.

Pro Rassenlisten

Institutionen und Politiker, die sich für eine Fortführung der Rassenlisten aussprechen, argumentieren, dass bestimmte Hunderassen häufiger zubissen als andere, nicht zuletzt, weil sie seit Jahrhunderten als Kampfhund gezüchtet wurden. Hunde mit einem höheren Gefährdungsgrad könnten durch die Rassenlisten besser überwacht und deren Verbreitung eingedämmt werden. Durch strengere Vorschriften wie Leinen- und Maulkorbzwänge schütze man unbeteiligte Menschen vor Angriffen.

Vertreter der Pro-Rassenlisten-Position (mit verschiedenen Argumentationen) sind unter anderem die Länder-Regierungen und der Deutsche Kinderschutzbund.

Contra Rassenlisten

Die Gegner der Rassenlisten argumentieren, die Gefährlichkeit eines Hundes könne man nicht anhand seiner Rasse festlegen, da es keine genetische Veranlagung zu Angriffen auf Menschen gäbe und die Erziehung und Sozialisierung eines Hundes einen wesentlich größeren Einfluss auf sein Verhalten habe. Zudem seien die Beißstatistiken aufgrund ihrer geringen Fallzahlen wenig aussagekräftig und unterstützen sogar die Contra-Position, da sie in einigen Bundesländern zeigten, dass Hunde, die als „ungefährlich“ eingestuft wurden, häufiger zubissen als Listenhunde.

Vertreter der Contra-Rassenlisten-Position (mit verschiedenen Argumentationen) sind unter anderem die Bundestierärztekammer, der Deutsche Tierschutzbund und der Verband für das Deutsche Hundewesen.

Haltung von „Kampfhunden“ in Deutschland: Gesetzliche Vorschriften des Bundes

Bundesweit regelt in Deutschland das Hundeverbringungs- und Hundeeinfuhrbeschränkungsgesetz (Gesetzestext hier ansehen) den Umgang mit diesen Hunderassen:

  • Pitbull-Terrier
  • American Staffordshire Terrier (Rasseportrait)
  • Staffordshire-Bullterrier
  • Bullterrier sowie
  • Mischlinge mit diesen Rassen.

Hunde dieser Rassen dürfen mit wenigen Ausnahmen nicht nach Deutschland importiert werden. Hiervon ausgeschlossen sind Dienst-, Blinden-, Behindertenbegleit- und Rettungshunde dieser Rassen. Bei einem Verstoß gegen das Gesetz drohen Geld- oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Autorisierte, in Deutschland ansässige Züchter dürfen unter strengen Auflagen Hunde dieser Rassen züchten und verkaufen.

Die Hunderassen, die im Hundeverbringungs- und Hundeeinfuhrbeschränkungsgesetz genannt werden, stehen in fast jedem Bundesland auf der Rassenliste.

Listenhunde: Gesetzliche Vorschriften der Länder

Jedes Bundesland hat eigene gesetzliche Regelungen zu Listenhunden, die stark variieren. Während die Halter von Listenhunden in Mecklenburg-Vorpommern besonders strenge Richtlinien zu beachten haben (z.B. ihr Grundstück mit einem Hinweisschild zu kennzeichnen, ihren Hund in der Öffentlichkeit stets an einer maximal zwei Meter langen Leine zu führen und einen Maulkorb anzulegen u. v. m.) und bei einem Verstoß bis zu 5.000 Euro Bußgeld zahlen müssen, wird in Berlin über einen „Hundeführerschein“ für Listenhunde diskutiert und es besteht neben Leinen- und Maulkorbzwang eine Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung. In einigen Bundesländern müssen für Listenhunde weitaus höhere Steuern gezahlt werden, es gibt Sachkundeprüfungen und Wesenstests, die Pflicht zur Unfruchtbarmachung und Kategorisierungen anhand der geschätzten Gefährlichkeit einer Hunderasse.

Dies sind die Rassenlisten der Länder

Bundesland
Hunderassen auf der Rassenliste
Pflicht zur Hundehaftpflicht?
Baden-Württemberg
American Pitbull Terrier*

American Staffordshire Terrier*

Bullmastiff*
Bullterrier*

Dogo Argentino*

Dogue de Bordeaux*
Fila Brasileiro* 
Mastiff*
Mastin Espanol*

Mastino Napoletano*
Staffordshire Bullterrier*
Tosa Inu*
Ja (alle Listenhunde)
Bayern
Alano*
American Bulldog*

American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bandog 
Bullmastiff*
Bullterrier*

Cane Corso/Cane Corso Italiano*
Dogo Argentino*

Dogue de Bordeaux*

Fila Brasileiro*

Mastiff*

Mastin Espanol*

Mastino Napoletano*
Perro de Presa Canario/Dogo Canario*
Perro de Presa Mallorquin*

Rottweiler*
Staffordshire Bullterrier
Tosa Inu
Ja (alle Listenhunde)
Berlin
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullmastiff

Bullterrier

Dogo Argentino

Fila Brasileiro
Mastiff
Mastin Espanol

Mastino Napoletano

Tosa Inu
Ja (alle Hunderassen)
Brandenburg
Alano*
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier
Bullmastiff*
Bullterrier
Cane Corso/Cane Corso Italiano*
Dobermann*
Dogo Argentino*
Dogue de Bordeaux*
Fila Brasileiro*
Mastiff*
Mastín Español*
Mastino Napoletano*
Perro de Presa Canario/Dogo Canario*
Perro de Presa Mallorquin*
Rottweiler*
Staffordshire Bullterrier
Tosa Inu
Ja (alle Listenhunde)
Bremen
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier
Bullterrier
Staffordshire Bullterrier
Ja (alle Listenhunde)
Hamburg
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullmastiff*
Bullterrier
Dogo Argentino*
Dogue de Bordeaux*
Fila Brasileiro*
Kangal*
Kaukasischer Owtscharka*
Mastiff*
Mastín Español*
Mastino Napoletano*
Rottweiler*
Staffordshire Bullterrier
Tosa Inu*
Ja (alle Hunderassen)
Hessen
American Bulldog

American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullterrier 
Dogo Argentino
Fila Brasileiro
Kangal
Kaukasischer Owtscharka
Rottweiler

Staffordshire Bullterrier
Ja (alle Listenhunde)
Mecklenburg-Vorpommern
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullterrier

Staffordshire Bullterrier
Nein
Niedersachsen
keine
Ja (alle Hunderassen)
Nordrhein-Westfalen
Alano*
American Bulldog*
(American) Pitbull Terrier
American Staffordshire Terrier
Bullmastiff*
Bullterrier*

Dogo Argentino*
Fila Brasileiro*
Mastiff*
Mastín Español*
Mastino Napoletano*
Rottweiler*
Staffordshire Bullterrier 
Tosa Inu*
Ja (alle gefährlichen Hunde)
Rheinland-Pfalz
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Staffordshire Bullterrier
Ja (alle Listenhunde)
Saarland
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Staffordshire Bullterrier
Ja (alle Listenhunde)
Sachsen
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullterrier
Ja (alle Listenhunde)
Sachsen-Anhalt
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullterrier

Staffordshire Bullterrier
Ja (alle Listenhunde)
Schleswig-Holstein
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullterrier

Staffordshire Bullterrier
Ja (alle Listenhunde)
Thüringen
American Pitbull Terrier

American Staffordshire Terrier

Bullterrier

Staffordshire Bullterrier
Ja (alle Hunderassen)
* Für Hunde dieser Rassen kann in diesen Bundesländern die Gefährlichkeit durch einen Wesenstest widerlegt werden. Informationen zum Wesenstest in den Bundesländern bietet dieses PDF des Deutschen Tierschutzbundes.

Hundehaftpflicht für Listenhunde

In fast allen deutschen Bundesländern gibt es eine Pflicht zur Hundehaftpflicht – entweder für alle Hunde oder für alle Listenhunde. Allerdings sträuben sich viele Versicherer, Listenhunde zu versichern, weil sie von einem höheren Gefährdungspotential ausgehen. Zudem müssen Sie als Halter von Listenhunden mit höheren Beiträgen rechnen. Doch auch mit einem Listenhund finden Sie bei uns eine passende Hundehaftpflicht, die Sie optimal absichert! Geben Sie dazu einfach in unserem Hundehaftpflicht-Vergleich die Rasse Ihres Hundes an und Sie finden eine Liste aller Versicherer mit Deckungssummen, Laufzeiten und Beitragshöhe.

Todesfälle durch Hundebisse und -stöße in Deutschland von 1998 bis 2007

Bundesland
Anzahl Todesfälle (1998-2007)
Alle Bundesländer
39
Baden-Württemberg
5
Bayern
3
Berlin
keine
Brandenburg
3
Bremen
keine
Hamburg
1
Hessen
5
Mecklenburg-Vorpommern
5
Niedersachsen
5
Nordrhein-Westfalen
3
Rheinland-Pfalz
2
Saarland
keine
Sachsen
2
Sachsen-Anhalt
4
Schleswig-Holstein
keine
Thüringen
1

Schäferhund und Dackel gefährlicher als Listenhunde

Die Argumentation, dass die als „Kampfhunde“ aufgeführten Hunderassen laut Beißstatistik nicht gefährlicher sind, als andere Rassen, belegt beispielsweise die Beißstatistik Brandenburgs aus dem Jahr 2013.

Laut des Innenministeriums wurden im Jahr 2013 insgesamt 292 Menschen in Brandenburg gebissen, davon 41 von Deutschen Schäferhunden, 19 von Labrador Retrievern und 11 von Dackeln. Mischlinge, deren Rassen nicht mit Sicherheit bestimmbar waren, bissen 48 Mal zu. Dennoch hat Brandenburg mit 13 Rassen eine der umfangreichsten Rassenlisten Deutschlands.

Quelle: berlin.de

Auch in Berlin spricht die Beißstatistik nicht für eine höhere Gefährlichkeit von Listenhunden: Von insgesamt 620 Bissvorfällen in Berlin im Jahr 2013 wurden insgesamt 35 von den vier Listenhunderassen und ihren Mischlingen verursacht – der Deutsche Schäferhund allein biss 70 Mal zu, Mischlinge aus „ungefährlichen“ Rassen 189 Mal.

Bissvorfälle Berliner Listenhunde 2013

Pit Bull Terrier
9
American Staffordshire Terrier
16
Bull Terrier
1
Dogo Argentino
1
Mischlinge aus „gefährlichen“ Hunderassen
8
Auch in Berlin spricht die Beißstatistik nicht für eine höhere Gefährlichkeit von Listenhunden: Von insgesamt 620 Bissvorfällen in Berlin im Jahr 2013 wurden insgesamt 35 von den vier Listenhunderassen und ihren Mischlingen verursacht – der Deutsche Schäferhund allein biss 70 Mal zu, Mischlinge aus „ungefährlichen“ Rassen 189 Mal.

Quelle: berlin.de

Listenhunde in Österreich und der Schweiz

Nicht nur Deutschland führt eine Rassenliste. Auch in Österreich und der Schweiz sind bestimmte Hunderassen als potentiell gefährlich gelistet und unterliegen daher strengeren Regelungen für ihre Haltung.

Listenhunde in Österreich: „Hundeführerschein“
und Sachkundenachweise

In Österreich haben drei von neun Bundesländern eine Rassenliste: Wien, Vorarlberg und Niederösterreich. In den übrigen Bundesländern gibt es teils Regelungen auf Gemeinde-Ebene. Eine gemeinsame Rassenliste für ganz Österreich existiert nicht.

„Hundeführerschein“ in Wien

In Wien ist der „Hundeführerschein“ seit 2011 für die Halter von Listenhunden verpflichtend. Um ihn abzulegen, muss der Halter mindestens 16 Jahre alt sein und darf keine einschlägigen Vorstrafen haben. Der Hund muss mindestens 6 Monate alt sein, einen Chip tragen und muss mit einer Deckungssumme von mindestens 725.000 Euro haftpflichtversichert sein.

Auf der Rassenliste stehen in Wien: Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Mastino Napoletano, Mastin Espanol, Fila Brasileiro, Mastiff, Bullmastiff, Tosa Inu, Pitbullterrier, Rottweiler und Dogo Argentino sowie Mischlinge mit diesen Rassen.

Weitere Informationen zum Hundeführerschein in Wien

Bewilligungspflicht in Vorarlberg

Die Haltung eines Listenhundes, der älter als 12 Wochen ist, muss in Vorarlberg bewilligt werden.

Auf der Vorarlberger Rassenliste stehen derzeit: Bullterrier, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Mastino Napoletano, Mastin Espanol, Fila Brasileiro, Argentinischer Mastiff, Mastiff, Bullmastiff, Tosa Inu, Bordeaux Dogge, Dogo Argentino und Ridgeback sowie der Kreuzungen Bandog und Pitbullterrier sowie Mischlinge mit diesen Rassen.

Weitere Informationen zur Haltung von Listenhunden in Vorarlberg

Sachkundenachweis in Niederösterreich

In Niederösterreich dürfen nicht mehr als zwei Listenhunde in einem Haushalt leben, außerdem besteht generell eine Leinen- und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit. Listenhunde müssen mit Deckungssummen von 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden haftpflichtversichert sein. Der Halter eines Listenhundes muss dies beim zuständigen Bürgermeister anzeigen und dabei den Nachweis über die Haftpflichtversicherung und den Sachkundenachweis erbringen.

In Niederösterreich stehen die folgenden Hunderassen auf der Rassenliste: Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Dogo Argentino, Pit-Bull, Bandog, Rottweiler und Tosa Inu sowie Mischlinge mit diesen Rassen.

Weitere Informationen zur Hundehaltung in Niederösterreich

Kursus für alle Hundehalter in Oberösterreich

Eine besondere Regelung liegt in Oberösterreich vor: Hier müssen alle Hundehalter, unabhängig von der Rasse ihres Hundes, einen zweistündigen Kursus absolvieren, also einen „Hundeführerschein“ ablegen.

Listenhunde in der Schweiz: Bundesweite Pflicht zum „Hundeführerschein“

Die Schweiz schreibt für alle Hundehalter einen „Hundeführerschein“ vor, der aus einem vierstündigen, theoretischen Kursus und einem praktischen Training mit mindestens vier Stunden Länge besteht. Der theoretische Teil kann auch online abgelegt werden. Eine allgemeine Rassenliste gibt es nicht, jedoch haben einige Kantone eine eigene Liste potentiell gefährlicher Hunde.

Informationen zum „Hundeführerschein“ in der Schweiz

Rassenlisten in der Schweiz

Insgesamt haben 13 von 26 Schweizer Kantonen eine Rassenliste: Baselland, Basel-Stadt, Freiburg, Genf, Glarus, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis und Zürich. Auf diesen Rassenlisten stehen zwischen drei (Kanton Waadt) und 30 (Kanton Tessin) Rassen. Hinzu kommen generelle Haltungsverbote für verschiedene Hunderassen in Freiburg, Wallis, Zürich und Genf.

Hundehaftpflicht in Österreich und der Schweiz

In einigen Bundesländern Österreichs und Kantonen der Schweiz ist eine Hundehaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben, beispielsweise in Wien und Niederösterreich. Daher ist eine Hundehaftpflichtversicherung auch in Österreich und der Schweiz sehr sinnvoll. Viele Versicherer sind im gesamten deutschsprachigen Raum aktiv und bieten auch dort die passende Unterstützung für Ihren Liebling und Sie. In unserem Hundehaftpflicht-Vergleich finden Sie bestimmt die passende Versicherung!