Warum eine Hundehaftpflicht? – 5 wirklich gute Gründe

Kleinere und große Unfälle geschehen oft leichter, als Sie vielleicht denken. Stellen Sie sich vor, Sie gehen an einem sonnigen Tag mit Ihrem Hund im Park spazieren und lassen ihn das Stöckchen holen. Sie werfen es, Ihr Liebling rennt los – und übersieht in seiner spielerischen Freude einen Radfahrer, der gerade seinen Weg queren wollte. Der Radfahrer erschreckt, stürzt und verstaucht sich den linken Arm. Solche Unfälle können leicht passieren, selbst, wenn Sie Ihren Hund immer sorgfältig beaufsichtigen, ihn nur in erlaubten Gebieten frei laufen lassen und achtsam beim Spielen sind.

Auch, wenn der Großteil der Unfälle, an denen Hunde beteiligt sind, glimpflich endet und es nicht zu schweren Verletzungen kommt, können die Folgekosten hoch sein. Der gestürzte Fahrradfahrer müsste beispielsweise ins Krankenhaus gebracht werden, um seinen Arm untersuchen zu lassen, er würde geröntgt und einige Wochen lang von einem Physiotherapeuten betreut werden. Hinzu kämen die Schäden an der Kleidung und am Rad. Hat der betroffene Fahrradfahrer zudem Verdienstausfälle durch den Unfall, kann die Gesamt-Schadenssumme schnell auf einige Tausend Euro ansteigen. Außerdem könnte der Radfahrer eine Klage gegen Sie anstreben, wodurch zusätzlich einige Tausend Euro Anwalts- und Prozesskosten anfielen.

Im Normalfall müssen Sie all diese Kosten selbst tragen, da Sie mit Ihrem Privatvermögen für alle Schäden haften, die Ihr Liebling verursacht. Eine Hundehaftpflicht steht Ihnen in solchen Fällen zur Seite und tritt für Sie ein, um die Schadensersatzansprüche zu decken. So müssen Sie diese nicht aus Ihrer eigenen Tasche bezahlen.

Die monatlichen Kosten für eine Hundehaftpflicht sind dabei vergleichsweise gering: Die günstigsten Tarife beginnen bereits ab 3 Euro pro Monat und bieten meist Deckungssummen von mehreren Millionen Euro, so dass Sie selbst bei Unfällen mit hohen, langfristigen Folgekosten auf der sicheren Seite sind.

1. Grund: Günstige Tarife und hohe Deckungssummen für Schäden

Die Hundehaftpflicht gehört aus guten Gründen zu den wichtigsten Versicherungen für Hundehalter! Sie springt ein, wenn Ihr Hund einen Sach-, Personen- oder Vermögensschaden verursacht und übernimmt die Schadensersatzansprüche. Im Vergleich zu vielen anderen Versicherungen ist sie günstig und garantiert oft Deckungssummen von fünf bis zehn Millionen Euro.

Für Sie als Hundehalter ist der Vorteil klar: Sie sind vor hohen Kosten geschützt, die auch durch kleinere Unfälle entstehen können. Gleichzeitig ist eine Hundehaftpflicht eine Absicherung für unbeteiligte Personen, die durch Ihren Hund einen Schaden nehmen – denn sie können sich sicher sein, dass die Hundehaftpflicht ihre Schadensersatzansprüche begleicht und sie nicht den umständlichen, langen Weg über ein Gericht gehen müssen. Dieser soziale Ansatz ist auch der Grund dafür, dass die meisten deutschen Bundesländer bereits eine Pflicht zur Hundehaftpflicht eingeführt haben.

2. Grund: Alltägliche Sachschäden werden übernommen

Sachschäden werden den Hundehaftpflichtversicherungen am häufigsten gemeldet, denn sie können schon durch ungünstige Zufälle oder die kleinsten, unachtsamen Momente entstehen. Gerade deshalb ist eine Hundehaftpflicht für solche Fälle ideal: Denn viele, kleine Schäden wie zerbissene Schuhe und zerbrochene Vasen ergeben über einige Jahre hinweg auch nennenswerte Summen, auf welchen Sie ohne Hundehaftpflicht selbst sitzen bleiben. Nicht zuletzt vermeidet die schnelle Regulierung eines Schadens auch Streitigkeiten mit Freunden und Bekannten, die Sie zwar gern einladen, aber nicht begeistert darüber sind, wenn Ihr kleiner Liebling das geerbte Teeservice in einen Scherbenhaufen verwandelt.

Ein Beispiel: Sie sind mit Ihrem Liebling zu Besuch bei Freunden. Kaum betreten Sie die Wohnung, springt Ihr Vierbeiner Ihre Freunde freudig an und wedelt dabei so aufgeregt mit dem Schwanz, dass er die teure Vase vom Beistelltisch wirft. Diesen Schaden übernimmt in der Regel die Hundehaftpflicht – selbst, wenn es sich um eine antike Vase aus der Renaissance handeln sollte. Zerbeißt Ihr Hund auch noch die Echtlederschuhe Ihres guten Freundes, während dieser mit Ihnen über die Vase diskutiert, ist dies ebenso ein Fall für die Hundehaftpflichtversicherung.

Auch im öffentlichen Raum entstandene Sachschäden sind häufig in der Hundehaftpflicht mitversichert. Spazieren Sie beispielsweise mit Ihrem Hund am Hundestrand entlang, an dem keine Leinenpflicht herrscht, und Ihr Hund stößt beim Stöckchen holen versehentlich einen Fußgänger um, so zahlt die Hundehaftpflicht für gewöhnlich sowohl dessen Digitalkamera, die dabei ins Wasser fällt, als auch seine verschmutzte Kleidung und die verlorene Sonnenbrille.

Wesentlich höhere Kosten entstehen bei Autounfällen, die unter Beteiligung eines Hundes verursacht werden. Reißt sich Ihr Hund von der Leine, weil er auf der anderen Straßenseite einen Rivalen entdeckt und unversehens zu ihm rennt, muss womöglich ein Autofahrer Ihrem Hund ausweichen und kollidiert mit einem parkenden Auto. Sie sind in diesem Fall für die Schäden an beiden Fahrzeugen haftbar.

Selbst, wenn Sie mit Ihrem angeleinten Hund in der Stadt Gassi gehen und dieser mit seinen schmutzigen Pfoten einen Passanten anspringt, hat der Passant in bestimmten Fällen das Recht auf Schadensersatzfür seine verschmutzte Kleidung. Diese Kosten müssten Sie selbst begleichen – eine Hundehaftpflicht springt auch hier für Sie ein.

Ein Sachschaden liegt rechtlich auch dann vor, wenn Ihr Hund beim Spielen versehentlich einen Artgenossen verletzt, denn Tiere werden in der Rechtsprechung wie Gegenstände behandelt. Übertreibt Ihr Liebling es beim Toben im Hundepark und verletzt einen anderen Hund, deckt die Hundehaftpflichtversicherung die Tierarztkosten und Schadensersatzansprüche in der Regel und behandelt den Fall wie einen gewöhnlichen Sachschaden.

Wie Sie sehen, können im Laufe eines Hundelebens viele kleine Schäden zusammen kommen, die insgesamt eine beträchtliche Summe bilden. Da viele Hundehaftpflicht-Tarife bereits für wenige Euro pro Monat erhältlich sind, lohnt sich diese Investition oft schon allein für diese kleinen Missgeschicke und Unfälle.

3. Grund: Bei Personenschäden drohen enorme Kosten

Nur ein winziger Prozentsatz aller Hunde in Deutschland ist tatsächlich eine Bedrohung für Menschen – selbst Hunde, die als Kampfhunde eingestuft sind, verhalten sich meist friedlich und werden oft nur durch überforderte Halter eine Gefahr. Dennoch sind Personenschäden, die durch Hunde verursacht werden, ein wichtiger Bestandteil jeder Hundehaftpflicht – allein aufgrund der Tatsache, dass Tiere niemals vollends berechenbar sind und selbst bei sorgfältiger Beaufsichtigung unerwartet reagieren können. Zwar sind Personenschäden durch Hunde statistisch eher selten, doch wenn sie vorkommen, sind die damit verbundenen Kosten ungleich höher als bei Sachschäden.

Ein tatsächlich häufig vorkommendes Szenario ist beispielsweise ein Unfall mit einem Passanten im Park: Sie sind mit Ihrem Hund unterwegs und lassen ihn frei laufen, weil es in diesem Gebiet erlaubt ist. Sie werfen einen Ball, Ihr Liebling jagt hinterher – und läuft einem Jungen auf seinem Skateboard in den Weg, der sich erschreckt, ausweicht, dabei stürzt und einen Fußgänger mit sich reißt. Der Junge trägt einige Kratzer davon, der Fußgänger verstaucht sich den Knöchel. Für die Arzt- und Krankenhauskosten, spätere Behandlungen und Reha-Maßnahmen, die Sachschäden (wie ein zerstörtes Skateboard) sowie Schadensersatzansprüche sind Sie in vollem Umfang mit Ihrem Privatvermögen haftbar – solche Kosten belaufen sich schnell auf einen fünf- bis sechsstelligen Betrag. Ist der Fußgänger zudem aufgrund dieses Unfalls für einige Zeit arbeitsunfähig, haften Sie auch für seinen Verdienstausfall, also für seinen Vermögensschaden. Und falls die verletzten Passanten eine Klage anstreben, kommen Anwalts- und Prozesskosten hinzu. Eine Hundehaftpflicht springt in der Regel in solchen Fällen ein und schützt Sie somit vor horrenden Kosten, die sich über Jahre erstrecken können.

4. Grund: Soziale Absicherung für Unbeteiligte

Nicht nur für Sie als Hundehalter ist eine Hundehaftpflicht eine Absicherung, sondern auch für alle anderen: Denn falls Ihr Hund tatsächlich einmal einen Schaden verursachen sollte, kann sich die geschädigte Person sicher sein, dass ihr Schaden beglichen wird. Einerseits erlauben es nicht jedermanns Rücklagen, einige Tausend Euro Schadensersatz zu leisten, falls der kleine Liebling Unfug angestellt hat, andererseits enden weniger Streitfälle vor Gericht, wenn eine Versicherung den Schaden zügig reguliert. Nicht zuletzt sind Sie nicht nur Hundehalter, sondern könnten ebenso gut der Fahrradfahrer sein, der durch einen fremden Hund zu Fall gebracht wird!

5. Grund: Versicherungspflicht in 15 Bundesländern

Die eben erwähnte „Sicherungsfunktion“ für Hundehalter und Unbeteiligte war einer der Gründe dafür, dass immer mehr Bundesländer die Hundehaftpflicht als Pflicht-Versicherung für alle Hundebesitzer gesetzlich verankert haben. Hinzu kam, dass immer mehr Streitfälle vor Gericht landeten und das Rechtssystem belasteten.

So besteht in Hamburg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen eine allgemeine Hundehaftpflicht-Versicherungspflicht für alle Hunde, unabhängig von ihrer Rasse und Größe. In Bremen, Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Baden-Württemberg und Bayern müssen alle Hunde hundehaftpflichtversichert sein, die als Kampfhunde gelistet sind. Lediglich Mecklenburg-Vorpommern hat keine gesetzliche Pflicht – dafür allerdings eine sehr ausführliche Hundehalterverordnung, welche die Plichten von Hundehaltern genau regelt. Weitere Informationen zur Hundehaftpflicht in den verschiedenen Bundesländern finden Sie hier.

Es wird erwartet, dass weitere Bundesländer es Hamburg, Berlin und den drei anderen Ländern mit allgemeiner Hundehaftpflicht-Pflicht gleich tun werden. Daher ist es ratsam, vorzusorgen und seinen Hund schon jetzt zu versichern.