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Das hiesige Kabelnetz

Seit 1980 war es Aufgabe der Deutschen Bundespost die Straßen des Bundesgebiets mit Breitbandkabel zu versorgen, so dass auf diesem Weg Fernsehprogramme zu den Kunden nach Hause gelangen konnten. Die Deutsche Bundespost ist dieser Aufgabe eindeutig gerecht geworden, die im Laufe der Jahre von der Deutschen Telekom fortgeführt wurde.

Inzwischen ist die Telekom sozusagen raus aus diesem Geschäft, musste sie doch einen Großteil ihres Kabelnetzes an andere Konzerne verkaufen. Kabel Deutschland dominiert seither in 13 Bundesländern das Kabelfernsehgeschehen, während sich die verbliebenen drei Bundesländer vier andere Anbieter teilen.

Dem Kunden kann es im Grunde genommen egal sein, denn für ihn ist genauso wie im Stromsektor nicht verpflichtend, seinen Kabelfernsehvertrag beim örtlichen Netzbetreiber abzuschließen.

Daraus besteht das Kabelnetz in Deutschland

Wie schafft es das Kabelfernsehen, das TV-Programm vom Sender auf den heimischen Bildschirm zu bringen? Die Antwort auf diese Frage bringt ein technisch hoch ausgeklügeltes System, das seit seiner Entwicklung Milliarden verschlungen hat.

Den Startpunkt der Übertragung liefert der Sender, der sein Fernsehprogramm auf den Weg bringt. Nun liegt es an den Kabelnetzbetreibern, dieses Signal aufzufangen. Hierfür gibt es verschiedene Optionen. Großangelegte Satellitenparks, terrestrische Empfangswege oder Direktanschlüsse an den Sender machen die Signalaufnahme möglich. Eine zentrale Verteilstation, eine große Kabelkopfstelle, bringt die Signale nun auf den Weg.

Diesen legen sie in Breitbandkabeln zurück, die quer durch die Straßen Deutschlands verlegt sind. Mittlerweile sind die Kabelnetzbetreiber darauf bedacht, die veralteten Breitbandkabel der Deutschen Bundespost sowie der Telekom gegen modernere Versionen auszutauschen. Diese sind rückkanalfähig und können somit in beide Richtungen Daten transportieren. Dies ist wichtig um das Kabelnetzwerk auch für Telefonie sowie Internet zu nutzen.

Am Ende laufen alle Kabel abermals an einer Kabelkopfstelle zusammen. Sie bündelt die Daten und leitet somit die Stadt-, Gemeinde- oder Hausversorgung ein. Vorübergehende Endstation ist der Hausübergabepunkt, an dem die diffuse Kabelversorgung nun zielgerichtet zu einem Haus abzweigt. Zwischengeschaltete Verstärker sorgen dafür, dass das Kabelsignal nicht an Stärke verliert und somit ein rauschfreies und störungsarmes Fernsehbild liefert.

Hauskabel sowie das entsprechende Empfangsgerät machen den Übertragungsweg des TV-Signals über Kabelfernsehen perfekt.

Einteilung in Netzebenen

Insgesamt ist das Kabelfernsehnetz sehr umfangreich und besteht aus derart vielen Komponenten, dass es als notwendig angesehen wurde, mehrere Netzebenen im Kabelfernsehen zu unterscheiden, die auch in ihrer Zuständigkeit variieren. Aktuell werden vier verschiedene Netzebenen definiert:

  • Netzebene 1: Übertragung vom TV-Studio zum Kabelfernsehen-Zentralverteiler. Hier liegt die Zuständigkeit beim Sender.
  • Netzebene 2: Kabelkopfstellen. Sie fangen die TV-Signale auf und speisen sie in das örtliche Kabelnetz ein. Von dort aus senden die Kabelnetzbetreiber die vom Sender eingefangenen TV-Signale aus. Zuständig sind somit die Kabelnetzbetreiber.
  • Netzebene 3: Verteilerkabelnetz. Die von den Kabelkopfstellen übernommenen Programmdaten werden in das Kabelnetz eingespeist und von dort durch die Straßen transportiert.
  • Netzebene 4: Hausübergabepunkte. Von dort aus gelangen die Bild- und Tonsignale zu den einzelnen Haushalten. Zuständig ist übergeordnet der örtliche Kabelnetzbetreiber, allerdings kann entsprechend der Kundenwünsche der Versorger ein anderer sein.