Die PKV im Überblick

Die private Krankenversicherung ist heute Jedermann ein Begriff. Sie gilt als Pendant zur gesetzlichen Krankenversicherung und steht nur bestimmten Personengruppen zur Verfügung. Dazu zählen:

  • Selbstständige und Freiberufler,
  • Beamte,
  • Studenten und
  • Angestellte, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze (52.200 Euro / Jahr) überschreitet.

Individueller Krankenschutz

Die PKV zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen individuellen Krankheitskostenschutz bietet. Dieser lässt sich also auf die persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen der Versicherten zuschneiden. Dadurch lassen sich viele zusätzliche Leistungen absichern, die in der GKV beispielsweise nicht übernommen werden. Allerdings bedeutet jeder zusätzliche Versicherungsbaustein auch zusätzliche Kosten für den Versicherten.

Die private Krankenversicherung kann dabei als private Krankenvollversicherung und Krankenzusatzversicherung abgeschlossen werden. Letztere steht genauso gesetzlich Pflichtversicherten zur Verfügung. Sie bietet lediglich eine zusätzliche Absicherung. Häufig werden hier Krankenzusatzversicherungen für

  • Auslandsreisen,
  • Heilpraktikerleistungen,
  • Brillen und Sehhilfen,
  • Krankenhausaufenthalte oder
  • Zahnersatz

abgeschlossen.

Aufnahmebedingungen in der PKV

Egal, ob Krankenvoll- oder –zusatzversicherung, es gibt bestimmte Aufnahmebedingungen, die erfüllt werden müssen. So ist es beispielsweise erforderlich, dass eine Gesundheitsprüfung durchgeführt wird. Personen mit schweren Vorerkrankungen können abgelehnt werden. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, Leistungsausschlüsse oder auch Risikozuschläge zu vereinbaren.

Grund dafür ist, dass die PKV nicht auf dem Prinzip der Solidargemeinschaft agiert. Stattdessen zahlt jeder nur für seine eigenen Gesundheitsleistungen. Dadurch müssen kranke Personen höhere Beiträge zahlen, als gesunde. Gleiches gilt für ältere Versicherte, da bei ihnen Erkrankungen häufiger auftreten. Anhand dieser Gesundheitsprüfungen werden auch die Beiträge berechnet. Dadurch bleiben sie unabhängig vom Einkommen, was bei sehr hohen Einkommen zu deutlichen Einsparungen führen kann.

Wechsel kaum möglich

Ein Wechsel zurück von der PKV in die GKV ist hingegen kaum möglich. Wer sich also für die private Krankenvollversicherung entscheidet, bindet sich an diese Entscheidung in aller Regel ein Leben lang. Wann ein Wechsel möglich ist, haben wir in einem gesonderten Artikel aufgeführt. Weiterhin erfahren Sie hier einige Hintergründe zu den Leistungen, den Arten, den Zielgruppen, den Beitragsberechnungsverfahren und Tarifen, sowie natürlich den bekannten Anbietern der PKV.

Die private Krankenvollversicherung im Überblick

Die private Krankenvollversicherung ist der bekannteste Vertreter in der PKV, wenngleich sie auch nur für einen Bruchteil der Bevölkerung überhaupt in Frage kommt. Entweder müssen hohe Einkommen erzielt werden (Stichwort Beitragsbemessungsgrenze) oder es muss eine selbstständige Tätigkeit vorliegen, damit man in den Genuss der privaten Krankenversicherung kommt. Und das Wort Genuss wurde hier mit Bedacht gewählt, denn in der Bevölkerung halten sich folgende Behauptungen über die private Krankenvollversicherung hartnäckig:

  • PKV bietet extrem günstige Beiträge.
  • PKV bietet eine bevorzugte Behandlung beim Arzt.
  • PKV bietet wesentlich bessere Leistungen als GKV.

Dass es sich bei diesen Aussagen aber nur um Halbwahrheiten handelt, wissen die wenigsten. Die Beiträge sind durchaus günstig, allerdings nur in jungen Jahren. Mit zunehmendem Alter und vermehrtem Auftreten von Erkrankungen steigen sie deutlich an. Günstige Beiträge werden in der privaten Krankenvollversicherung oft auch durch hohe Selbstbeteiligungen erreicht. Die bevorzugte Behandlung beim Arzt ist nicht von der Hand zu weisen, aber genauso den extrem niedrigen Vergütungen, die für Kassenpatienten gezahlt werden, geschuldet. Dass der Leistungsumfang höher ist, stimmt pauschal nicht. Hier ist jeder Versicherte selbst dafür verantwortlich, welche Leistungen er mit einschließt.

Wofür kommt die private Krankenvollversicherung auf?

Die private Krankenvollversicherung kommt im Grunde genommen für die gleichen Leistungen auf, wie die gesetzliche Krankenversicherung. Allerdings gibt es einige Besonderheiten:

  • Selbstbehalte schreiben vor, dass ein bestimmter Betrag für die Erkrankung pro Jahr aus eigener Tasche gezahlt werden muss.
  • Zahnbehandlungen werden fast immer von diesem Selbstbehalt ausgeschlossen.
  • Beim Zahnersatz kann man wählen, wie hoch die Erstattung ausfallen soll (z. B. 50 %, 85 %, 100 %).
  • Klinikaufenthalte können ebenfalls vom Selbstbehalt ausgeschlossen werden.
  • Es gelten Wartezeiten für die Inanspruchnahme von Leistungen für eine Brille, Zahnersatz und Co.
  • Eine Aufnahme ist mit entsprechend starken Vorerkrankungen nicht bzw. nur gegen Zahlung eines Risikoaufschlags möglich.
  • Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge dramatisch an.
  • Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur in wenigen Ausnahmefällen möglich.
  • Viele Bausteine müssen einzeln zusammengestellt werden, was ohne fachkundige Beratung nicht möglich ist. Diese ist schwer zu finden, da an einer privaten Krankenvollversicherung hohe Provisionen für den Vermittler hängen und dieser mitunter die Versicherung empfiehlt, die ihm die höchste Provision bringt.
  • Die Vergleichbarkeit aufgrund der zahllosen Bausteine, die individuell kombiniert werden können, ist kaum gewährleistet.

Nachteile der privaten Krankenversicherung

Obgleich die private Krankenversicherung vielfältige Vorteile mit sich bringt, birgt sie auch einige Risiken in sich. Die wichtigsten Nachteile sollen deshalb im Folgenden näher erläutert werden:

  1. Leistungsausschlüsse / Risikozuschläge
  2. Beitragszahlung auch bei finanziell schwierigen Situationen
  3. Vorfinanzierung der Kosten
  4. Spezielle Kosten werden alleine vom Versicherten getragen
  5. Wartezeiten
  6. Familienversicherung nicht möglich

Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge in der PKV

Das erste große Manko der PKV besteht in den Leistungsausschlüssen und Risikozuschlägen. Sie entstehen, wenn Vorerkrankungen bestehen. Bei einigen dieser Erkrankungen gibt es nur die Möglichkeit, keinen Versicherungsschutz zu erhalten oder aber die Leistungen, die im Zusammenhang mit der Vorerkrankung bestehen auszuschließen. Das kann im Fall der Fälle, etwa wenn eine OP nötig wird, sehr teuer werden und den finanziellen Rahmen bei weitem übersteigen.

Deshalb ist die günstigere Variante, Risikozuschläge zu vereinbaren. Das macht aber nicht jede Kasse gleichermaßen mit, so dass hier genau überlegt werden sollte, ob sich der Vertragsabschluss mit Leistungsausschlüssen lohnt.

Beitragszahlung auch bei finanziell schwierigen Situationen

Erzielt der privat Versicherte kein Einkommen, zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung, dann müssen die Beiträge zur PKV trotzdem gezahlt werden. Diese reduzieren sich durch die Erkrankung auch nicht. Insbesondere bei Selbstständigen ist das schwierig, da sie ebenfalls nicht vorübergehend mit einer Lohnfortzahlung rechnen können.

Zudem sind genauso junge Mütter, die sich im Mutterschutz oder Erziehungsurlaub befinden, nicht von vergünstigten Beiträgen betroffen. Trotz der deutlich gesunkenen Einnahmen müssen sie auch weiterhin die vollen Beiträge aufbringen.

Vorfinanzierung der Kosten

Ein weiteres Problem bei der privaten Krankenversicherung liegt darin, dass alle erbrachten Leistungen direkt mit dem Versicherten abgerechnet werden. Er bekommt vom Arzt also die Rechnung zugeschickt und muss diese zunächst aus eigener Tasche bezahlen. Danach wird die Rechnung bei der Kasse eingereicht und bis diese den Betrag erstattet, kann ein gewisser Zeitraum vergehen. In dieser Zeit fehlt das Geld. Das ist insbesondere dann schlimm, wenn man ohnehin krank ist und ein geschmälertes Einkommen aufweist.

Spezielle Kosten sind alleine vom Versicherten zu tragen

An bestimmten Kosten beteiligt sich die PKV überhaupt nicht. Dazu gehören etwa Krankenrücktransporte aus dem Ausland, wenn eine Erkrankung im Urlaub oder auf einer dienstlichen Auslandsreise aufgetreten ist. Da diese Transporte nicht nur mit dem Krankenwagen, sondern mitunter auch mit dem Hubschrauber stattfinden, kommen hier sehr hohe Kosten zum Tragen, die keinesfalls außer Acht gelassen werden sollten.

Wartezeiten

Ein anderes Problem sind die Wartezeiten, die in der PKV zu erfüllen sind. Regelmäßig betragen diese sechs Monate. In dieser Zeit ist man zwar versichert, erhält aber noch keine Leistungen. Bei zahnärztlichen Leistungen sind die Wartezeiten sogar oftmals noch länger. Hier wird staffelweise gezahlt, z. B.

  • nach 6 Monaten 20 %
  • nach 12 Monaten 40 %
  • nach 24 Monaten 60 % usw.

Bis die volle Leistung erreicht ist, kann es so mehrere Jahre dauern und in dieser Zeit muss ein großer Teil der Behandlungskosten selbst getragen werden.

Familienversicherung nicht möglich

Wer zudem noch Nachwuchs hat, sollte bedenken, dass in der PKV eine gratis Familienversicherung, wie man sie aus der GKV kennt, nicht möglich ist. Stattdessen muss für jedes Familienmitglied ein eigener Vertrag abgeschlossen werden und das kann schnell ins Geld gehen.

Die Anwartschaft in der PKV

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit der PKV immer wieder fällt, ist der der Anwartschaft oder Anwartschaftsversicherung. Was aber versteht man darunter genau? Im Grunde genommen handelt es sich bei der Anwartschaftsversicherung um eine ruhende Versicherung. Sie kommt unter bestimmten Umständen in Frage und kann ebenfalls einige Vorteile mit sich bringen.

Wann kann die Anwartschaft sinnvoll sein?

Wer in der PKV versichert ist, allerdings vorübergehend den Versicherungsschutz nicht benötigt, kann die Anwartschaft abschließen. Dies ist zum Beispiel sinnvoll, wenn

  • vorübergehend eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen wird und eine Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht nicht möglich ist,
  • man vorübergehend ins Ausland umzieht,
  • vorübergehend arbeitslos wird,
  • zeitlich begrenzt in eine wirtschaftliche Notlage gerät oder
  • zeitlich begrenzt Ansprüche auf Familienhilfe oder Heilfürsorge hat.

Nachdem diese Situation gemeistert ist, kann die Anwartschaft wieder in eine private Krankenvollversicherung umgewandelt werden.

Welche Vorteile bringt die Anwartschaftsversicherung?

Die Anwartschaftsversicherung birgt dabei viele Vorteile in sich. So werden beispielsweise

  • Alterungsrückstellungen weiter aufgebaut,
  • Gesundheitsprüfungen beim Wiedereintritt nicht erforderlich,
  • Wiedereintritt mit dem ursprünglichen Eintrittsalter ermöglicht,
  • Risikozuschläge für während der Anwartschaft aufgetretene Erkrankungen nicht erhoben und
  • Anrechnung der Anwartschaft auf die Wartezeiten ermöglicht.

Die Anwartschaftsversicherung kann übrigens auch von gesetzlich Versicherten genutzt werden, die in absehbarer Zeit in eine private Krankenversicherung wechseln wollen.

Arten der Anwartschaftsversicherung

Die Anwartschaftsversicherung lässt sich in zwei Varianten untergliedern:

  1. Große Anwartschaft
  2. Kleine Anwartschaft

Bei der großen Anwartschaft wird nicht nur der Gesundheitszustand eingefroren, sondern auch das Eintrittsalter. Die Kosten belaufen sich auf etwa 15 bis 25 Prozent des regulären Tarifbeitrags. Die kleine Anwartschaft friert den Gesundheitszustand ein. Beim Wiedereintritt in die PKV wird jedoch das dann aktuelle Alter als Eintrittsalter veranschlagt. Die Kosten dafür belaufen sich auf fünf bis zehn Prozent.

Beispiel
Ein 35 Jahre alter Selbstständiger ist in der PKV versichert. Der monatliche Beitrag seines Tarifs beträgt 235 Euro. Er bekommt die Möglichkeit, bei einem Kunden für sechs Monate fest angestellt zu arbeiten. Damit geht er einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. In die PKV ist er bereits mit 27 Jahren eingetreten. Er schließt

a) eine große Anwartschaft ab
b) eine kleine Anwartschaft ab.
a) Für die Anwartschaft werden 19 Prozent des Tarifbeitrags berechnet.
235,00 € * 19 % = 44,65 € monatlich
b) Für die Anwartschaft werden sieben Prozent des Tarifbeitrags berechnet.
235,00 € * 7 % = 16,45 € monatlich

Nach Beendigung der Tätigkeit wechselt der Selbstständige in den Ursprungstarif zurück. Die Beiträge haben sich im Fall a) nicht bzw. nur wenig erhöht. Eine Gesundheitsprüfung ist nicht nötig. Im Fall b) können die Beiträge deutlich gestiegen sein, da jetzt das neue Eintrittsalter von 35 Jahren zugrunde gelegt wird.

Die Geschichte der PKV

Wie ist die private Krankenversicherung eigentlich entstanden? Dafür muss ein Blick weit zurück in die Vergangenheit geworfen werden. Denn die Ursprünge der Krankenversicherung zeigten sich bereits im Mittelalter. Damals waren es die Handwerker, die Zünfte gründeten, in denen man sich um die Belange der Mitglieder kümmerte. Dafür zahlten die Mitglieder Beiträge ein, um damit kranke und in Not geratene Mitglieder zu unterstützen. Gleichermaßen wurden diese Beiträge bereits genutzt, um Sicherheit für das Alter zu schaffen.

Die gesetzlichen Krankenkassen entstanden

Mit der Zeit der Industriealisierung wurden auch gesetzliche Krankenkassen eingeführt. Dabei sind folgende Ereignisse besonders wichtig gewesen:

1845: Allgemeine Gewerbeverordnung zur Zulassung von Krankenkassen wurde von Preußen erlassen
1876: Einheitliche Regelung für das Hilfskassenwesen wurde geschaffen (anfangs nur für Kranken- und Begräbnisversorgung)
1883: Umsetzung sozialpolitischer Reformen, in denen die zu versichernden Personen genau benannt wurden

Damals wurden also Krankenkassen vorwiegend für die Arbeiter in den Fabriken eingerichtet. Träger waren unter anderem:

  • Ortsversicherungen
  • Innungsversicherungen
  • Gemeindeversicherungen
  • Knappschaftskrankenkassen
  • Hilfskrankenkassen

Dennoch waren längst nicht alle deutschen Bürger zur Krankenversicherung verpflichtet, weshalb etwa zeitgleich auch Einrichtungen auf privatwirtschaftlicher Basis entstanden, damit weitere Personengruppen Zutritt zur Krankenabsicherung erhielten.

Weitere Entwicklung der PKV

Nach 1883 waren es vor allem Beamte, Geistliche und Lehrer, die sich in der PKV absichern wollten. Für Beamte gab es lediglich in Berlin eine Kasse, dafür mussten die Beamten aber auch im Polizeipräsidium der Stadt arbeiten. Danach folgten zahlreiche Neuerungen:

  • 1901: Gründung des Aufsichtsamts für Privatversicherungen
  • 1934: Umsetzung des Gesetzes zum Aufbau der Sozialversicherungen; Ersatzkassen wurden zu gesetzlichen Krankenkassen; Arbeiter- und Angestelltenersatzkassen wurden getrennt; Personenkreis, der für eine Mitgliedschaft in der GKV in Frage kam, wurde neu festgesetzt; Zusammenbruch des Gesundheitssystems nach dem Zweiten Weltkrieg und Neuformierung der Versicherer
    • 1949: Gründung des bundesweiten Verbandes der privaten Versicherer
    • 1970: Gesetz beschlossen, welches die Gleichbehandlung von privaten und gesetzlichen Krankenkassen vorsah
    • 1989: Gesundheitsreformgesetz zur verstärkten Abgrenzung von gesetzlich und privat Versicherten
    • 1991: Einführung des Standardtarifs
    • 2009: Einführung des Basistarifs

PKV Beiträge steuerlich absetzen

Auch die Beiträge zur privaten Krankenvollversicherung lassen sich steuerlich absetzen. Und hier gibt es seit 2010 mit der Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes deutliche Verbesserungen. Mit diesem Gesetz wurde nämlich beschlossen, dass die KV-Beiträge für die GKV zu 100 Prozent steuerlich absetzbar sind. In der PKV sind die Beiträge steuerlich absetzbar, die der Basisversorgung, also der Versorgung durch die GKV, entsprechen. Insgesamt lassen sich auf diese Weise 80 bis 95 Prozent der PKV-Beiträge steuerlich absetzen. Dies liegt daran, dass hier meist mehr Leistungen geboten werden, als in der GKV.

Diese Leistungen sind von der steuerlichen Absetzbarkeit ausgeschlossen?

Dem Bürgerentlastungsgesetz zufolge können nur diejenigen Beiträge voll steuerlich abgesetzt werden, die für die Basisversorgung aufgebracht werden müssen. Mehrleistungen sind damit steuerlich nicht zu berücksichtigen. Zu diesen Mehrleistungen gehören:

  • Wahlleistungen im Krankenhaus (Einzelzimmer, Chefarztbehandlung),
  • Zahnersatzleistungen über den Leistungen der GKV,
  • Heilpraktikerleistungen,
  • Krankentagegeld- und Krankenhaustagegeldtarife,
  • Leistungen für Kieferorthopädie,
  • Anwartschaftsversicherungen,
  • Auslandsreiseversicherungen,
  • Ergänzungstarife zur Beihilfe,
  • Pflegezusatztarife,
  • Optionstarife und Zusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte.

Was kann steuerlich berücksichtigt werden?

Alle Leistungen, die denen der GKV entsprechen, werden dagegen zu einem Basis-Beitrag zusammen gefasst, der zu 100 Prozent steuerlich absetzbar ist. Dazu zählen auch die Risikozuschläge, die erhoben werden können oder der gesetzlich vorgeschriebene Alterungsrückstellungsbeitrag in Höhe von derzeit zehn Prozent.

Wichtig hierbei: Es können ausschließlich Beiträge, die tatsächlich aufgewendet wurden, abgesetzt werden. Somit können Beitragsrückerstattungen oder Arbeitgeberzuschüsse nicht berücksichtigt werden.

Beispiel:
a)
PKV-Beitrag für einen 35-jährigen Mann 250,00 €
Basis-Leistungen Beitrag 212,50 €
Beitragsrückerstattung 420,00 €
Selbstbeteiligung vereinbart 450,00 €
Gesamtbeitrag / Jahr 250,00 € * 12 Monate = 3.000,00 €
Basis-Leistungen Gesamtbeitrag 212,50 € * 12 Monate = 2.550,00 €
Beitragsrückerstattung = 420,00 €
Selbstbeteiligung aufgewendet = 300,00 €
Steuerlich absetzbarer Betrag:
2.550,00 € – 420,00 € = 2.130,00 €

b)
PKV-Beitrag für einen 35-jährigen Angestellten 250,00 €
AG-Anteil 125,00 €
Basis-Leistungen Beitrag 212,50 €
AG-Anteil Basis-Leistungen 106,25 €
Beitragsrückerstattung 420,00 €
Selbstbeteiligung vereinbart 450,00 €
Gesamtbeitrag / Jahr Eigenanteil 125,00 € * 12 Monate = 1.500,00 €
Basis-Leistungen Gesamtbeitrag Eigenanteil 106,25 € * 12 Monate = 1.275,00 €
Beitragsrückerstattung = 420,00 €
Selbstbeteiligung aufgewendet = 300,00 €
Steuerlich absetzbarer Betrag:
1.275,00 € – 420,00 € = 855,00 €

Zahlen und Fakten zur PKV
Zu jeder Information über ein bestimmtes Thema gehören auch einige grundlegende Fakten. Dieses theoretische Hintergrundwissen kann bei bestimmten Entscheidungen äußerst hilfreich sein. Die wichtigsten Zahlen und Fakten zur privaten Krankenversicherung wollen wir im Folgenden kurz vorstellen. In Deutschland gibt es

  • 43 private Krankenversicherer
    • davon 19 Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit und
    • 24 Aktiengesellschaften,
  • 5 außerordentliche Krankenversicherer, die ihren Namen daher erhielten, dass sie die Krankenversicherung nicht alleine, sondern zusammen mit einem anderen Versicherungszweig betreiben und
  • 2 verbundene Einrichtungen, das sind die
    • Krankenversorgung der Bundesbahnbeamten und die
    • Postbeamtenkrankenkasse.

Diese Zahlen ergeben sich aus aktuellen Erhebungen mit Stand September 2012.

Versichertenzahlen, Beitragseinnahmen und Leistungsauszahlungen
Interessant sind auch die Versichertenzahlen, die Beitragseinnahmen und die Leistungsauszahlungen. Die folgenden Zahlen stammen aus dem Jahr 2011 und gelten für dieses endgültig.

Anzahl Versicherungen / Versicherte

Art der Versicherung

8,98 Millionen

Krankenvollversicherung

22,50 Millionen

Krankenzusatzversicherungen

9,67 Millionen

Private Pflegeversicherung

Die gesamten Beitragseinnahmen im Jahr 2011 belaufen sich auf 34,67 Milliarden Euro. Insgesamt 22,77 Milliarden Euro Leistungen haben die Versicherer wieder ausgezahlt. Im Bestand befanden sich Ende 2011 stolze 169,43 Milliarden Euro für die Alterungsrückstellungen.

Die Beitragseinnahmen lassen sich zudem auf die drei Versicherungssparten

  • Krankenvollversicherung,
  • Pflegeversicherung und
  • Krankenzusatzversicherung

aufteilen. Dabei ergaben sich in der Krankenvollversicherung Steigerungen um 4,48 Prozent der Beitragseinnahmen von 2010 auf 2011. Bei der Pflegeversicherung stiegen die Einnahmen im gleichen Zeitraum um 0,43 und bei den Zusatzversicherungen um 4,31 Prozent. Daraus ergibt sich folgendes Bild:

Welche Versicherungsleistungen fielen an?
Ebenfalls stellt sich die Frage, welche Versicherungsleistungen sowie Schadenregulierungsaufwendungen in den beiden Vergleichsjahren anfielen. Bei der Krankenversicherung lagen diese, erwartungsgemäß, wesentlich höher, als in der Pflegeversicherung, wie folgendes Bild zeigt:

Entwicklung der Alterungsrückstellungen
Auch die Alterungsrückstellungen erhalten in der PKV eine ganz besondere Bedeutung. Schließlich müssen diese aufgebaut werden, um die Versicherten im Alter zu entlasten. Hier gab es ebenfalls deutliche Steigerungen im Vergleichszeitraum. Diese beliefen sich auf insgesamt 7,23 Prozent, wobei 7,33 Prozent alleine für die Krankenversicherung und weitere 6,61 Prozent für die Pflegeversicherung anfielen:

Die Beihilfeversicherung für Beamte im Überblick

Die Beihilfeversicherung ist eine Sonderform der privaten Krankenversicherung. Sie zählt weder zu den Krankenvoll-, noch zu den Krankenzusatzversicherungen und ist in erster Linie für Beamte, Beamtenanwärter, zum Teil auch für Arbeitnehmer und Angestellte im öffentlichen Dienst konzipiert.

Diese erhalten im Krankheitsfall bzw. bei ärztlichen Untersuchungen einen Teil der Kosten von der Beihilfe erstattet. Die übrigen Kosten müssen mit einer Krankenversicherung abgedeckt werden, die in Form der Beihilfe bei einem privaten Krankenversicherer abgeschlossen wird. Die Beihilfe wird vom Beihilfeträger gewährt, was der Bund, aber auch das Bundesland sein kann.

Keine volle Kostenerstattung durch die Beihilfe

Die Beihilfe leistet nie für die gesamten Kosten, die durch eine ärztliche Behandlung, eine Untersuchung oder einen Krankenhausaufenthalt anfallen. Sie kommt in der Regel für einen Teil der Kosten auf. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt unter anderem vom Status der versicherten Person ab (Single, verheiratet, ein oder mehrere Kinder). Die Unterschiede sind dabei von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich.

Aber auch der Krankenversicherungstarif, der ergänzend zur Beihilfe abgeschlossen wird, kann nicht immer für eine volle Kostenerstattung garantieren. In diesen Fällen sollte zusätzlich ein Beihilfeergänzungstarif abgeschlossen werden.

Beispiel:
Zahnersatz für 2.500 € wird benötigt.
Beihilfe erkennt 1.000 € als reguläre Behandlungskosten an und
Beihilfe beteiligt sich mit 50 % an diesen Kosten.
Die PKV übernimmt ebenfalls 50 % der regulären Behandlungskosten.
Durch einen Ergänzungstarif werden die übrigen Kosten getragen.

Im besagten Fall heißt das, dass es von der Beihilfe 500 Euro gibt, von der PKV nochmals 500 Euro und im besten Fall vom Beihilfeergänzungstarif nochmals 1.500 Euro. Allerdings sind solche Beihilfeergänzungstarife äußerst schwer zu finden und lassen sich zudem aufgrund hoher Kosten kaum finanzieren.

Zusatztarife für die Beihilfeversicherung in der PKV

Neben den Ergänzungstarifen können auch Zusatztarife abgeschlossen werden. Sie erstatten zum Beispiel die Mehrkosten, die für die stationäre Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer entstehen. Darüber hinaus können sie für eine Chefarztbehandlung aufkommen, die regelmäßig nicht in der regulären Beihilfe enthalten sind.

Derzeit gibt es auf dem deutschen Markt mehr als 40 verschiedene Anbieter für die PKV mit weitaus mehr Tarifen. In jedem Tarif findet sich dabei auch eine Form der Beihilfeversicherung für Beamte. Dadurch wird es schwierig, alle Tarife konkret miteinander zu vergleichen. Dies ist jedoch zwingend erforderlich, um einen günstigen Schutz zu erreichen.

Wann und wie kann man die PKV wechseln?

Kann man die private Krankenversicherung wechseln? Eine Frage, die sich viele Versicherte angesichts teils explodierender Beitragsanpassungen zu Jahresbeginn durchaus stellen. Doch eine pauschale und vor allem eindeutige Antwort kann es hierbei nicht geben. Denn es sollten zahlreiche Vorüberlegungen und Abwägungen der möglichen Leistungen berücksichtigt werden, bevor der Wechsel der privaten Krankenversicherung auch nur in Betracht gezogen wird.

Wann kann die PKV gekündigt werden?

Wie bei fast jeder Vertragsart gibt es genauso bei der PKV zwei Formen der Kündigung:

  1. Außerordentliches Kündigungsrecht
  2. Ordentliches Kündigungsrecht

Das außerordentliche Kündigungsrecht lässt eine fristlose Kündigung zu. Dafür müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Zu diesen zählen:

  • Beiträge wurden durch den Versicherer erhöht
  • Leistungen wurden durch den Versicherer gekürzt
  • Versicherter hat eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung aufgenommen
  • Versicherter wurde arbeitslos

In den letzten beiden Fällen wird man zwingend in die gesetzliche Krankenversicherung eingegliedert. Ausgenommen sind lediglich Personen, die älter als 55 Jahre sind. Sie haben keine Chance mehr, zurück in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.

In den ersten beiden Fällen kann mit Beginn der Veränderung im Vertrag eine Kündigung ausgesprochen werden. Diese kann auch erst am Tag der Veränderung ausgesprochen werden.

Anders sieht es bei einer ordentlichen, also fristgemäßen Kündigung aus. Sie kann mit einer Frist von drei Monaten ausgesprochen werden und wird, je nach Versicherer, zum Ende des

  • Versicherungsjahres,
  • Beitragsjahres oder
  • Kalenderjahres

gültig. In jedem Fall sollte die Kündigung der PKV wohl überlegt sein. Sie sollte schriftlich, am besten per Einschreiben mit Rückschein, erfolgen. Zudem sollte eine schriftliche Bestätigung der Kündigung angefordert werden. Die Kündigung wird außerdem erst dann wirksam, wenn eine neue Krankenversicherung nachgewiesen werden kann, was sich darauf zurückführen lässt, dass in Deutschland eine generelle Krankenversicherungspflicht besteht.

Wechsel der PKV oder des Tarifs?

Unterscheiden muss man ebenfalls, ob man den Versicherer oder nur den Tarif wechseln will. In letzterem Fall kann man die bisherigen Alterungsrückstellungen komplett mitnehmen. Auch lassen sich Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge oft vermeiden. Die Gesundheitsprüfung kann, je nach Versicherer, entfallen, wenn man in einen niedrigeren Tarif wechselt.

Wer dagegen den Anbieter wechseln will, muss eine komplett neue Gesundheitsprüfung ablegen. Außerdem erhöhen sich die Beiträge dadurch, dass ein höheres Eintrittsalter zugrunde gelegt wird. Deshalb ist genau zu kalkulieren, ob sich der Wechsel lohnt. Zudem sollte die Kündigung nicht abgeschickt werden, bevor nicht die Annahmebestätigung der neuen PKV vorliegt.

Unterschiede zwischen GKV und PKV

Wenn man die GKV und die PKV in den direkten Vergleich setzt, dann ergeben sich zahlreiche Unterschiede. Diese gilt es vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung, sofern dieser möglich ist, genau abzuwägen, um eine entsprechende Entscheidung treffen zu können.

Beispiele zu den Unterschieden sollen in folgender Tabelle näher erläutert werden:

Leistung

GKV

PKV

Familienmitglieder ohne Einkommen

Gratis Mitversicherung möglich

Jedes Familienmitglied muss einen eigenen Vertrag führen und Beiträge zahlen

Beitragsberechnung

Prozentual vom Einkommen

Anhand von Kriterien, wie Gesundheitszustand, Alter usw., unabhängig vom Einkommen

Beiträge im Alter

Durch geringeres Einkommen sinken die Beiträge im Alter

Beiträge steigen im Alter aufgrund höherer Gesundheitskosten

Beitragsentlastung durch AG-Anteil

  • AG zahlt 50 % der Beiträge abzgl. 0,9 %
  • AG zahlt 50 % der Beiträge
  • Ausgenommen sind Beiträge, die über dem Höchstsatz zur GKV liegen
  • Diese müssen vom AN alleine getragen werden

Leistungen

  • Gesetzlich vorgeschriebener Leistungskatalog
  • Leistungsumfang lässt sich auf individuelle Bedürfnisse anpassen
  • Oftmals werden mehr Leistungen geboten

Rechnungslegung

  • Abrechnung mit der GKV
  • Patient kann Kosten nur auf ausdrücklichen Wunsch einsehen
  • Rechnung wird direkt dem Patienten zugestellt
  • Rechnung muss vom Patient gezahlt und anschließend bei der PKV eingereicht werden

Klagen

  • Vor den Sozialgerichten
  • Schnelle, oft kostenfreie Verhandlungen
  • Vor den Zivilgerichten
  • Langwierig und kostenintensiv

Wechsel

  • Nach 18 Monaten problemlos möglich
  • Bei eingehaltenen Kündigungsfristen möglich
  • Erhebliche Mehrkosten durch höheres Eintrittsalter und veränderten Gesundheitszustand

Unfallkosten

  • Werden übernommen
  • Werden übernommen
  • Evtl. wird Schadenersatz gegenüber dem Unfallverursacher geltend gemacht

Krankengeld

  • i. d. R. ab sechswöchiger Krankheit, bemessen am Nettoeinkommen
  • nur zusätzlich versicherbar gegen Mehrbeitrag

Mutterschaftsgeld

Wird ausgezahlt

Wird nicht ausgezahlt

Aufnahme von Mitgliedern

Kontrahierungszwang besteht

Mitglieder können (ausgenommen Basistarif) auch abgelehnt werden

Weitere Unterschiede zwischen GKV und PKV

Viele weitere Unterschiede ergeben sich, wenn man die beiden Versicherungsvarianten genauer betrachtet. Kommt es zu Unfällen, die etwa eine Kur erforderlich machen und haben privat Versicherte Anspruch auf Leistungen aus einer gesetzlichen Unfall- oder Rentenversicherung, so zahlt die PKV nur für die Leistungen, die nach Abzug der gesetzlichen Leistungen noch übrig bleiben. Dies gilt selbst dann, wenn zusätzliche Leistungen versichert sind, aber von den gesetzlichen Versicherungen übernommen werden.

Wer krank ist, kann bei der PKV abgelehnt werden. Alternativ sind Leistungsausschlüsse und / oder Risikozuschläge möglich. Diese Vorgehensweisen gibt es in der GKV nicht. Hier sind alle Versicherten zu einem festen Satz, abhängig vom Einkommen, zu versichern.

Kann man von der PKV zurück zur GKV wechseln?

Viele privat Versicherte stellen im Laufe des Lebens fest, dass sie mit der Absicherung in der PKV eine falsche Entscheidung getroffen haben. Vor allem die ansteigenden Beiträge mit zunehmendem Alter sind hierbei zu berücksichtigen. Sie nähren oftmals den Wunsch, zurück in die GKV zu wechseln. Allerdings bleibt dieser Wunsch oftmals auch nur ein Wunsch, schließlich wird es einem nicht leicht gemacht, zurückzukehren in die Solidargemeinschaft.

Wann ist ein Wechsel zurück möglich?

Um überhaupt zurück in die GKV wechseln zu können, müssen klare Voraussetzungen erfüllt werden:

  1. Angestellte müssen ein Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze für wenigstens zwölf Monate aufweisen.
  2. Selbstständige müssen ihren Geschäftsbetrieb komplett einstellen und a) eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen oder b) sich arbeitslos melden und Arbeitslosengeld I oder II beziehen
  3. Arbeitslosigkeit

Bei Angestellten gilt zudem: Sinkt das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze, so können sie zurück in die GKV wechseln. Steigt das Entgelt jedoch innerhalb von zwölf Monaten wieder an, müssen sie zurück in die PKV.

Wer nicht wechseln kann

Haben Angestellte schon einmal eine Verringerung des Gehalts durchlebt, wollten aber den privaten Krankenversicherungsschutz nicht aufgeben, besteht die Möglichkeit, sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien zu lassen. Wer diese Befreiung auf Antrag erhalten hat, der kann jedoch auch bei später stark sinkendem Einkommen nicht zurück in die GKV wechseln.

Personen, die über 55 Jahre alt sind, können ebenfalls nicht mehr zurück in die GKV. Hier sieht der Gesetzgeber vor, dass eine günstige Absicherung in jungen Jahren und ein „zur Last fallen der Solidargemeinschaft“ in älteren Jahren nicht erwünscht ist. Ausnahmen gelten nur, wenn innerhalb der letzten fünf Jahre eine Pflichtversicherung in der GKV bestanden hat.

Alternativen zur Rückkehr in die GKV

Ist eine Rückkehr in die GKV ausgeschlossen, so sucht man nach Alternativen. Diese werden seit dem 01.01.2009 mit dem Basistarif der privaten Krankenversicherung geboten. In diesem werden die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen abgebildet. Dafür dürfen Versicherungen hier auch nur Beiträge erheben, die maximal denen der GKV entsprechen. Eine Gesundheitsprüfung wird aber trotzdem erforderlich, wenngleich die PKV hier einem Kontrahierungszwang unterliegt. Das heißt, dass sie keinen Versicherten ablehnen darf. Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge, wie sie bei der herkömmlichen PKV die Regel sind, sucht man hier ebenfalls vergebens.

Karriere mit der PKV – diese Unternehmen machen es möglich

Wer würde nicht gerne gleich mehrere Monatsbeiträge als Provisionszahlung erhalten, wenn er eine private Krankenversicherung abschließen kann? Das sind sicher die meisten. Doch welche Versicherungen ermöglichen Neueinsteigern überhaupt diese Chance? Hier wollen wir Ihnen eine kleine Auswahl der wichtigsten Versicherungen vorstellen. Aufgelistet haben wir lediglich diejenigen Versicherer, die auch Jobs zu vergeben haben und diese online ausschreiben:

Unternehmen

Produkte

Karrierebereich

Allianz

Versicherungen,

Investment,

Autos,

Bank

Allianz.de

Alte Oldenburger

Krankenversicherung

Alte-Oldenburger.de

ARAG

Versicherungen

ARAG.de

AXA

Versicherungen,

Renten,

Vermögensaufbau,

Finanzierung

AXA.de

Barmenia

Versicherungen,

Baufinanzierung

Barmenia.de

Versicherungskammer Bayern

Versicherungen

VKB.de

Die Bayerische

Versicherungen,

Vermögensaufbau,

Bausparen

DieBayerische.de

Central

Versicherungen

Central.de

Concordia

Versicherungen

Concordia.de

Continentale

Versicherungen,

Baufinanzierung

Continentale.de

Debeka

Versicherungen,

Bausparen,

Finanzierung,

Geldanlage,

Konten

Debeka.de

DEVK

Versicherungen,

Immobilienfinanzierung,

Girokonto,

Investmentfonds

DEVK.de

DKV

Versicherungen

DKV.com

ERGO

Versicherungen,

Kapitalanlagen,

Bausparen

ERGO.de

Gothaer

Versicherungen,

Bausparen,

Baufinanzierung,

Fonds

Gothaer.de

Hallesche

Versicherungen

Hallesche.de

HanseMerkur

Versicherungen

HanseMerkur.de

HUK-Coburg

Versicherungen,

Bausparen,

Baufinanzierung,

Girokonten,

Kreditkarten

HUK.de

INTER

Versicherungen,

Bausparen

INTER.de

ERGODirekt

Versicherungen,

Geldanlage

ERGOdirekt.de

Landeskrankenhilfe

Versicherungen

LKH.de

LVM

Versicherungen,

Vorsorge,

Kredite,

Geldanlage,

Immobilienfinanzierung,

Leasing

LVM.de

Mannheimer

Versicherungen

Mannheimer.de

Mecklenburgische

Versicherungen

Mecklenburgische.de

Münchener Verein

Versicherungen,

Baufinanzierung,

Beamten-Akademikerdarlehen

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Nürnberger

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Diese Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch wenn wir bestrebt sind, stets vollständige und aktuelle Daten zu liefern. Daher sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Ergänzungsvorschläge, Änderungswünsche und Co. können Sie uns jederzeit per E-Mail mitteilen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Die ambulante Behandlung in der PKV

Einer der wichtigsten Bausteine im PKV-Tarif ist die ambulante Heilbehandlung. Dazu zählen alle Besuche beim Arzt, beim Heilpraktiker oder anderen Heilbehandlern. Klassische ambulante Behandlungen sind beispielsweise:

  • Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt / Frauenarzt usw.
  • Behandlungen durch den Arzt
  • Leistungen des Heilpraktikers
  • Behandlungen durch Psychologen
  • Behandlungen durch Krankengymnasten
  • Behandlungen durch Masseure
  • Behandlungen durch Ergo- und Logotherapeuten

Welche Leistungen werden aber konkret übernommen, wo gibt es Einschränkungen? Darüber wollen wir im Folgenden aufklären.

Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt

Vorsorgeuntersuchungen werden heute von vielen privaten Versicherern komplett übernommen, unabhängig vom Alter oder Gesundheitszustand der Versicherten. Ziel ist es, Krankheiten frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Allerdings gibt es auch einige Anbieter, die die Vorsorgeuntersuchungen nur im Rahmen der gesetzlich eingeführten Programme erstatten, also beispielsweise die Krebsfrüherkennung, die ab einem bestimmten Lebensalter durchgeführt wird. Hier ist genau auf die Tarifdetails zu achten.

Schutzimpfungen

Ebenfalls werden vielfach die Kosten für Schutzimpfungen getragen, sei es gegen die

  • Grippe,
  • Wundstarrkrampf,
  • Hepatitis,
  • Kinderlähmung

und vieles mehr. Wer spezielle Schutzimpfungen, etwa bezüglich eines längeren Auslandsaufenthaltes benötigt, der muss diese in bestimmten Tarifen selbst zahlen. Auch hier kommt es also auf die Tarifdetails an.

Psychotherapie

Auch bei der Kostenübernahme für psychotherapeutische Behandlungen unterscheiden sich die Tarife der PKV sehr deutlich. Einige Tarife ermöglichen die komplette Kostenübernahme, andere wiederum zahlen nur anteilige Kosten. Auch die Anzahl der Sitzungen pro Jahr kann begrenzt werden. Ebenso gibt es Tarife, die lediglich Ärzte als Behandler akzeptieren, andere übernehmen die Kosten auch dann, wenn die Psychotherapie von Diplom-Psychologen durchgeführt wird. Gerade bei sehr günstigen Tarifen gibt es Leistungen für die Psychotherapie nur dann, wenn diese im Krankenhaus, also stationär, durchgeführt wird.

Die Gebührenordnung

Entscheidend ist auch, welcher Betrag für die Abrechnung durch die Ärzte erstattet wird. Diese Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). In der Regel werden die Regel-Höchstsätze vergütet, bei vielen Tarifen sind aber auch die Höchstsätze möglich. Diese liegen bei:

  • Regel-Höchstsatz – der 2,3-fache Satz der GOÄ
  • Höchstsatz – der 3,5-fache Satz der GOÄ

Bei einigen PKV-Tarifen ist eine Kostenerstattung auch darüber hinaus möglich. Das ist sinnvoll, wenn man beispielsweise Behandlungen in Privatkliniken in Anspruch nehmen muss, einen teuren Spezialisten benötigt oder im Ausland eine Behandlung erforderlich wird.

Diese stationären Behandlungen werden in der PKV abgesichert

Bei den meisten PKV Anbietern werden stationäre Leistungen im vollen Umfang bezahlt. Oft besteht die Möglichkeit, dass diese Leistungen direkt mit dem Versicherer abgerechnet werden. So müssen Patienten hier nicht, wie bei den ambulanten Leistungen häufig zu sehen, in Vorleistung treten. Generell sind die allgemeinen Krankenhausleistungen, wie Unterbringung, Verpflegung und Behandlung abgesichert. Darüber hinaus gibt es einige Wahlleistungen, die gegen eine zusätzliche Gebühr mit eingeschlossen werden können. Hierzu zählen als bekannte Vertreter

  • die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und
  • die Behandlung durch den Chefarzt.

Weiterhin sollte eine gute PKV die freie Krankenhauswahl zulassen. So sollten Patienten nicht dazu verpflichtet werden, das örtliche Krankenhaus zu besuchen, wenn sie lieber in ein anderes Krankenhaus möchten. Die Transportkosten im Krankenwagen sind ebenfalls abgesichert, wobei hier vorwiegend die Krankentransportkosten für die Hin- und Rückfahrt zum bzw. vom nächstgelegenen Krankenhaus übernommen werden. Bei Krankenrücktransporten aus dem Ausland gelten Sonderregelungen, hier lohnt sich der zusätzliche Schutz durch eine Auslandsreisekrankenversicherung.

Stationäre Vorsorgeuntersuchungen und Kuren

Obacht zu geben ist außerdem bei stationären Vorsorgeuntersuchungen. Diese werden oftmals nur in bestimmten Grenzen erstattet. Sofern die stationären Vorsorgeuntersuchungen in so genannten gemischten Anstalten erfolgen sollen, muss die Kostenübernahme oftmals vorab schriftlich bestätigt werden. Derartige Anstalten liegen vor, wenn nicht nur klassische Krankenhausleistungen, sondern auch Reha- und Kurleistungen angeboten werden.

Stationäre Kuren sind ebenfalls nicht obligatorisch in den Tarifen enthalten. Häufig zahlen die Versicherer hier einen Zuschuss für die Unterbringung und Verpflegung der Patienten. Wer die gesamten Kurkosten erstattet bekommen möchte, muss dagegen oftmals einen Zusatztarif (Kurkostentarif) abschließen. Die Höhe der Erstattungssätze und auch die Anzahl der Kuren, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums bezuschusst werden, unterscheiden sich stark.

Krankenhaustagegeld mit absichern

In der PKV wird oftmals auch ein Krankenhaustagegeld mit abgesichert. Dieses kann in beliebiger Höhe vereinbart werden und beispielsweise dazu dienen, die Kosten für den Telefon- und / oder TV-Anschluss im Krankenhaus zu bezahlen. Auch eine zu Hause benötigte Haushaltshilfe lässt sich damit finanzieren.

Rooming-In für Kinder

Wer die private Krankenvollversicherung für Kinder abschließt, sollte darauf achten, dass die Rooming-In-Leistungen vom Versicherer mit übernommen werden. Dadurch können die Eltern mit im Krankenhaus untergebracht werden. Ein Elternteil kann somit immer für den Nachwuchs da sein, was speziell beim ersten Krankenhausaufenthalt der Kleinsten von Bedeutung ist.

Zahnärztliche Behandlung in der PKV

Ein wichtiger Baustein der privaten Krankenvollversicherung ist auch der zahnärztlichen Behandlung vorbehalten. Hier gibt es große Unterschiede, weshalb dieser Tarifbaustein sehr gründlich angesehen werden muss, bevor es zu einer endgültigen Entscheidung kommt. Unterscheiden muss man zudem zwischen

  • Zahnbehandlung und
  • Zahnersatz

Die Zahnbehandlung in der PKV

Im Bereich der Zahnbehandlung werden von den allermeisten Tarifen die gesamten Kosten übernommen. Hier greift übrigens der häufig vereinbarte Selbstbehalt nicht, das heißt, dass die Zahnarztkosten vom ersten Euro an vollständig übernommen werden. In den Bereich Zahnbehandlung fallen unter anderem

  • Routineuntersuchungen (ein bis zwei Mal jährlich),
  • Entfernung von Zahnbelag / Zahnstein,
  • Füllungen, falls nötig und die
  • Parodontosebehandlung.

Zwar gibt es einige wenige Tarife, die hierfür nur ab 75 Prozent zahlen, die meisten übernehmen die Kosten vollständig. Darüber hinaus kommen sie auch für die Kosten der professionellen Zahnreinigung auf.

Bei den Füllungen muss man zudem in klassische Füllungen und die so genannten Inlays unterscheiden. Diese sind Füllungen aus Keramik oder Gold und besonders hochwertig. Deshalb stellen sie eine sehr gute Alternative zu klassischen Füllungen dar. Jedoch sind die Kosten dementsprechend auch wesentlich höher. Dadurch kommt es zu Variationen bei den Erstattungssätzen. Eine PKV, die Inlays als Zahnbehandlung einstuft, erstattet die vollen Kosten. Andere Tarife sehen Inlays als Zahnersatz an, hier wird nur ein prozentualer Anteil der Kosten übernommen.

Der Zahnersatz – anteilige Zahlung ist die Regel

Beim Zahnersatz handelt es sich um Leistungen, die von den meisten PKV-Anbietern nur anteilig bezahlt werden. Üblicherweise wird die Kostenübernahme prozentual geregelt, wobei Werte zwischen 40 und 85 Prozent die Norm sind. In seltenen Einzelfällen kann für den Zahnersatz auch eine 100-prozentige Kostenübernahme vereinbart werden. Das wird sich aber unweigerlich auf den zu entrichtenden Beitrag auswirken.

Implantate als Sonderfall

Die höchste Form der modernen Zahnersatz-Möglichkeiten stellen Implantate dar. Diese künstlichen Zähne werden mittels Schrauben im Kieferknochen fest verankert. Die Behandlung ist sehr aufwändig und auch schmerzhaft. Darüber hinaus sind Implantate extrem kostspielig. Deshalb werden viele Zahntarife selbst hier nur eine prozentuale Erstattung vorsehen. Viele Zahntarife in der PKV begrenzen die Erstattung für Implantate sogar auf Höchstgrenzen, so dass die Patienten trotz vermeintlich guter privater Absicherung einen hohen Teil der Kosten selbst tragen müssen.

Wer sich für einen der besonders günstigen Einsteigertarife entschieden hat, darf zudem damit rechnen, dass Implantate gar nicht anerkannt werden, die PKV dafür also keinerlei Erstattung zur Verfügung stellt.

Vorsorgeuntersuchungen in der PKV

Vorsorgeuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen mittlerweile häufig übernommen. Vorwiegend sind das Untersuchungen, die zur Früherkennung von

  • Diabetes,
  • Herz-Kreislauferkrankungen oder
  • Krebs

dienen. Auch Vorsorgeuntersuchungen in den Bereichen

  • Zahnmedizin,
  • Gynäkologie und
  • Urologie

werden von den gesetzlichen Kassen gezahlt. Ziel ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ebenso frühzeitig mit deren Behandlung zu beginnen, wodurch die entstehenden Gesamtkosten deutlich verringert werden können.

Trägt die PKV die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen?

Bei der privaten Krankenversicherung wird es wesentlich schwieriger. Auch sie übernehmen Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, sehen dies aber als Inanspruchnahme der Krankenkasse an. Dadurch wird die von vielen Privatpatienten angestrebte Beitragsrückgewähr nicht mehr gezahlt. Das ist der Grund, warum viele Privatpatienten auf die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen verzichten. Es gibt aber Ausnahmen.

Einige PKV-Anbieter ermöglichen eine Übernahme der Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen, werten diese jedoch nicht als Inanspruchnahme der Kasse. Dadurch kann die Beitragsrückgewähr trotzdem gezahlt werden. In bestimmten Tarifen lassen sich sogar Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen, die in der GKV nur dann übernommen werden, wenn eine konkrete Diagnose oder ein Verdacht vorliegt. Auch Altersbeschränkungen werden hierbei nicht zwingend vorgeschrieben. Deshalb sollte beim Vertragsabschluss darauf geachtet werden, dass Vorsorgeuntersuchungen kostenfrei angeboten werden.

Beispiele
Eine Krankenkasse ermöglicht die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung mittels Abstrich und Ultraschall kostenfrei. Kostenpunkt sind etwa 150 Euro. Dieser Betrag wird erstattet, trotzdem kann eine Beitragsrückgewähr stattfinden.

Eine private Krankenversicherung vereinbart einen Selbstbehalt in Höhe von 600 Euro mit dem Patienten. Nur darüber hinausgehende Leistungen werden erstattet. Die 150 Euro für die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung zahlt der Patient aus eigener Tasche, die Beitragsrückgewähr geht nicht verloren.

Eine private Krankenversicherung vereinbart einen Selbstbehalt in Höhe von 200 Euro jährlich mit dem Patienten. Vorsorgeuntersuchungen werden kostenfrei gewährt. Die Kosten im laufenden Jahr betragen 180 Euro. Da der Patient unter dem Selbstbehalt liegt, erhält er ebenfalls die Beitragsrückgewähr.

Die private Krankenversicherung vereinbart wieder einen Selbstbehalt von 200 Euro mit dem Patienten. Vorsorgeuntersuchungen werden nicht übernommen. Die gesamten Kosten belaufen sich auf 330 Euro. Die Beitragsrückgewähr geht verloren.

Das Krankenhaustagegeld in der PKV absichern

Ebenfalls ein beliebter Tarifbaustein der privaten Krankenvollversicherung ist das Krankenhaustagegeld. Dieses kann, muss aber nicht vereinbart werden. Für Privatpatienten fällt in der Regel keine Zuzahlung pro Tag Krankenhausaufenthalt an. Dadurch müssen diese Kosten nicht zwingend über einen Versicherungsbaustein abgesichert werden.

Dennoch entscheiden sich auch viele Privatpatienten dafür, das Krankenhaustagegeld in den Versicherungsschutz mit einzubeziehen.
Das liegt daran, dass es vielfältige Vorteile mit sich bringt:

  1. Steuerfreie Auszahlung
  2. Freie Verwendung ohne Kostennachweis
  3. Zeitliche Begrenzung nicht vorhanden

Was heißt das jetzt konkret?

Das Krankenhaustagegeld kann in beliebiger Höhe vereinbart werden. Dabei erfolgt die Auszahlung steuerfrei. Die Verwendung ist nicht zweckgebunden. So kann es beispielsweise eingesetzt werden, um

eine Haushaltshilfe zu beschäftigen,
die Gebühren für Telefon und TV im Krankenhaus zu zahlen,
ein Elternteil beim Kind im Krankenhaus mit unterzubringen, sofern dies nicht medizinisch notwendig und damit kostenfrei ist,
eine Ersatzkraft im eigenen Betrieb zu beschäftigen und vieles mehr.

Zudem ist das Krankenhaustagegeld nicht zeitlich begrenzt, ob man 30 oder 130 Tage im Krankenhaus liegt, spielt somit keine Rolle. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem gewählten Tagessatz und dem Alter der versicherten Person. Ein 50-Jähriger zahlt also mehr, als ein 30-Jähriger. Das Krankenhaustagegeld in Höhe von 50 Euro ist also höher als das Krankenhaustagegeld in Höhe von zehn Euro.

Krankentagegeld in der PKV

Einer der wichtigsten Tarifbausteine insbesondere für Selbstständige ist das Krankentagegeld. Denn sie erhalten keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auch kein Krankengeld im eigentlichen Sinne. Allerdings ist das Krankentagegeld in der PKV an einige Bedingungen geknüpft und es werden auch verschiedene Empfehlungen ausgesprochen.

Das Krankentagegeld in der PKV wird grundsätzlich steuerfrei ausgezahlt. Es darf allerdings das vor der Erkrankung erzielte Nettoeinkommen nicht übersteigen. In diesen Fällen kann der Versicherer die Leistungen kürzen.

Theoretisch ist eine Absicherung ab dem ersten Tag der Erkrankung möglich, jedoch macht diese wenig Sinn, da die Kosten extrem hoch ausfallen. Ab dem 14. bzw. 29. Tag der Erkrankung kann und sollte aber durchaus Krankentagegeld vereinbart werden. Dabei lohnt es sich, eine Kombination zu nutzen, z. B. 30 Euro ab dem 14. Tag und weitere 50 Euro ab dem 29. Tag.

Wie hoch sollte das Krankentagegeld ausfallen?

Bei der Berechnung der richtigen Höhe des Krankentagegelds sollte das eigene Nettoeinkommen zugrunde gelegt werden. Hier sollten Versicherte nicht zu knapp kalkulieren, denn Kosten für Miete, Strom, Heizung, Versicherungen, Telefon, Mitarbeiter und Co. fallen weiterhin an.

Beispiel
Nettoeinkommen pro Monat 2.000,00 €
Nettoeinkommen pro Tag 2.000,00 € / 30 Tage = 66,67 €
Empfehlenswertes Krankentagegeld 60,00 – 66,67 €

Vereinbartes Tagegeld ab dem 14. Tag 30,00 €
Vereinbartes Tagegeld ab dem 29. Tag 36,00 €

Fall 1
Auszahlung bei 25 Krankheitstagen 30,00 € * 12 Tage = 360,00 €
Versorgungslücke:
(13 Tage * 66,67 €) + (12 Tage * 36,67 €) = 1.306,75 €

Fall 2
Auszahlung bei 50 Krankheitstagen
30,00 € * 15 Tage = 450,00 €
+ 66,00 € * 22 Tage = 1.452,00 €

Nettoeinkommen wären 66,67 € * 50 Tage = 3.333,50 €
Krankentagegeld 1.452,00 € + 450,00 € = 1.902,00 €
Versorgungslücke 3.333,50 € – 1.902,00 € = 1.431,50 €

Fall 3
Vereinbartes Tagegeld ab dem 14. Tag 50,00 €
Vereinbartes Tagegeld ab dem 29. Tag 20,00 €

Auszahlung bei 25 Krankheitstagen 50,00 € * 12 Tage = 600,00 €
Auszahlung bei 50 Krankheitstagen
50,00 € * 15 Tage = 750,00 €
+ 66,67 € * 22 Tage = 1.466,74 €

Trotz der höheren Absicherung zahlt die PKV nur maximal das Nettoeinkommen aus. Die höheren Beiträge wurden demzufolge umsonst entrichtet.

Pflegepflichtversicherung auch bei privater Krankenvollversicherung

Die Pflegeversicherung ist in Deutschland eine Pflichtversicherung. Sie wird unterteilt in die

  • soziale Pflegepflichtversicherung und die
  • private Pflegepflichtversicherung.

Beide Varianten sind verpflichtend abzuschließen, dürfen deshalb nicht mit einer freiwilligen privaten Pflegeversicherung (z. B. der neue Pflege-Bahr) verwechselt werden. Aus dieser Verpflichtung können sich demnach auch privat Versicherte, die den gesetzlichen Sozialversicherungssystemen den Rücken gekehrt haben, nicht befreien.

Die Unterschiede zwischen den beiden Systemen

Die beiden Systeme unterscheiden sich nur in wenigen Punkten voneinander. Welche das sind, soll im Folgenden kurz aufgezeigt werden:

  • Soziale Pflegepflichtversicherung
  • Private Pflegepflichtversicherung

Beitragsberechnung

  • Prozentual vom Einkommen
  • Abhängig vom Eintrittsalter
  • Versicherer
  • Gesetzl. Pflegeversicherung, Einzug durch die GKV
  • Pflegeversicherung des PKV-Anbieters*
  • Alterungsrückstellungen vorhanden Nein/Ja

* In der Regel wird die Pflegepflichtversicherung des PKV-Anbieters genutzt. Bis zu sechs Monate nach Vertragsabschluss kann auch ein anderer PKV Anbieter für die Pflegepflichtversicherung gewählt werden. Das ist in der Praxis nicht üblich.

Gemeinsamkeiten der beiden Systeme

Im Gegensatz zu den Unterschieden fallen die Gemeinsamkeiten der Pflegepflichtversicherung umfangreicher aus, wie folgende Auflistung zeigt:

Zuschlag für Kinderlose wird berechnet
Leistungen sind im Sozialgesetzbuch vorgeschrieben
Leistungen werden im Fall der Pflegebedürftigkeit nicht ausreichen
Beiträge sind auch im Rentenalter weiter zu zahlen

Kinder und Jugendliche werden in der Pflegepflichtversicherung (sozial und privat) kostenfrei bis zum 21. Lebensjahr mit versichert. Voraussetzung ist, dass sie keine eigenen Einkünfte über einem bestimmten Satz erhalten. Dabei ist es unerheblich, ob die Einkünfte aus einer nichtselbstständigen Tätigkeit, aus Mieten, Renten oder Zinsen stammen. Studenten, die mittels Immatrikulationsbescheinigung nachweisen können, dass sie Student sind, erhalten die gratis Absicherung sogar bis zum 25. Lebensjahr.

Wann leistet die Pflegepflichtversicherung?

Die Pflegepflichtversicherung leistet dann, wenn eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wird. Hierbei unterscheidet man in unterschiedlich schwere Pflegebedürftigkeit:

Pflegestufe 0
Pflegestufe 1
Pflegestufe 2
Pflegestufe 3

Um die Pflegestufe anerkannt zu bekommen, muss die Pflegebedürftigkeit wenigstens über sechs Monate bestehen. Dabei müssen pro Tag mindestens 90 Minuten Pflege notwendig sein, wobei die Hälfte der Zeit auf die Grundpflege entfallen muss. Zu dieser zählen:

1. Körperpflege
2. Mobilität
3. Essen

Die Versicherungspflichtgrenze muss überschritten werden

Wenn es um die Voraussetzungen zum Eintritt in die private Krankenvollversicherung geht, dann kommt der Versicherungspflichtgrenze (VPG) eine besondere Bedeutung zu. Leider wird sie häufig mit der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) verwechselt. Deshalb sollen im Folgenden die Unterschiede zwischen den beiden Grenzen näher dargestellt werden:

Die VPG zeigt an, ab welchem Einkommen für Arbeitnehmer ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich ist. Bei der BBG handelt es sich um eine Grenze, bis zu der Beiträge an die GKV gezahlt werden müssen.

Beispiel
BBG 2013 = 3.937,50 €
GKV Beitrag = 15,5 %

  • Einkommen = 3.800,00 €; GKV Beitrag = 3.800,00 € * 15,5 % = 589,00 €
  • Einkommen = 3.937,50 €; GKV Beitrag = 3.937,50 € * 15,5 % = 610,31 €
  • Einkommen = 4.200,00 €; GKV Beitrag = 3.937,50 € * 15,5 % = 610,31 €

Alle Einkommen, die über der Beitragsbemessungsgrenze liegen, werden also zur Berechnung des GKV Beitrags nicht mit berücksichtigt. Zudem wird die BBG in der privaten Krankenvollversicherung berücksichtigt, wenn ein Basis-Tarif abgeschlossen wird. Dieser muss in seinen Leistungen der GKV entsprechen und soll vor allem älteren Privatpatienten zugutekommen, die nicht zurück in die GKV wechseln können, aber die Kosten für die PKV nicht tragen können. Auch hier gilt, dass nicht mehr als der oben genannte Höchstbeitrag verlangt werden darf.

Die Versicherungspflichtgrenze

Anders sieht es bei der Versicherungspflichtgrenze aus. Sie bestimmt, ab welchem Einkommen man überhaupt in die PKV eintreten darf. Aktuell liegt die Versicherungspflichtgrenze bei einem Jahreseinkommen von 52.200 Euro bzw. 4.350 Euro Monatseinkommen.

Nur wenn diese Grenze überschritten wird, kann man sich in der PKV absichern. Allerdings kommt genauso hierbei die Beitragsbemessungsgrenze zum Einsatz. Denn bei Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge auch zur PKV. Der Arbeitgeberanteil ist jedoch auf max. 7,3 Prozent der BBG begrenzt.

Beispiel
Max. AG-Anteil = 3.937,50 € * 7,3 % = 287,44 €

  • Kosten PKV = 600,00 €; AG-Anteil = 287,44 €; AN-Anteil = 312,56 €
  • Kosten PKV = 350,00 €; AG-Anteil (50 %) = 175,00 €; AN-Anteil = 175,00 €

Keine PKV ohne Gesundheitsprüfung

Bei der privaten Krankenvollversicherung entscheiden Kriterien, wie

  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Leistungsumfang und
  • Gesundheitszustand

darüber, wie hoch die Beiträge ausfallen. Ein gesunder, junger Mann mit sehr hohem Einkommen kann somit extrem niedrige Beiträge zahlen. Um den Gesundheitszustand zu ermitteln, werden Gesundheitsfragen gestellt. Diese werden auch als Gesundheitsprüfung bezeichnet. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede, was konkret abgefragt wird.

Inhalte der Gesundheitsprüfung

So werden zunächst die grundlegenden Fragen gestellt, wie etwa nach ambulanten und stationären Behandlungen. Spezielle Fragen zu Operationen, psychischen Behandlungen, Zähnen und Co. runden die Prüfung ab. Hierbei werden jeweils spezielle Zeiträume abgefragt:

Gesundheitsfrage

Zeitraum in der Vergangenheit

Ambulante Behandlungen

3 – 5 Jahre

Stationäre Behandlungen

5 – 10 Jahre

Operationen (auch ambulant)

Ca. 5 Jahre

Psychische Behandlungen

5 – 10 Jahre

Bei den Zähnen sehen die Gesundheitsfragen etwas anders aus. Hier geht es weniger um die Behandlungen, die in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden, als vielmehr um die bestehenden Probleme.

Mögliche Fragen können dabei sein:

  • Bestehen Zahnlücken, fehlen noch Zähne (bei Kindern)?
  • Läuft derzeit eine Behandlung?
  • Ist aktuell eine Behandlung geplant?
  • Ist eine Kieferorthopädie geplant oder läuft diese?
  • Wie alt ist der vorhandene Zahnersatz?
  • Wie viele Zähne sind bereits überkront / ersetzt?

In der Regel kann selbst bei bis zu drei fehlenden Zähnen noch eine Versicherung möglich sein. Dafür werden dann geringe Risikozuschläge fällig. Auch Ausschlüsse, die zeitlich begrenzt sind, beispielsweise auf die bereits laufenden / geplanten Behandlungen sind denkbar.

Atteste durch den Arzt

Mit Unterzeichnung des Antrags auf die private Krankenvollversicherung erklären sich Patienten damit einverstanden, dass bei ihrem Arzt nachgefragt wird. Dieser wird somit von seiner Schweigepflicht entbunden. Dadurch wollen die Versicherer die Angaben der Patienten überprüfen. Das kann auch erst zu einem späteren Zeitpunkt, etwa im Leistungsfall, erfolgen. Sollte sich dabei heraus stellen, dass die Gesundheitsfragen nicht korrekt oder vollständig beantwortet wurden, kann dies zu einer Leistungsverweigerung seitens der PKV führen.

Können Vereinbarungen später verändert werden?

Wurden beim Abschluss der PKV Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse vereinbart, können diese später reduziert bzw. aufgehoben werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Grundlage (z. B. Erkrankung) vollständig ausgeheilt ist. Dabei sollte die Ausheilung bereits zwei bis drei Jahre zurückliegen.

Die spätere Einführung von Leistungsausschlüssen oder Risikozuschlägen ist hingegen nicht möglich. Es muss stets der Gesundheitszustand bei Antragstellung berücksichtigt werden. Verschlechtert sich dieser während der Versicherungszeit, dürfen keine zusätzlichen Beiträge erhoben werden. Ausnahmen gelten, wenn der Versicherungsumfang erweitert werden soll. Dann kann eine erneute Gesundheitsprüfung erfolgen.

Die Äquivalenzberechnung der Beiträge in der PKV

Die Beiträge in der PKV werden in Abhängigkeit zu bestimmten Kriterien berechnet. Hierbei ist auch die Rede von der Äquivalenzberechnung. Damit steht die private Krankenvollversicherung im krassen Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung. Für die Äquivalenzberechnung werden vorwiegend folgende drei Faktoren zu Rate gezogen:

  1. Alter
  2. Gesundheitszustand
  3. Leistungen

Von diesen Grundfaktoren hängt also die Höhe des Beitrags in der PKV ab. Vereinfacht dargestellt heißt das, je älter der Versicherte ist, desto mehr Beiträge muss er bezahlen. Dies hängt damit zusammen, dass man davon ausgeht, dass mit zunehmendem Lebensalter auch mehr Leistungen, wie ärztliche Untersuchungen und Behandlungen benötigt werden.

Je schlechter der Gesundheitszustand ist, wenn also beispielsweise Vorerkrankungen bestehen, desto höher fällt der Beitrag aus. Dies ist dadurch begründet, dass bei bestehenden Erkrankungen häufiger Behandlungen durch den Arzt in Anspruch genommen werden müssen.

Nicht zuletzt werden auch die gewählten Leistungen für die Äquivalenzberechnung herangezogen. Je umfangreicher diese ausfallen, desto höher ist genauso der Beitrag in der PKV.

Die Grundannahmen

In der PKV sollen Versicherte die Beiträge einzahlen, die sie im Laufe ihres Lebens auch für ihre Gesundheit ausgeben. Dabei wird langfristig gerechnet.

Beispiel
25-Jähriger steigt in die PKV ein – Beitrag 250,00 € / Monat
Nach 10 Jahren hat er eingezahlt
(250,00 € * 12 Monate) * 10 Jahre = 30.000,00 €
In den ersten 5 Jahren nimmt er keine Leistungen in Anspruch.
In den folgenden 5 Jahren wird eine schwere Erkrankung festgestellt. Die Behandlungskosten belaufen sich auf 20.000,00 €. Die übrigen 10.000,00 € werden zum Teil für die Verwaltungskosten der PKV, zum Teil für nachfolgende Erkrankungen verwendet.

Allerdings geht diese Rechnung nicht in jedem Fall auf. Oftmals wird über Jahre hinweg in die PKV eingezahlt, ohne Leistungen in Anspruch zu nehmen. Dann sind Tarife, die eine Beitragsrückerstattung gewähren, sinnvoll.

Die Alterungsrückstellungen als Beitragsbestandteil

Sehr komplizierte Berechnungen liegen den Alterungsrückstellungen zugrunde, die als fester Beitragsbestandteil in der PKV kalkuliert werden müssen. Versicherungsmathematische Berechnungen, die Betrachtung von statistischen Werten zu bestimmten Personengruppen und Co. fallen hier ein. Um Licht ins Dunkel zu bringen, wollen wir im Folgenden versuchen, eine vereinfachte und verständliche Darstellung der Alterungsrückstellungen zu bieten.

Alterungsrückstellungen: Sinn und Zweck

Alterungsrückstellungen sind in der PKV zwingend erforderlich, damit die Beiträge mit zunehmendem Alter nicht in unermessliche Höhen schreiten. Deshalb zahlen die Versicherten in jungen Jahren weitaus höhere Beiträge, als sie tatsächlich in Anspruch nehmen. Mit zunehmendem Alter gleichen sich Beiträge und Krankheitskosten aus, bis die Krankheitskosten die Beiträge übersteigen. Ziel ist es, den Beitrag langfristig stabil zu halten. In folgendem Beispiel soll das verdeutlicht werden:

Alter

Beitrag

Krankheitskosten

25

200,00 €

0,00 €

30

220,00 €

50,00 €

35

240,00 €

100,00 €

40

260,00 €

150,00 €

45

280,00 €

200,00 €

50

300,00 €

250,00 €

55

320,00 €

350,00 €

60

340,00 €

400,00 €

65

340,00 €

500,00 €

70

340,00 €

650,00 €

75

340,00 €

700,00 €

80

340,00 €

750,00 €

85

300,00 €

800,00 €

Daraus ergibt sich folgendes Bild:
Ab dem 65. Lebensjahr steigt der Beitrag nicht weiter. Ab dem 81. Lebensjahr kann er sogar gesenkt werden, vorausgesetzt, es sind noch Beträge aus der Alterungsrückstellung vorhanden.

Wie werden Alterungsrückstellungen gebildet?
Alterungsrückstellungen lassen sich in der PKV auf drei Wegen bilden:

  1. 10 % Beitragszuschlag – gesetzlich vorgeschrieben
  2. Freiwillige Alterungsrückstellungen durch den Versicherer – variabel
  3. Gesonderte Beitragsentlastungstarife – gegen Aufpreis

Der Beitragszuschlag ist gesetzlich vorgeschrieben und je jünger der Versicherte, desto mehr Alterungsrückstellungen kann er damit bilden. Die freiwilligen Alterungsrückstellungen sind oft nur schwer ersichtlich und variieren je nach Anbieter. Gesonderte Beitragsentlastungstarife bringen langfristig eine Verringerung des Beitrags im Alter um einen bestimmten Betrag. Je höher dieser Betrag, desto höher die Prämie. Allerdings gilt auch: Je jünger der Versicherte bei Abschluss des Beitragsentlastungstarifs, desto geringer die Prämie.

In der Regel werden die gesetzlich vorgeschriebenen, sowie die freiwilligen Alterungsrückstellungen im Kollektiv gebildet. Sie kommen im Alter auch dem Kollektiv zugute. Damit diese Alterungsrückstellungen möglichst hoch ausfallen, sollten Tarife mit möglichst vielen und langjährig Versicherten gewählt werden.

Mitnahme von Alterungsrückstellungen

Tarife, die vor 2009 abgeschlossen wurden, bieten keine Möglichkeiten, die eigens geleisteten Alterungsrückstellungen beim Wechsel zu einem anderen Versicherer mitzunehmen. Hier kommt das Kollektiv in den Genuss der eigenen Alterungsrückstellungen. Dafür kann man selbst beim neuen Tarif ebenfalls von den bereits gebildeten Alterungsrückstellungen des hier vorhandenen Kollektivs profitieren.

Bei Tarifen, die nach 2009 abgeschlossen wurden, können die Alterungsrückstellungen auf den neuen Versicherer übertragen werden. Allerdings betrifft dies lediglich den Anteil der Alterungsrückstellungen, der auf den Basistarif anfällt. Die Beitragsentlastungstarife hingegen gelten nur bei dem jeweiligen Versicherer. Wird zu einem anderen Anbieter gewechselt, sind die Beiträge weg.

Neben den eigenen Alterungsrückstellungen fließen auch Zinsen dieser zurückgestellten Werte in den Vertrag mit ein. Diese liegen gesetzlich vorgeschrieben bei 3,5 Prozent.

Warum kommt es zu Beitragserhöhungen?

Viele Versicherte in der PKV fürchten den Ablauf eines Kalenderjahres. Schließlich bekommen sie dann oft unangenehme Post zugesandt. Die Rede ist hier von den jährlichen Schreiben, in denen Versicherte mitgeteilt bekommen, welche Beitragsanpassung für das kommende Jahr vorgesehen ist. Diese Beitragsanpassung kann in ihrer Höhe sehr unterschiedlich ausfallen. Folgende Beispiele zeigen drei grundlegende Möglichkeiten, wie so eine Beitragsanpassung aussehen könnte:

Bisheriger Beitrag

Künftiger Beitrag

Veränderung

256,23 €

300,09 €

43,86 €

256,23 €

254,91 €

-1,32 €

256,23 €

256,75 €

0,52 €

Sehr starke Beitragssteigerungen, leichte Beitragssenkungen oder minimale Beitragssteigerungen sind also gleichermaßen möglich. Vielfach wird vor massiven Beitragssteigerungen gewarnt, die dann aber oftmals sehr gering ausfallen. Voraussetzung dafür ist ein möglichst gesunder Tarif, der nach Möglichkeit nicht geschlossen sein darf.

Medizinischer Fortschritt steht für steigende Beiträge

Wichtigster Faktor für steigende Beiträge ist der medizinische Fortschritt. Der Beitrag in der PKV wird zu einem bestimmten Zeitpunkt berechnet. Zu diesem Zeitpunkt liegen statistische Daten zu den durchschnittlichen Kosten für

  • Unterbringung im Krankenhaus,
  • Vergütung der Ärzte,
  • Kosten von Medikamenten

und Co. vor. Kommt es aber zu höheren Kosten aufgrund von Änderungen an den Gebührenordnungen, Erhöhungen der Preise für Medikamente usw., dann ist dies statistisch nicht zwingend vorhersehbar. Eine Anpassung wird notwendig.

Auch der medizinische Fortschritt, der immer mehr Behandlungen, frühere Erkennung von Erkrankungen, neue Behandlungsmethoden usw. hervorbringt, sorgt dafür, dass diese Leistungen in den PKV-Schutz mit eingeschlossen werden müssen. Das führt allerdings zu Mehrkosten, die über die Beitragsanpassung an die Versicherten weiter gegeben werden müssen.

Keine Beitragsanpassung ohne Überprüfung

Eine Beitragsanpassung darf jedoch nur nach eindeutiger Prüfung durch einen unabhängigen Treuhänder durchgeführt werden. Das ist in § 12 b VAG geregelt. Der Treuhänder muss der Anpassung zustimmen. Als Treuhänder dürfen nur Personen bestellt werden, die folgende Voraussetzungen mitbringen:

  • Fachliche Eignung
  • Zuverlässigkeit
  • Ausreichende Kenntnisse der Prämienkalkulation für die Krankenversicherung
  • Unabhängigkeit vom Versicherungsunternehmen

Tipps gegen Beitragserhöhungen

Steigende Beiträge machen den meisten privat Versicherten in vielen Fällen Sorgen. Gerade ältere Versicherte sind von den steigenden Beiträgen betroffen. Aufgrund der höheren Krankheitskosten, die statistisch durch den medizinischen Fortschritt ermittelt wurden, müssen auch die Zuschläge für die Alterungsrückstellung ansteigen. Wer schon älter ist, hat nicht mehr so viel Zeit, diese Alterungsrückstellungen auszubilden, weshalb sie sich bei ihm stärker auswirken.

Deshalb wird zunehmend häufiger nach Möglichkeiten gesucht, um die Beitragserhöhungen abzufedern. Dafür stehen verschiedene Varianten zur Verfügung:

  1. Wechsel in einen anderen Tarif beim selben Krankenversicherer
  2. Kürzung von Leistungen im eigenen Tarif
  3. Erhöhung der Selbstbeteiligung
  4. Nutzung von Beitragsentlastungstarifen

Wechsel in einen anderen Tarif

Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, bei der gleichen privaten Krankenversicherung in einen anderen Tarif zu wechseln. Sofern dieser geringere Leistungen, als der bisherige Tarif mit sich bringt, ist in aller Regel auch keine Gesundheitsprüfung erforderlich.

Kürzung von Leistungen im eigenen Tarif

Ebenfalls kann der Beitrag gesenkt werden, wenn auf bestimmte Leistungen künftig verzichtet wird. Wer sich zum Beispiel auch damit anfreunden kann, im Zwei-, statt im Ein-Bett-Zimmer untergebracht zu werden, kann dadurch kräftige Einsparungen erzielen. Selbst ein Verzicht auf die Behandlung durch den Chefarzt bietet Einsparpotenzial.

Erhöhung der Selbstbeteiligung

In der privaten Krankenversicherung wird häufig eine Selbstbeteiligung vereinbart. Wer diese erhöht, also für einen größeren Teil der Krankheitskosten selbst aufkommt, der kann damit den Beitrag ebenfalls reduzieren.

Alle diese Varianten sollten wohl durchdacht werden. Gerade mit zunehmendem Alter sind Wechsel in einen anderen Tarif gut zu überlegen, da jetzt, wo vermehrt Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen werden müssen, ein Verzicht auf bestimmte Leistungen schwierig sein kann. Auch der Verzicht von Leistungen sollte gut durchdacht sein. Und bei der Selbstbeteiligung sollte berücksichtigt werden, dass das Einkommen im Rentenalter oft deutlich unter dem während des Berufslebens liegt. Vermehrte Eigenbeiträge sind dann womöglich nicht mehr zu leisten.

Beitragsentlastungstarife

Beitragsentlastungstarife können ebenfalls genutzt werden. Sie bringen allerdings nur dann etwas, wenn sie frühzeitig abgeschlossen wurden. Dann sind die zu zahlenden Beiträge nämlich noch vergleichsweise gering.

Die Beitragsrückerstattung in der PKV

In der privaten Krankenversicherung ist häufig von der Beitragsrückerstattung zu hören. Diese soll einen besonderen Anreiz für die Versicherten darstellen und sie finanziell entlasten. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Beitragsrückerstattung:

  1. Erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung
  2. Erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreit
  3. Leistungsfreiheitsrabatt

Die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung

Am häufigsten findet sich in der PKV die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung. Sie hängt von dem wirtschaftlichen Erfolg des Versicherungsunternehmens ab. Das heißt, weist der Versicherer in seiner Bilanz einen hohen Gewinn auf, so kann er einen Teil dessen für die Beitragsrückerstattung an seine Mitglieder auszahlen. Bis zu sechs Monatsbeiträge sind hierbei möglich. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass die Beitragsrückerstattung bei einem schlechten Betriebsergebnis des Versicherers nicht bzw. nur in geringem Maße erfolgt.

Erfolgsunabhängige Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit

Diese Form der Beitragsrückerstattung ist eher selten zu finden. Die Beitragsrückerstattung wird garantiert. Auch hier sind bis zu sechs Monate Beitragsrückerstattung möglich. Allerdings erfolgt die Zahlung nur dann, wenn keine Leistungen aus der PKV in Anspruch genommen wurden.

Leistungsfreiheitsrabatt

Recht häufig finden sich genauso Angebote zum Leistungsfreiheitsrabatt. Diese Beitragsrückerstattung ähnelt dem Schadenfreiheitsrabatt in der Kfz-Versicherung. Das heißt, je mehr Jahre in Folge keine Leistungen in Anspruch genommen wurden, umso höher fällt die Beitragsrückerstattung aus. Auch hier sind bis zu sechs Monatsbeiträge möglich.

Sofern Leistungen in Anspruch genommen werden, sinkt der Leistungsfreiheitsrabatt, allerdings entfällt er nicht sofort, wie bei der erfolgsunabhängigen Beitragsrückerstattung.

Tücken bei der Beitragsrückerstattung

Bei der Beitragsrückerstattung ergeben sich jedoch ebenso einige Tücken. Diese beziehen sich auf die Berechnung der Monatsbeiträge. So werden PKV-Beiträge in einer Summe ermittelt, jedoch gliedern sie sich in verschiedene Bereiche auf. Und bei der Beitragsrückerstattung werden nur einzelne Tarifbestandteile berücksichtigt.

Beispiel
Ambulante Tarifbestandteile 70,00 €
Stationäre Tarifbestandteile 50,00 €
Zahn-Tarifbestandteile 50,00 €
Alterungsrückstellung Zuschlag 15,00 €
Krankentagegeld 30,00 €
Pflegepflichtversicherung 15,00 €
Gesamtbeitrag 230,00 €
Fall 1:
Erfolgsabhängige Erstattung 3 Monatsbeiträge (MB)
Fall 2:
Erfolgsunabhängige Erstattung bei Leistungsfreiheit 6 MB
Fall 3:
Leistungsfreiheitsrabatt 4 MB
Zu berücksichtigen sind lediglich die ambulanten und stationären Tarifbestandteile:

Fall 1

Fall 2

Fall 3

(70,00 € + 50,00 €) * 3 = 360,00 €

(70,00 € + 50,00 €) * 6 = 720,00 €

(70,00 € + 50,00 €) * 4 = 480,00 €

Gesamtbeitrag / Jahr = 230,00 € * 12 = 2.760,00 €
Max. Erstattung 6 MB = 720,00 €
Eine Halbierung der Beiträge ist also nicht möglich.

Die Selbstbeteiligung in der PKV

In der privaten Krankenversicherung ist es durchaus üblich, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Diese verringert den monatlichen Beitrag für die PKV je nach Höhe merklich. Die Unterschiede sind dabei extrem, es gibt Tarife mit nur 53 Euro Selbstbeteiligung (SB) jährlich, aber auch Tarife, die bis zu 7.500 Euro SB pro Jahr vorsehen.

Je höher die SB gewählt wird, desto geringer fallen die Beiträge für die PKV aus. Das liegt daran, dass der Versicherte sich bereit erklärt, einen Teil der anfallenden Krankheitskosten selbst zu tragen. Unterschieden wird aber nicht nur nach der Höhe der SB, sondern auch danach, wie diese angewendet wird:

  1. Komplette Selbstbeteiligung
  2. Selbstbeteiligung in Teilbereichen
  3. Prozentuale Selbstbeteiligung
  4. Fallweise Eigenbeteiligung

Die komplette SB ist eher selten zu finden. Hier müsste man für jeden Bereich der PKV zuzahlen. Die SB in Teilbereichen ist die häufigste Variante, hier zahlt man beispielsweise (sehr häufig) nur für Leistungen aus dem ambulanten Bereich, für Leistungen aus dem ambulanten und dem Zahnbereich (seltener) oder für Leistungen aus dem stationären und ambulanten Bereich (seltener). Der prozentuale Selbstbehalt ist ebenfalls möglich, allerdings auch riskant, da bei Notfallbehandlungen oft hohe Kosten anfallen. Deshalb wird hier meist eine Höchstgrenze vereinbart. Die fallweise Eigenbeteiligung bieten derzeit nur sehr vereinzelte Anbieter an. Hierbei muss für jede Behandlung, Untersuchung usw. ein Eigenbeitrag in festgelegter Höhe bezahlt werden.

Beispiel
4 Arztbesuche im Jahr á 35 Euro = 140,00 €
2 Zahnarztbesuche im Jahr á 99 € = 198,00 €
1 Krankenhausaufenthalt im Jahr á 600,00 € = 600,00 €

  1. Vereinbarte SB bei kompletter SB = 300,00 €
  2. b) Vereinbarte SB bei Teilbereichen (nur ambulant) = 600,00 € 
  3. Vereinbarte max. SB bei prozentualer SB = 800,00 € ; Prozentsatz = 20 %
  4. Vereinbarte SB bei fallweiser Eigenbeteiligung = 20,00 €

Was muss der Versicherte zahlen?

  1. 140,00 € + 198,00 € + 600,00 € = 938,00 € Gesamtkosten; 300,00 € = SB
  2. 140,00 € = ambulante Gesamtkosten; 140,00 € = SB
  3. 140,00 € + 198,00 € + 600,00 € = 938,00 € Gesamtkosten; 938,00 € * 20 % = 187,60 €; 187,60 € = SB
  4. (4 Arztbesuche * 20,00 €) + (2 Zahnarztbesuche * 20,00 €) + (1 Krankenhausaufenthalt * 20,00 €) = 140,00 €; 140,00 € = SB

Zwar scheint die fallweise Eigenbeteiligung im Beispiel recht günstig, allerdings muss bei häufigen Arztbesuchen mit höheren Kosten gerechnet werden. Die prozentuale SB macht nur Sinn, wenn sie auf einen Höchstbetrag begrenzt und die prozentual selbst zu übernehmenden Kosten nicht zu hoch angesetzt werden. Die vollständige SB ist ebenfalls nicht ratsam, da gerade Krankenhausaufenthalte sehr kostenintensiv sind. Ideal ist eine SB für den rein ambulanten Bereich, die noch dazu auf ein gängiges Mindestmaß festgelegt wird.

Welche SB für welche Berufsgruppen?

Selbstständige tun gut daran, eine möglichst hohe SB zu wählen, um den Beitrag zu senken. Durchschnittlich sollten hier 600 Euro SB pro Jahr vereinbart werden. So können kleinere Behandlungen gezahlt werden, trotzdem lässt sich noch von den Beitragsrückerstattungen profitieren.

Angestellte sollten dagegen geringere SB-Werte wählen. Zu niedrige Beiträge sorgen dafür, dass sich der Arbeitgeber auch mit geringeren Beträgen an den PKV-Kosten beteiligt. An der SB muss der Arbeitgeber sich dagegen nicht beteiligen.

Der PKV Basistarif

Seit dem 01.01.2009 gibt es in der PKV den Basistarif. Dieser sieht eine Krankenabsicherung in Form der GKV vor, allerdings unter dem Dach der PKV. Entwickelt wurde der Basistarif, der gesetzlichen Vorgaben folgen muss, um auch Personen, die sich zum Beispiel mit zunehmendem Alter steigende PKV-Beiträge nicht mehr leisten können, einen Versicherungsschutz bieten zu können. Denn eine Rückkehr in die GKV ist nur durch Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung möglich. Und auch diese Möglichkeit entfällt mit Überschreiten des 55. Lebensjahrs. So soll vermieden werden, dass Versicherte sich in jungen Jahren günstig in der PKV absichern, mit steigendem Alter und Krankheitskosten jedoch der Solidargemeinschaft der GKV zur Last fallen.

Welche Besonderheiten gelten beim PKV Basistarif?

Beim PKV Basistarif gelten allein durch die gesetzlichen Vorgaben zahlreiche Besonderheiten. Einige davon sind:

Der Basistarif arbeitet nicht kostendeckend, Deckungslücken müssen von den übrigen PKV-Versicherten getragen werden.
Der Basistarif muss die Leistungen der GKV nachbilden. Dadurch kann es auch zu Leistungskürzungen beim bestehenden Vertrag kommen.
Die Höhe der Beiträge bemisst sich anhand der Höchstbeiträge zur GKV (2013: ca. 610 Euro monatlich). Höhere Beiträge dürfen im PKV Basistarif nicht verlangt werden. Dafür fallen weder Risikozuschläge, noch Leistungsausschlüsse an. Die hohen Beiträge müssen auch dann gezahlt werden, wenn das Einkommen sinkt (z. B. im Rentenalter).
Für jedes Familienmitglied sind eigene Beiträge im PKV Basistarif zu entrichten. Bei Kindern gelten aktuell Höchstwerte von ca. 250 Euro monatlich.
Im Basistarif müssen Alterungsrückstellungen gebildet werden.
Der Basistarif startet häufig mit sehr vielen alten und kranken Versicherten. Eine Risikomischung kann so nicht erfolgen.
Die PKV erhält auch für den Basistarif, im Gegensatz zur GKV, keine Mittel aus Steuergeldern.

Wer kann in den Basistarif wechseln?

Es gibt ganz bestimmte Personengruppen, die in den Basistarif wechseln können. Das sind
Mitglieder in der freiwilligen gesetzlichen Versicherung mit Stand 31.12.2008 – innerhalb von sechs Monaten
Personen, die mit Stand 01.01.2009 weder in einer gesetzlichen, noch einer privaten Krankenversicherung abgesichert waren und weder Sozialhilfe noch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten haben
Beihilfeberechtigte, die einen Ergänzungsschutz suchen
Privatversicherte, die nach dem 01.01.2009 eine PKV abgeschlossen haben

Bei den Bestandsmitgliedern der PKV gelten besondere Bedingungen. Sie konnten bis zum 30.06.2009 in den Basistarif wechseln, teilweise konnten dabei die Alterungsrückstellungen sogar mitgenommen werden. Ein erneuter Wechsel in einen höheren Tarif war aber erst nach 18-monatiger Wartezeit möglich. Seit dieser Zeit können Bestandskunden der PKV nur noch in den folgenden Fällen in den Basistarif wechseln:

1. Vollendung des 55. Lebensjahrs
2. Bezug von Rente der GKV / Ruhegehalt nach beamtenrechtlichen Vorschriften
3. Nachweis der Hilfebedürftigkeit im Sinne des Sozialrechts

Kontrahierungszwang im Basistarif

Im PKV Basistarif besteht Kontrahierungszwang. Das heißt, dass kein Mitglied, das Antrag auf den Basistarif stellt, abgelehnt werden darf. Ausnahmen gelten in folgenden Fällen:

Vorversicherung beim PKV Anbieter bestand, der Anbieter hat den Vertrag wegen arglistiger Täuschung / Drohung angefochten
Rücktritt vom Versicherungsvertrag wegen vorsätzlicher Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

In diesen Fällen muss sich der Versicherte an einen anderen Anbieter wenden.
Eine Gesundheitsprüfung erfolgt allerdings auch beim Basistarif. Grund dafür ist, dass die Beiträge im Basistarif regelmäßig nicht ausreichen, um die Kosten zu decken. Dadurch werden die Mehrkosten für Vorerkrankungen auf alle im Basistarif Versicherten umgelegt. Eine Umlage für die Mehraufwendungen, die durch die Beitragsbegrenzung entstehen, erfolgt auf alle PKV Versicherten. Um diese Umlage zu ermitteln, wird die Gesundheitsprüfung durchgeführt und anhand der Angaben ein Umlagesatz ermittelt. Dieser dient nur als Kalkulation, wird dem Versicherten allerdings auferlegt, wenn er später in einen höheren Tarif wechselt.

Der Standardtarif für Rentner in der PKV

Der Standardtarif ist im Grunde genommen ein Vorgänger des Basistarifs in der PKV. Er wurde 2009 durch den Basistarif ersetzt, wird aber aufgrund des Vertrauensschutzes auch weiterhin für ältere Versicherte angeboten. Die Beiträge sind auf die aktuellen Höchstwerte des GKV-Beitrags begrenzt, die Leistungen entsprechen im Wesentlichen denen der GKV. Ziel war es, mit dem Standardtarif für Rentner in der PKV einen Tarif einzuführen, der zu hohe Beiträge im Alter vermeiden kann, dafür aber auch nur begrenzte Leistungen mit anbietet.

Die Leistungen im Standardtarif

Welche Leistungen im Standardtarif für Rentner in der PKV angeboten werden, zeigt folgende Tabelle anschaulich:

Leistung

Umfang der versicherten Leistung

Begrenzung der Leistungen

Ambulante Behandlungen durch den Arzt

100 %

  • Max. 1,8-facher Gebührensatz beim Arzt
  • Max. 1,38-facher Gebührensatz bei medizinisch-technischen Leistungen
  • Max. 1,16-facher Gebührensatz bei Laborleistungen

Psychotherapie

Max. 25 Sitzungen / Jahr

  • Max. 1,8-facher Satz der Gebührenordnung

Rettungsfahrten

90 %

  • 5 – 10 Euro Zuzahlung / Fahrt

Häusliche Behandlungspflege

90 %

  • Max. die Höchstpreise der GKV
  • Zuzahlungen für max. 28 Tage / Jahr

Arznei- und Verbandmittel

80 %

  • Max. 306 Euro Selbstbeteiligung / Jahr
  • Danach 100 % Erstattung
  • Hilfsmittel laut Hilfsmittelverzeichnis
  • Höchstsätze für Krankenfahrstühle und Hörgeräte

Heilmittel

Hilfsmittel

Zahnarzt-Behandlungen

100 %

  • Max. 2,0-facher Satz der Gebührenordnung
  • Ausweisung als Standardtarifversicherter nötig

Zahnersatz

65 %

Kieferorthopädie

80 %

Krankenhaus

100 %

  • Volle Erstattung der Regelleistung
  • 10 Euro Zuzahlung / Tag
  • Max. Zuzahlung für 28 Tage

Obwohl diese Leistungen gesetzlich geregelt sind, kann durch gesonderte Vereinbarungen davon abgewichen werden.

Wer kann im Standardtarif versichert werden?

Wie der Basistarif, steht auch der Standardtarif der PKV nur ganz bestimmten Personengruppen zur Verfügung. Dazu zählen folgende Personengruppen:

Alter

Personengruppe

Bedingungen

65 Jahre

Mind. 10 Jahre PKV-Vollversicherung

Familienangehörige von Beamten und Beamte

55 Jahre

  • Mind. 10 Jahre PKV-Vollversicherung
  • Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze

Familienangehörige von Beamten und Beamte

Personen, die vorzeitig in Rente oder Pension gehen, weil eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt

  • Mind. 10 Jahre PKV-Vollversicherung ODER im Beihilfetarif
  • Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze

Ebenfalls können Beamte mit Vorerkrankungen direkt in den Standardtarif für Rentner wechseln, sofern sie für normale Beihilfetarife nicht bzw. nur mit Risikozuschlag aufgenommen werden. Der Antrag dafür muss binnen sechs Monaten nach Verbeamtung oder Feststellung einer Behinderung gestellt werden.

Bei Beihilfeberechtigten werden die Leistungen nur anteilig gezahlt. Zahlt der Dienstherr 50 Prozent, kommt auch die PKV nur für 50 Prozent der Leistungen auf. Dadurch wird der Beitrag auf den halben Maximal-Beitrag in der GKV begrenzt.

Private Krankenversicherung für Beamte

Beamte haben in Deutschland einen Sonderstatus. Vom Dienstherrn erhalten sie die so genannte Beihilfe. Dadurch entfällt die Krankenversicherungspflicht der Beamten in der gesetzlichen Krankenkasse. Das heißt, dass sich Beamte, aber auch ihre Angehörigen (Ehepartner, Kinder) über die private Krankenversicherung absichern können. Die Angehörigen erhalten den Schutz über die Beihilfe jedoch nur, wenn sie nicht an eine gesetzliche Krankenversicherung bzw. Familienversicherung gebunden sind.

PKV für Beamte meist als Spezialtarif

Die meisten privaten Krankenversicherer bieten für Beamte einen Spezialtarif. Dieser sieht vor, dass alle Leistungen, die von der Beihilfe getragen werden, auch im PKV-Tarif enthalten sein müssen. Zahlt also die Beihilfe nur für allgemeine Gesundheitsleistungen, so sind genauso nur diese im PKV-Tarif enthalten. Kommt die Beihilfe auch für Wahlleistungen (z. B. Chefarztbehandlung, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer) auf, so müssen diese Wahlleistungen ebenso im PKV-Tarif enthalten sein.

Werden Wahlleistungen über die Beihilfe nicht übernommen, so können Beamte dafür einen so genannten Beihilfeergänzungstarif abschließen. Dieser besagt, dass gleichfalls die Wahlleistungen erstattet werden. Für den Beihilfeergänzungstarif müssen die Beamten dann aber alleine aufkommen.

Kontrahierungszwang in der PKV für Beamte

Bei Beamten gelten aber noch weitere Ausnahmen. So besteht ein Kontrahierungszwang. Normalerweise haben private Krankenversicherer bei bestimmten Vorerkrankungen, die Möglichkeit,

  • Antragsteller abzulehnen,
  • Leistungsausschlüsse zu vereinbaren oder
  • Risikozuschläge zu vereinbaren.

Diese Möglichkeiten sind bei Beamten stark eingeschränkt. Bei der Erstverbeamtung muss der Antragsteller aufgenommen werden. Der maximale Risikozuschlag darf 30 Prozent nicht übersteigen. Daher spricht man hier auch vom Kontrahierungszwang. Dieser gilt übrigens nicht für Beamtenanwärter.

Anwartschaftsversicherungen in der PKV

Ebenfalls besteht die Möglichkeit für Beamtenanwärter, eine so genannte Anwartschaftsversicherung abzuschließen. Diese ermöglicht es, zu einem späteren Zeitpunkt in eine Restkostenversicherung umgewandelt zu werden. Dafür ist keine erneute Gesundheitsprüfung nötig, so dass die Restkostenversicherung trotz mittlerweile bestehender Erkrankungen abgeschlossen werden kann. Unterscheiden muss man dabei in die

  • große Anwartschaftsversicherung und die
  • kleine Anwartschaftsversicherung.

Erstere legt das Alter des Beamten bei Abschluss der Anwartschaftsversicherung zugrunde. Dadurch werden die Beiträge für die spätere Restkostenversicherung günstiger. Letztere dagegen sorgt für höhere Beiträge, weil das Alter bei Abschluss der Restkostenversicherung und nicht bei Abschluss der Anwartschaftsversicherung zugrunde gelegt wird.

Private Krankenversicherung für Selbstständige

Ebenfalls sind Selbstständige zu den Hauptzielgruppen der privaten Krankenversicherung zu zählen. Sie haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, sich krankenzuversichern:

  1. Freiwillige Weiterversicherung in der GKV
  2. Abschluss einer privaten Krankenvollversicherung

Freiwillige Weiterversicherung in der GKV

Diese Form der Absicherung kommt dann in Frage, wenn Familie vorhanden ist. Denn dadurch kann diese auch weiterhin im Rahmen der günstigen Familienversicherung abgesichert werden. Ehepartner und Kinder müssen in diesem Fall keine eigenen Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

Für ältere Selbstständige ist die freiwillige Weiterversicherung in der GKV ebenfalls empfehlenswert, da sie sehr hohe Beiträge in der PKV erwarten müssen. Junge und gesunde Selbstständige haben einige Probleme bei der freiwilligen Weiterversicherung:

  • Beitragssatz richtet sich nach der Höhe des Einkommens, oft wird ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze veranschlagt, das aber gerade von Kleinunternehmern und Gründern nicht erzielt wird
  • Beiträge können nicht mehr, wie bisher gewohnt, mit dem Arbeitgeber geteilt werden
  • Krankengeld ist erst ab dem 43. Tag und nur durch Abschluss eines Wahltarifs bzw. Zahlung des erhöhten Beitragssatzes möglich

Abschluss einer privaten Krankenvollversicherung

Anders sieht es bei der privaten Krankenvollversicherung aus. Hier können viele Selbstständige nicht nur von günstigeren Beiträgen, sondern auch von umfangreicheren Leistungen profitieren. Die Beiträge lassen sich zudem beeinflussen, indem z. B.

  • auf Wahlleistungen verzichtet wird (z. B. Chefarztbehandlung, Unterbringung im Einzelzimmer),
  • ein hoher Selbstbehalt gewählt wird (Vorsicht: hoher Selbstbehalt kann im Krankheitsfall zur finanziellen Zerreißprobe werden),
  • verschiedene Bausteine als Basisschutz zusammengestellt werden (100 % Zahnbehandlung, aber nur 50 oder 80 % Zahnersatz).

Zudem berechnen sich die Beiträge für Selbstständige anhand des

  • Eintrittsalters,
  • Gesundheitszustands und der vereinbarten
  • Leistungen.

Was gehört in den privaten Krankenversicherungsschutz für Selbstständige?

Zwingend sollten Selbstständige eine Krankentagegeldversicherung in den Gesamtschutz mit integrieren. Diese leistet frühestens ab dem vierten Tag der Erkrankung. Die Leistungen können aber auch erst später erfolgen, was hohe Kosten spart. Sinnvoll ist es, während der ersten vier Krankheitswochen nur einen geringen Grundbetrag zu vereinbaren, der sich danach erhöht.

Zahnbehandlungen sollten immer vollständig übernommen werden, der Zahnersatz kann einen Teil oder die gesamten Kosten tragen. Bei der Absicherung von stationären Aufenthalten ist es sinnvoll, wenn diese komplett (ohne Berücksichtigung von Selbstbehalten) übernommen werden. Ratsam ist es zudem, wenn bei Leistungsfreiheit Beitragsrückerstattungen winken.

Besonders wichtig ist außerdem, dass man sich zunächst für einen Basisschutz entscheidet, der später jedoch auch ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen höheren Schutz umgewandelt werden kann.

Was sonst noch wichtig ist

Eine Rückkehr in die GKV ist für Selbstständige nur möglich, wenn sie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung annehmen. Aber auch dies gilt nur bis zu einem bestimmten Alter. In hohem Alter ist die Rückkehr in die GKV gänzlich ausgeschlossen. Da zu dieser Zeit ebenfalls die Beiträge in der PKV stark ansteigen, bleibt oft nur die Möglichkeit, in einen Basis-Tarif zu wechseln, der wenige Leistungen mit sich bringt, aber dafür auch weniger kostet.

Zudem sollten Selbstständige, die eine PKV abschließen wollen, sehr genau überlegen, welcher Versicherung sie den Zuschlag erteilen. Ein späterer Wechsel macht meist wenig Sinn, da die Beiträge mit zunehmendem Alter, aber auch mit mittlerweile aufgetretenen Erkrankungen deutlich ansteigen. Zudem gehen die Alterungsrückstellungen, die in der PKV gebildet werden, zumindest teilweise verloren.

Ist die private Krankenversicherung auch für Angestellte möglich?

Die private Krankenvollversicherung kommt auch für Angestellte in Frage. Diese müssen jedoch eine Grundvoraussetzung erfüllen, um in die PKV wechseln zu können. Sie ist im Einkommen zu sehen, das seit 2013 mindestens bei

  • 52.200 Euro pro Jahr oder
  • 4.430 Euro pro Monat

liegen muss. Bei einem geringeren Einkommen besteht für Angestellte keine Möglichkeit, in die private Krankenvollversicherung zu gelangen. Außerdem muss dieses Einkommen mindestens ein Jahr vor dem Beitritt in die PKV erworben werden. Bis 2011 waren es sogar drei Jahre.

Lohnt sich der Wechsel zur PKV?

Ob sich der Wechsel zur privaten Krankenversicherung lohnt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen etwa

  • Alter,
  • Gesundheitszustand,
  • familiäre Situation des Angestellten usw.

An einem Beispiel verdeutlicht, wird es verständlicher:
Monatseinkommen: 4.500,00 €
Beitrag GKV: 15,50 %
Beitrag PKV (einfacher Schutz): ca. 300,00 €
Beitrag GKV:
15,50 % von 4.430,00 € = 686,65 €

Es lässt sich also auf den ersten Blick erkennen, dass der Beitrag zur GKV mehr als doppelt so hoch, wie der zur PKV liegt. Dennoch lohnt sich der Wechsel nicht immer. Beispielhaft seien hier Kinder genannt.
3 Kinder in der PKV 150,00 € Monatsbeitrag / Kind
PKV-Beiträge gesamt (150,00 € * 3) + 300,00 € = 750,00 €

Verzichtet man auf die PKV, so werden die Kinder gratis in der Familienversicherung abgesichert. Dadurch entsteht ein Gesamtaufwand von oben genannten 686,65 €. Davon trägt der Arbeitgeber noch knapp die Hälfte der Kosten, so dass die Summe sich wiederum minimiert.

Rückkehr in gesetzliche Kasse oft nicht möglich

Zu berücksichtigen ist ebenfalls: Wer sich einmal für die PKV entschieden hat, kann so ohne Weiteres nicht mehr zurück in die GKV. Ausnahmen gelten, wenn eine Beschäftigung angenommen wird, bei der man einen geringeren Verdienst hat. Hier landet man automatisch wieder in der GKV. Allerdings gilt dies nur bis zu einem Höchstalter von 55 Jahren. Wer älter ist, hat keine Chance mehr auf eine Rückkehr in die GKV und ab diesem Alter wird es in der PKV aufgrund des erhöhten Risikos, das mit zunehmendem Alter einhergeht, auch wesentlich teurer. Hier kann also zur Beitragssenkung nur noch auf den Basis-Tarif ausgewichen werden, der dann aber auch nur die Leistungen der GKV beinhaltet. Die Entscheidung für die PKV sollte also wohl überlegt sein, ist es doch eine Entscheidung fürs Leben. Spätere Wechsel sind problematisch, da mit zunehmendem Eintrittsalter auch die Beiträge rapide ansteigen.

Private Krankenversicherung für Studenten

Studenten haben mit Studienbeginn einige Entscheidungen zu treffen. Eine davon betrifft die Wahl der Krankenversicherung. Hier haben sie grundsätzlich die Wahl zwischen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung. Beide bieten spezielle Studententarife zu günstigen Konditionen an. Vielfach wird der PKV der Vorzug gegeben, weil man sich bessere Leistungen und geringere Kosten davon verspricht. Allerdings sollte die Entscheidung wohl überlegt sein, da die Auswahl der Krankenversicherung für die gesamte Dauer des Studiums bindend ist.

Wann kann man die Versicherung wechseln?

Die private Krankenversicherung steht grundsätzlich allen Studenten offen. Sie kann binnen drei Monaten nach Aufnahme des Studiums (Immatrikulation) abgeschlossen werden. Besteht noch eine Familienversicherung für den Studenten, sollte diese in jedem Fall weiter genutzt werden, da sie völlig kostenfrei ist. Sobald die Familienversicherung ausläuft, kann ebenfalls in die private Krankenversicherung gewechselt werden. Weitere Wechselmöglichkeiten bestehen, wenn

  • das 14. Fachsemester erreicht wurde oder
  • das 30. Lebensjahr überschritten wurde.

In diesen Fällen ist die Absicherung im Studenten-Tarif der PKV wirklich günstiger, da in der gesetzlichen Krankenversicherung bei einer so langen Studienzeit bzw. einem so hohen Alter keine speziellen Studententarife mehr gewährt werden können.

Wann lohnt sich die private Krankenversicherung?

In oben genannten Fällen kann man klar für die PKV plädieren. Auch Kinder von Beamten profitieren von einem Tarif in der privaten Krankenversicherung, allerdings nur solange sie über den Dienstherrn der Eltern noch Beihilfe erhalten. Dann ist eine Restkostenversicherung in der PKV möglich, die nur für einen geringen Teil der Krankheitskosten aufkommt. Dieser Tarif ist freilich günstig. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Beihilfe an das Kindergeld gekoppelt wird. Dieses wird maximal bis zum 25. Lebensjahr gezahlt. Danach ist Schluss und auch die Krankenversicherung muss in eine Vollversicherung umgewandelt werden, die mit höheren Kosten zu Buche schlägt. Solange noch Beihilfe gezahlt wird, ist die PKV die bessere Wahl, denn in der GKV gibt es keine Restkostentarife, hier müsste der volle Beitrag gezahlt werden.

Die älteren Studenten bzw. die Studenten, die schon lange studieren, sind mit der PKV meist besser bedient, da es für sie keine Studententarife in der GKV mehr gibt.

Wie kommt man aus der PKV wieder hinaus?

Wer sich innerhalb des Studiums für die private Krankenversicherung entschieden hat, der kann während des gesamten Studiums nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenkasse wechseln. Nach dem Studium ist der Wechsel nur möglich, wenn eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen wird. Wer sich also direkt im Anschluss an das Studium selbstständig macht, der wird weiterhin in der PKV bleiben müssen.

Kinder in der privaten Krankenversicherung

Besonders schwierig ist die Frage, wie es mit Kindern in der privaten Krankenversicherung aussieht. Denn hier gelten klare gesetzliche Reglungen, die für den Laien nur schwer verständlich sind. Oftmals stellt sich die Konstellation so dar, dass ein Elternteil in der privaten, der andere in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Da kommt schnell die Hoffnung auf, dass der Nachwuchs kostenfrei in der Familienversicherung des Elternteils abgesichert werden kann, der in der GKV ist. Doch leider sieht das Gesetz hier andere Regelungen vor:

  1. Kinder sind grundsätzlich bei dem Elternteil zu versichern, der ein höheres Einkommen erzielt.
  2. Neugeborene müssen von der privaten Krankenversicherung angenommen werden, ohne Risikozuschläge, ohne Wartezeiten, ohne Gesundheitsprüfung, wenn ein Elternteil bei der PKV bereits Mitglied ist.
  3. Der Kontrahierungszwang, wie oben beschrieben, gilt nur, wenn die Leistungen der PKV für das Kind im gleichen Umfang, wie für den Elternteil erfolgen.
  4. Es kann eine Vorversicherungszeit vereinbart werden, die maximal drei Monate betragen darf. Das heißt, dass der privat versicherte Elternteil mindestens drei Monate vor der Geburt bei der PKV versichert sein muss, damit der Kontrahierungszwang entsteht.

Beim vierten Punkt handelt es sich um eine Kann-Bestimmung. Einige private Krankenversicherer haben diese bereits ausgehebelt und verlangen keine Vorversicherungszeit. Was heißt das aber faktisch konkret?

Diese Möglichkeiten zur Absicherung des Nachwuchses gibt es
Anhand von einfachen Fallbeispielen wollen wir verdeutlichen, wie man den Nachwuchs absichern kann:

Fall

Verdienst

Versicherung

Kind wird versichert bei

Ehemann

Ehefrau

Ehemann

Ehefrau

1

5.000,00 €

4.800,00 €

Freiwillig gesetzlich

Privat

Wahlweise bei GKV oder PKV

2

5.000,00 €

2.000,00 €

Privat

Gesetzlich

PKV

3

2.000,00 €

1.500,00 €

Privat

Gesetzlich

Wahlweise bei GKV oder PKV

 

Erläuterung:
Fall 1: Der Ehemann verdient mehr, als die Ehefrau. Da Kinder beim Besserverdienenden Partner abzusichern sind, ist die Familienversicherung möglich. Genauso kann das Kind jedoch in der PKV versichert werden.

Fall 2: Der Ehemann verdient mehr Geld, sein Einkommen liegt über der Beitragsbemessungsgrenze und dadurch ist das Kind verpflichtend in der PKV abzusichern.

Fall 3: Zwar verdient der Ehemann mehr Geld, arbeitet aber selbstständig. Da sein Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigt, kann das Kind auch über die Familienversicherung abgesichert werden.

Im Zweifel für die GKV entscheiden
Bei Kindern sollte man sich im Zweifel immer für die GKV entscheiden, denn hier ist die Absicherung gegen Erkrankungen jedweder Art gratis. Wer den Nachwuchs bei einer anderen privaten Krankenversicherung als der eigenen absichern will, muss hier mit Nachteilen rechnen:

  • Absicherung ohne Gesundheitsprüfung nicht möglich
  • Ablehnung aufgrund von Erkrankungen denkbar
  • Risikozuschläge können erhoben werden
  • Wartezeiten sind möglich
  • Absicherung meist erst mit fortgeschrittenem Lebensalter, wenn auch angeborene Erkrankungen bereits diagnostiziert sind

Leistet die PKV im Ausland?

Was ist mit meiner privaten Krankenvollversicherung, wenn ich im Ausland unterwegs bin – eine durchaus berechtigte Frage, die sich viele privat Versicherte stellen. Grundsätzlich gilt: Im europäischen Ausland leistet die private Krankenvollversicherung unbegrenzt. Im außereuropäischen Ausland kommt sie ebenfalls für die nötigen Behandlungskosten auf, allerdings nur für einen Monat. Diese Frist ist in den Musterbedingungen der PKV benannt. Einige Versicherer weichen auch davon ab, so dass sie die Kosten für bis zu drei Monate übernehmen.

Beispiel

Herr Maier hat sich bei seinem Urlaub in den USA das Bein gebrochen. Er wird behandelt, kann aber aufgrund der hohen Kosten nicht zurück nach Hause transportiert werden. Deshalb muss er sechs Wochen in den USA bleiben. Die PKV übernimmt die Behandlungskosten für einen Monat laut Musterbedingungen. Die übrigen zwei Wochen der Behandlung muss Herr Maier aus eigener Tasche zahlen.

Kein Krankenrücktransport enthalten

Zu berücksichtigen ist, dass auch bei der PKV ein Krankenrücktransport nicht mit abgesichert ist. Dieser kann enorme Kosten mit sich bringen und wird deshalb als wichtigster Grund für den Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung angegeben, die für unter zehn Euro pro Jahr Auslandsaufenthalte von bis zu sechs Wochen absichert. Da der Krankenrücktransport oft mehrere Tausend Euro kostet, ist es ratsam, diese Zusatzversicherung trotz bestehender PKV abzuschließen.

Ein Vorteil ergibt sich daraus zudem noch: Werden Leistungen in Anspruch genommen, so werden diese durch die Auslandsreisekrankenversicherung erstattet. Das heißt, dass die PKV dafür nicht aufkommen muss. Dadurch erhalten Versicherte trotz Inanspruchnahme medizinischer Leistungen auch weiterhin ihre Beitragsrückerstattung aus der PKV.

Langfristige Auslandsaufenthalte

Wer längerfristig ins Ausland gehen, dorthin zum Beispiel seinen Hauptwohnsitz und seinen Arbeitsplatz verlegen will, muss mit der Versicherung im Detail absprechen, ob er die deutsche PKV aufrecht erhalten oder sich anderweitig versichern muss. In aller Regel ist dafür ein Beitragszuschlag zu entrichten. Dessen Höhe variiert je nach Versicherer und anderer individueller Faktoren.

Dieser Beitragszuschlag wird ebenfalls erhoben, wenn der Arbeitgeber seinen privat versicherten Arbeitnehmer ins Ausland entsendet. In der Regel wird der Beitragszuschlag mit der Rückkehr nach Deutschland jedoch wieder aufgegeben. Bei beruflich bedingten Auslandsaufenthalten muss zudem überprüft werden, welche Bedingungen vor Ort gelten. Ist im Entsendeland beispielsweise eine allgemeine Versicherungspflicht vorgesehen, so muss vor Ort eine Krankenversicherung abgeschlossen werden. Vielfach kann man sich aber auch zwischen der örtlichen KV und der deutschen PKV entscheiden.

Die private Krankenversicherung im Alter

Was wird aus der privaten Krankenversicherung, wenn Versicherte älter werden? Diese Frage stellt sich zwangsläufig jedem privat Versicherten und auch jedem, der darüber nachdenkt, in die PKV zu wechseln. Die Medien berichten von massiven Beitragssteigerungen mit zunehmendem Alter. Doch stimmt diese Aussage tatsächlich oder handelt es sich um ein Vorurteil, das von den Medien nur unnötig geschürt wird?

Fakt ist, dass die Kosten für Gesundheitsleistungen mit zunehmendem Alter steigen. Das wissen auch die Versicherer, weshalb so genannte Alterungsrückstellungen gebildet werden. Diese setzen sich aus drei Säulen zusammen und werden nach versicherungsmathematischen Grundlagen ermittelt. Die drei Säulen sind dabei:

  1. Klassische Alterungsrückstellungen
  2. Verzinsung der Alterungsrückstellungen
  3. 10 Prozent Zuschlag auf alle ambulanten, stationären und Zahn-Tarife, der der Alterungsrückstellung dient.

Warum steigen die Beiträge oft jährlich?

Diesen Ausführungen möchte man entgegen halten, dass es seit Jahr und Tag die Regel ist, dass die PKV jährliche Beitragsanpassungen vornimmt, die vor allem eine Richtung kennen: Nach oben. Das liegt aber weniger daran, dass die Versicherten älter werden, sondern vielmehr am medizinischen Fortschritt. Neue Behandlungsmethoden, steigende Löhne und Gehälter im Gesundheitswesen, sowie Pflegesätze für die Behandlungen sorgen dafür, dass die Gesundheitskosten steigen. Dadurch müssen zwangsläufig die Beiträge für die PKV ebenfalls nach oben korrigiert werden.

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Teuerungsraten bei der Gesundheitsversorgung gibt es bei der PKV keine nachträglichen Leistungskürzungen und –ausschlüsse. Auch die Einführung eines erhöhten Selbstbehalts nach Vertragsabschluss ist nicht möglich. Stattdessen bleiben die einmal vereinbarten Leistungen dauerhaft erhalten, so dass leichte Beitragssteigerungen schlicht und ergreifend nötig sind.

Wie kann man gegen steigende Beiträge vorgehen?

Da stellt sich natürlich die Frage, wie man gerade im Alter seine Beiträge zur PKV reduzieren kann. Schließlich ist jetzt auch das Einkommen weitaus niedriger, als noch während der Erwerbstätigkeit. Hierfür bietet die PKV verschiedene Möglichkeiten an:

  • Wechsel in einen Tarif mit weniger Leistungen (grundsätzlich auch ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich, auf diese kann nur bei Tarifen mit mehr Leistungen nicht verzichtet werden)
  • Verzicht auf bestimmte Leistungen aus dem eigenen Tarif (z. B. Verzicht auf Chefarzt-Behandlung oder Unterbringung im Einzelzimmer)
  • Erhöhung des Selbstbehaltes

Lediglich den Wechsel der Krankenversicherung sollte man nicht vornehmen, denn hier steigen die Beiträge aufgrund des höheren Eintrittsalters garantiert an.

Die private Krankenzusatzversicherung

Im Rahmen der privaten Krankenversicherung gewinnt die private Krankenzusatzversicherung zunehmend an Bedeutung. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich um eine Absicherung, die zusätzlich zur gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen wird. Ziel ist es, die Leistungen aus der gesetzlichen Krankenversicherung, die doch sehr spärlich sind, deutlich aufzustocken.

Arten der privaten Krankenzusatzversicherung

In der Regel wird die private Krankenzusatzversicherung in verschiedene Bereiche eingeteilt, wobei diese entweder als alleiniger Baustein der privaten Krankenzusatzversicherung zu händeln sind oder aber als Bundle angeboten werden. Die wichtigsten Formen sind dabei:

  • Brillenversicherung
  • Zahnzusatzversicherung
  • Zusatzversicherung für den Heilpraktiker
  • Krankentagegeld
  • Krankenhauszusatzversicherung
  • Krankenhaustagegeld
  • Zusatzversicherung für Kurleistungen
  • Zusatzversicherung für Physikalisch-Medizinische Behandlungen
  • Pflegezusatzversicherung
  • Zusatzversicherung für Hilfsmittel
  • Auslandsreisekrankenversicherung

Was macht wirklich Sinn?

Geht es darum, welcher dieser Zusatzbausteine wirklich Sinn macht, bleiben nur sehr wenige Versicherungen übrig. Allerdings kann eine pauschale Aussage dazu nicht getroffen werden, da es immer auf die individuellen Gegebenheiten des Versicherungsnehmers ankommt. Sinnvoll erscheinen beispielsweise

  • Zusatzversicherungen für das Krankenhaustagegeld,
  • Brillenversicherungen,
  • Zahnzusatzversicherungen,
  • Pflegezusatzversicherungen (seit 2013 als Pflege-Bahr sogar förderfähig) und
  • Auslandsreisekrankenversicherungen.

Die Zusatzversicherungen für Hilfsmittel werden in der Praxis nur selten genutzt. Sie kommen etwa für die Kosten von Gehhilfen und Co. auf. Die Krankenhauszusatzversicherung, die zum Beispiel die Chefarztbehandlung oder die Unterbringung im Einzelzimmer ermöglicht, ist Geschmackssache. Eine Krankentagegeld-Versicherung macht für Arbeitnehmer nur selten Sinn, da sie ohnehin über sechs Wochen einen Anspruch auf Lohnfortzahlung haben. Erst nach Ablauf dieser Zeit kann die Krankentagegeld-Versicherung die Lücke zwischen Einkommen und Krankengeld sinnvoll schließen.

Ob eine Zusatzversicherung für den Heilpraktiker benötigt wird, ist ebenfalls von den individuellen Anforderungen an die Krankenzusatzversicherung abhängig. Bei der Zusatzversicherung für Physikalisch-Medizinische Behandlungen werden Massagen übernommen, auch hier stellt sich die Frage, inwieweit dies sinnvoll ist.

Kosten und Leistungen vergleichen

In jedem Fall sollte vor dem Abschluss einer Krankenzusatzversicherung überprüft werden, welche Leistungen diese bietet und welche Kosten dafür anfallen. Schlussendlich ist die komplette Absicherung auch immer eine Kostenfrage, denn alle Versicherungen abzuschließen, kann sehr teuer werden.

Aktuelle Tests in einschlägigen Verbrauchermagazinen können überdies bei der Wahl der geeigneten Absicherung behilflich sein.

Die private Zahnzusatzversicherung

Eine der bekanntesten und auch sinnvollsten Krankenzusatzversicherungen ist die Zahnzusatzversicherung. Grundsätzlich sind Besuche beim Zahnarzt mit hohen Kosten verbunden und selbst dann, wenn das Bonusheft einwandfrei geführt wurde, kann auf den gesetzlich Versicherten eine hohe Kostenrechnung zukommen. Denn die gesetzlichen Kassen zahlen nur sehr geringe Beträge aus, und das auch nur für im Leistungskatalog enthaltene Behandlungen, die nicht immer die sinnvollsten sind. In diesen Fällen kann die private Zahnzusatzversicherung durchaus Sinn machen.
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Wie sieht die richtige Zahnzusatzversicherung aus?

Auch bei der privaten Zahnzusatzversicherung gibt es sehr viele Unterschiede. Zunächst einmal sollten dabei unabhängige Tests berücksichtigt werden, die immer wieder aktuelle Testsieger aufzeigen. Darüber hinaus gibt es aber auch spezielle Tarife, die ganz individuellen Wünschen entgegen kommen. Beispiele dafür sind:

  • Prophylaxe-Tarife, bei denen mehrmals im Jahr zum Beispiel die professionelle Zahnreinigung erstattet wird
  • 100%-Regelleistung-Tarife, bei denen die Regelleistungen der Kassen verdoppelt werden
  • Komplett-Tarife, die Kosten für Zahnbehandlung, Zahnersatz und Prophylaxe gleichermaßen übernehmen, dafür aber auch recht kostenintensiv sind

Wofür leistet die private Zahnzusatzversicherung?

Die private Zahnzusatzversicherung kann je nach geleistetem Tarif für verschiedene Leistungen aufkommen. Beispielhaft sollen hier die klaren Vorteile der speziellen Zahnzusatzversicherungen aufgezeigt werden:

Prophylaxetarife mit Zahnreinigung

Höhere Leistungen für Zahnbehandlungen

Zusatzabsicherung für Zahnersatz

Professionelle Zahnreinigung

Kunststofffüllungen möglich

Inlays möglich

Fluoridierung

Parodontose-Behandlung wird übernommen

Implantate möglich

Zahnsteinentfernung

Hohe Prozentsätze werden erstattet

Beratung zum Mundhygienestatus

Wurzelkanalbehandlung wird erstattet

Versiegelung von Fissuren

Kostenübernahme auch für mehrere Sitzungen pro Jahr möglich

Zusätzlich gibt es spezielle private Zahnzusatzversicherungen für Kinder. Diese übernehmen neben den oben genannten Kosten auch die Kosten für kieferorthopädische Behandlungen. Dies ist besonders wichtig, da die Behandlungen im Regelfall in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  1. KIG 3-5
  2. KIG 1-2

Erstere sind medizinisch notwendig. Die Kosten werden 100-prozentig von der gesetzlichen Kasse getragen. Allerdings gibt es Mehrkostenvereinbarungen, die zu Kosten führen, die dennoch von den Eltern zu tragen sind.

Die zweite Gruppe gilt als kosmetisch induziert. Die Kosten werden von der gesetzlichen Kasse nicht übernommen, so dass hier eine Zahnzusatzversicherung speziell für Kinder besonders Sinn macht.

Wartezeiten in der Zahnzusatzversicherung

Wie bei fast jeder Versicherung wird auch in der Zahnzusatzversicherung nicht sofort bei Abschluss gezahlt. Unterscheiden muss man in die

  • allgemeine Wartezeit = 3 Monate für Zahnbehandlungen und Zahnreinigungen und die
  • besondere Wartezeit = 8 Monate für Zahnersatz und kieferorthopädische Maßnahmen.

Die Wartezeiten können jedoch je nach Versicherer variieren und sollten deshalb konkret verglichen werden. Aber: Es wird sich keine private Zahnzusatzversicherung finden, die für Leistungen aufkommt, deren Notwendigkeit bereits bei Vertragsabschluss absehbar war. Es gibt mittlerweile allerdings einige Tarife, die ohne Wartezeit auskommen.

Summenbegrenzung in der Zahnzusatzversicherung

Auch eine Summenbegrenzung tritt in der privaten Zahnzusatzversicherung häufig auf. Sie sagt nichts anderes aus, als dass in den Anfangsjahren des Vertrags noch nicht die volle Leistung ausgeschöpft werden kann. Beispielhaft könnte ein solcher Tarif folgende Staffelungen vorsehen:

  • max. 500 Euro bis zum Ablauf des 1. Versicherungsjahrs
  • max. 1.000 Euro bis zum Ablauf des 2. Versicherungsjahrs
  • max. 1.500 Euro bis zum Ablauf des 3. Versicherungsjahrs

So ließe sich die Liste fortsetzen, zumal sie bei einigen Tarifen während der gesamten Laufzeit gilt. Bei anderen kann der Versicherungsschutz nach Ablauf von fünf Versicherungsjahren voll in Anspruch genommen werden.

Die Brillenzusatzversicherung und ihre Tücken

Ebenfalls sehr beliebt im Rahmen der privaten Krankenzusatzversicherung ist die Brillenversicherung. Die gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten für Brillen und Kontaktlinsen in der Regel nicht mehr. Wenige Ausnahmen gelten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, sowie bei schweren Augenerkrankungen. Deshalb nutzen viele Verbraucher die Möglichkeit, eine Brillenzusatzversicherung abzuschließen.

Brillenzusatzversicherung ist nicht gleich Brillenzusatzversicherung

Doch nicht jede Brillenzusatzversicherung leistet auch für die Kosten, die man sich wünschen würde. So gibt es beispielsweise die Brillenzusatzversicherungen, die vorwiegend für Vorsorgeuntersuchungen aufkommen. Dazu zählen etwa

  • Augeninnendruckmessung (Tonometrie),
  • Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) und
  • Untersuchungen des Kammerwinkels (Gonioskopie).

Davon versprechen sich die Versicherer, ein Erblinden frühzeitig festzustellen und somit zeitnah eine Behandlung in die Wege zu leiten, damit es erst gar nicht zur Verschlechterung der Augen kommt. Solche Versicherungen haben jedoch einen irreführenden Namen, denn wird eine neue Brille benötigt, so gibt es dafür kein Geld.

Andere Brillenversicherungen kommen durchaus für die Kosten einer Sehhilfe auf. Hier zeigt sich folgendes Bild bei der Vielzahl der Tarife:

Der größte Teil der Anbieter leistet also nur für geringe Kosten. Wer eine Brille mit einem modischen Gestell, entspiegelten Kunststoff-Gläsern und ähnlichem Komfort sucht, der weiß aber, dass er gut und gerne 300 bis 500 Euro dafür ausgeben muss. Insofern leisten die Angebote nur für einen sehr geringen Teil der Gesamtkosten. Zudem werden oft nur prozentuale Anteile der Brillenkosten erstattet.

Beispiel:
Gesamtkosten der Brille 425,00 €
Erstattung durch die Kasse 80 % von max. 250,00 €
Erstattung in Euro 200,00 €
Kosten selbst zu tragen 225,00 €

In einem solchen Fall kann die Brillenzusatzversicherung also nur eine kleine Entlastung geben. Darüber hinaus werden diese Erstattungsbeträge oftmals nur einmalig innerhalb eines konkreten Zeitraums (häufig 24 oder 36 Monate) gezahlt.

Worauf ist bei der Brillenzusatzversicherung sonst noch zu achten?
Weiterhin sollten bei der Brillenzusatzversicherung folgende Punkte zwingend beachtet werden:

  • Wird nur einmalig in einem bestimmten Zeitraum erstattet?
  • Wird auch bei fehlender Dioptrienveränderung geleistet?
  • Muss eine Veränderung der Dioptrienwerte durch den Augenarzt festgestellt werden oder reicht die Feststellung durch den Optiker aus?

Zusätzlich gibt es einige Brillenzusatzversicherungen, die auch mehrmals im Jahr leisten, wenn eine Veränderung der Dioptrienwerte vorliegt. Zu beachten ist, dass 90 Prozent der Angebote für eine Brillenzusatzversicherung ohne Aufschlag genutzt werden können. Bei den übrigen zehn Prozent aller Angebote kann ein Aufschlag für Brillenträger festgelegt werden. Sie müssen in der Regel zwei bis fünf Euro monatlich zusätzlich zahlen, wenn sie bereits auf eine Sehhilfe angewiesen sind. Von diesen Angeboten ist natürlich Abstand zu nehmen.

Zu berücksichtigen ist ferner, dass eine reine Brillenzusatzversicherung in den seltensten Fällen angeboten wird. Häufiger ist es so, dass es sich um Kombitarife handelt, die weitere Leistungen beinhalten, wie etwa die Kostenübernahme für

  • Heilpraktiker-Behandlungen,
  • Zahnersatz oder
  • Massagen.

Je nach Leistungsumfang des Tarifs richten sich dann natürlich auch die Kosten. Diese sind ebenso abhängig davon, wie alt der Versicherte bei Abschluss des Vertrags ist und ob bzw. welche Vorerkrankungen er aufweist.

Die Pflegezusatzversicherung im Umbruch

Die Pflegezusatzversicherung gehört zu den noch recht jungen Versicherungsangeboten in Deutschland. Das dürfte auch daran liegen, dass es die gesetzliche Pflegeversicherung erst seit 1995 gibt. Hierbei gilt eine Besonderheit: Die Pflegepflichtversicherung ist im Rahmen der Sozialversicherung nicht nur von Arbeitgebern und –nehmern zu zahlen, sondern auch privat Versicherte müssen eine Pflegepflichtversicherung aufweisen.

Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung sieht Leistungen in Form von Pflegegeld (bei der Pflege durch Angehörige) oder durch Kostenübernahme (ambulante / stationäre Pflege durch Fachkräfte) vor. Die Höhe der Leistungen hängt dabei von der Pflegestufe ab. Derzeit gibt es folgende Pflegestufen:

  • Pflegestufe I = erhebliche Pflegebedürftigkeit
  • Pflegestufe II = Schwerpflegebedürftigkeit
  • Pflegestufe III = Schwerstpflegebedürftigkeit
  • Pflegestufe 0

Eine Besonderheit stellt die Pflegestufe 0 dar, die es erst seit kurzem gibt. Sie bietet Leistungen für Personen mit

  • geistiger Behinderung,
  • psychischen Erkrankungen und
  • demenzbedingten Fähigkeitsstörungen an.

Die Pflegebedürftigkeit wird dabei vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgestellt. Obwohl also die gesetzliche Pflegeversicherung für die Kosten einer Pflegebedürftigkeit aufkommen soll und dies auch tut, sind die Kosten in diesem Bereich in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Hinzu kommt der demographische Wandel in Deutschland, wodurch immer mehr Menschen pflegebedürftig werden. Deshalb ist eine Pflegezusatzversicherung als private Vorsorge sinnvoll.

Pflegezusatzversicherung mit staatlicher Unterstützung

Seit 2013 gibt es die Pflegezusatzversicherung sogar mit staatlicher Unterstützung. Sie wurde als Pflege-Bahr bekannt, benannt nach dem Gesundheitsminister Daniel Bahr. Voraussetzungen für die staatliche Förderung sind:

  1. Pflege-Bahr-Tarif
  2. Ablehnung von Antragstellern ist für Anbieter nicht möglich, auch bei Vorerkrankungen
  3. Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse sind nicht erlaubt
  4. Mindesteigenbeitrag von zehn Euro monatlich muss entrichtet werden
  5. Monatspflegegeld in Pflegestufe III muss mindestens 600 Euro betragen
  6. Leistungen müssen auch für Pflegestufe 0 gewährt werden
  7. Antragsteller müssen mindestens 18 Jahre alt sein
  8. Antragsteller dürfen aktuell oder in der Vergangenheit keine Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehen oder bezogen haben

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird die Pflegezusatzversicherung monatlich mit fünf Euro gefördert. Das entspricht einer Fördersumme von 60 Euro jährlich, die einkommensunabhängig gezahlt wird.

Pflege-Bahr nicht immer ratsam

Die Pflege-Bahr-Tarife sollen zwar alle Antragsteller gleich behandeln, doch werden damit die Grundprinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung auch ins Wanken gebracht. Ein Verzicht auf die Gesundheitsprüfung, Ablehnungen, Leistungsausschlüsse und Risikozuschläge erhöht die Gefahr, dass der Leistungsfall eintritt. Dadurch fallen die Tarife wesentlich teurer aus, als es bei herkömmlichen Pflegetagegeldversicherungen der Fall ist. Diese sind von daher auch ohne staatliche Förderung oft günstiger.

Die Beiträge richten sich in diesem Fall wiederum nach Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Co., sind aber dadurch meist günstiger, dass keine Kranken aufgenommen werden müssen. Zudem wird beim Pflege-Bahr oft eine Wartezeit von bis zu fünf Jahren veranschlagt, bevor erste Leistungen überhaupt in Anspruch genommen werden können. Dies kann man durch eine herkömmliche Pflegezusatzversicherung oftmals umgehen.

Die Krankentagegeldversicherung: Sinn oder Unsinn?

Von Bedeutung für jeden Arbeitnehmer, aber auch Selbstständigen ist eine Absicherung bei Krankheit. Hier muss man jedoch zwischen den beiden Zielgruppen unterscheiden, da sie variierende Voraussetzungen mit bringen.

Krankentagegeld für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall regelmäßig eine Lohnfortzahlung über 42 Tage. Es entsteht somit kein Verdienstausfall. Nach Ablauf der 42 Tage springt die Krankenkasse ein, die jetzt das Krankengeld zahlt. Dieses beläuft sich auf

  • 70 Prozent des letzten Bruttoeinkommens oder
  • 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens

bereinigt um die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung. Daran wird deutlich, dass eine Versorgungslücke entsteht. Wie hoch diese ausfällt, soll folgendes Beispiel verdeutlichen:

Bruttoeinkommen 2.000,00 €
Nettoeinkommen 1.400,00 €
70 % vom Bruttoeinkommen = 1.400,00 €
90 % vom Nettoeinkommen = 1.260,00 €

Da immer der niedrigere Wert zugrunde gelegt wird, beträgt das Krankengeld der GKV nur 1.260,00 €. Von diesem ist noch der Sozialversicherungsanteil abzuziehen, den wir der rechnerischen Einfachheit halber auf 10 Prozent festlegen. Damit ergibt sich ein Abzug von 126,00 €. Das tatsächlich ausgezahlte Krankengeld liegt also bei 1.134,00 €.

Die Entsorgungslücke ergibt sich aus der Differenz zwischen Nettoeinkommen und Krankengeld:
1.400,00 € – 1.134,00 € = 266,00 €

Dieser Fehlbetrag kann jetzt durch eine Krankentagegeldversicherung ausgeglichen werden. Dabei errechnet sich der benötigte Tagessatz wie folgt:
266,00 € / 30 Tage = 8,87 €

Krankentagegeld für Selbstständige

Anders sieht es hingegen bei Selbstständigen aus. Sie erhalten keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und müssen zusätzlich die Kosten für eine Vertretung tragen. Deshalb werden hier völlig andere Krankentagegeldsätze notwendig, wie folgendes Beispiel verdeutlichen soll:
Durchschnittliches Einkommen / Monat = 3.000,00 €

Schließung der Versorgungslücke
3.000,00 € / 30 Tage =100 Euro
Dieser Betrag müsste theoretisch als Krankentagegeld versichert werden. Das macht aber so wenig Sinn, weil

  • Krankentagegeldabsicherung innerhalb der ersten vier Wochen nach Krankheitseintritt sehr teuer sind,
  • Beiträge für die Absicherung sich nach der Höhe des vereinbarten Krankentagegelds richten.

Deshalb entscheiden sich viele Selbstständige für eine Staffelung und den Verzicht auf einen Teil ihres Einkommens, damit sie die Krankentagegeldversicherung überhaupt finanzieren können. Die Absicherung könnte beispielsweise wie folgt aussehen:

  • Ab dem 7. Tag 30 € Krankentagegeld
  • Ab dem 15. Tag 60 € Krankentagegeld
  • Ab dem 30. Tag 70 € Krankentagegeld
  • Ab dem 43. Tag 90 € Krankentagegeld

So werden die Kosten für die Versicherung im Rahmen gehalten. Für die Versorgungslücke müssen Selbstständige dann mit entsprechenden Ersparnissen aufkommen.

Was generell nicht geht

Was bei einer Krankentagegeldversicherung generell nicht möglich ist, ist eine Besserstellung während der Krankheit. Das heißt, dass durch das Krankentagegeld kein besseres Einkommen erzielt werden darf, als in gesundem Zustand. Aus der Praxis sind sogar Fälle bekannt, bei denen ein Krankentagegeld von 100 Euro abgesichert wurde. Die Beiträge wurden in dieser Höhe berechnet. Das reguläre Einkommen betrug nur 80 Euro pro Tag. Im Leistungsfall wurden dann auch nur diese 80 Euro gezahlt, obwohl die wesentlich höheren Beiträge mitunter über Jahre hinweg geleistet wurden.

Lohnt sich eine Heilpraktikerversicherung?

Im Rahmen der Krankenzusatzversicherungen trifft man auf unzählige verschiedene Versicherungen. Eine davon ist die Heilpraktikerversicherung. In der gesetzlichen Krankenversicherung werden ausschließlich schulmedizinische Behandlungsformen anerkannt und die Kosten dafür übernommen. Einige gesetzliche Kassen beteiligen sich an wenigen, ausgewählten, alternativen Heilmethoden und deren Kosten, allerdings werden sie diese nie zu 100 Prozent erstatten. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die Schulmedizin immer häufiger an ihre Grenzen stößt und dass die Naturheilverfahren bei vielen Menschen sehr gut anschlagen und kaum Nebenwirkungen mit sich bringen. Deshalb steigt die Nachfrage nach Naturheilverfahren bei Patienten seit einiger Zeit an. Um aber die Kosten nicht alleine tragen zu müssen, wird dann eine Heilpraktikerversicherung abgeschlossen.

Große Unterschiede bei der Heilpraktikerversicherung

Die Heilpraktikerversicherung ist dabei keine Standard-Absicherung, sondern zählt zu den privat angebotenen Tarifen. Dadurch unterscheiden sich die Leistungen teils erheblich. Worauf es konkret ankommt, wollen wir im Folgenden zeigen:

  1. Heilpraktiker oder Arzt?
  2. Hufelandverzeichnis oder allgemeiner Leistungskatalog?
  3. Wartezeiten?
  4. Gebührenverzeichnis / Gebührenordnung?
  5. Zusatzleistungen?

Heilpraktiker oder Arzt?

Nicht in jeder Heilpraktikerversicherung sind die Kosten für den Heilpraktiker enthalten. Stattdessen leistet diese nur für Leistungen von Ärzten für Naturheilverfahren. Ideal ist es natürlich, wenn die Behandlung sowohl vom Heilpraktiker, als auch vom Arzt für Naturheilverfahren durchgeführt werden kann. Darauf ist beim Vertragsabschluss genau zu achten.

Hufelandverzeichnis oder allgemeiner Leistungskatalog?

Ebenfalls ist nicht einheitlich geregelt, für welche Behandlungen die Heilpraktikerversicherung tatsächlich aufkommt. Weit verbreitet ist das Hufelandverzeichnis, in dem zahlreiche Heilmethoden verankert sind. Werden die Kosten für alle hier aufgenommenen Leistungen erstattet, klingt das viel versprechend. Mitunter wird das Hufelandverzeichnis sogar noch erweitert.

Auf der anderen Seite gibt es Versicherer, die sich nicht an das Hufelandverzeichnis halten, sondern einen eigenen Leistungskatalog aufstellen. Diese müssen nicht per se schlechter sein. Wichtig ist, dass alle bekannten und wichtigen Naturheilverfahren mit enthalten sind. Etwa 40 bis 50 verschiedene Verfahren sollten von der Versicherung abgedeckt sein.

Wartezeiten sind gängig

Üblich sind zudem Wartezeiten. Das heißt, dass die Leistungen des Heilpraktikers nicht sofort nach Vertragsabschluss genutzt werden können. Übliche Wartezeiten vor der ersten Inanspruchnahme einer Leistung liegen zwischen drei und acht Monaten.

Gebührenverzeichnis und Gebührenordnung

Ebenfalls kommt es darauf an, wie hoch die Erstattungsbeiträge sind. Schnell kann nämlich hier eine Abweichung vom Werbeversprechen festgestellt werden.

Beispiel:
Leistung A nach
Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker mit einfachem Satz = 150,00 €
Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker mit 3,5-fachem Satz = 525,00 €
Gebührenordnung für Ärzte mit 1,5-fachem Satz = 90,00 €
Gebührenordnung für Ärzte mit 3,5-fachem Satz = 210,00 €

Fall 1: Die Heilpraktikerversicherung leistet max. nach dem einfachen Satz des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker und davon 80 Prozent.

Fall 2: Die Heilpraktikerversicherung leistet max. nach dem 1,5-fachem Satz der Gebührenordnung für Ärzte und davon 80 Prozent.

Fall 1:
Rechnungsbetrag = 525,00 €
Erstattung durch die Versicherung = 150,00 € * 80 % = 120,00 €
Selbst zu tragende Kosten = 525,00 € – 120,00 € = 405,00 €

Fall 2:
Rechnungsbetrag = 210,00 €
Erstattung durch die Versicherung = 90,00 € * 80 % = 72,00 €
Selbst zu tragende Kosten = 210,00 € – 72,00 € = 138,00 €

Hier ist also darauf zu achten, dass die Begrenzung nicht auf den unteren Bereich der Gebührenverzeichnisse bzw. –ordnungen begrenzt werden.

Zusatzleistungen der Heilpraktikerversicherung
Ebenfalls können die Heilpraktikerversicherungen Zusatzleistungen anbieten. Dazu zählen häufig Leistungen für

  • Zahnersatz,
  • Sehhilfen,
  • Psychotherapie.

Diese Leistungen können, müssen aber nicht zwingend enthalten sein. Sinnvoll ist es jedoch, wenn zumindest die vom Heilpraktiker verschriebenen Medikamente in den Leistungsumfang mit hinein fallen.

Die Auslandskrankenversicherung gehört zu den wichtigen Krankenzusatzversicherungen

Die Auslandskrankenversicherung gehört zu den wichtigsten Krankenzusatzversicherungen, wobei man auch hier eine Unterscheidung treffen muss:

  • Auslandskrankenversicherung
  • Auslandsreisekrankenversicherung

Die Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung ist immer dann nötig, wenn ein längerer Auslandsaufenthalt geplant wird. Hierbei gibt es bei den Versicherern beispielsweise spezielle Tarife für

  • Studenten, die ein Auslandssemester absolvieren,
  • Au Pairs, die für einige Monate im Ausland arbeiten,
  • Praktikanten, die kostenfrei im Ausland arbeiten usw.

Auch Schüler, die an einem Austauschprogramm teilnehmen, sind mit einer Auslandskrankenversicherung gut beraten. Es handelt sich dabei konkret um eine Krankenvollversicherung, die jedoch nur für das Land, in das der Aufenthalt geht, gilt. Die Beiträge fallen monatlich an und bewegen sich ebenfalls in dem Rahmen, wie eine klassische Krankenvollversicherung.

Die Auslandsreisekrankenversicherung

Weitaus verbreiteter ist die Auslandsreisekrankenversicherung. Sie leistet für Kurzreisen ins Ausland, in der Regel für einen ununterbrochenen Auslandsaufenthalt von maximal sechs Wochen. Sie ist besonders wichtig, da weder die private, noch die gesetzliche Krankenversicherung alle Krankheitskosten im Ausland tragen.

Das gilt bei der gesetzlichen Krankenversicherung vor allem für das nichteuropäische Ausland. Da mit diesen Ländern keine so genannten Sozialversicherungsabkommen bestehen, werden die Kosten für die medizinisch notwendige Behandlung von der GKV nicht getragen. Aber selbst wenn ein Sozialversicherungsabkommen besteht, werden nur die Kosten für die ortsübliche medizinische Versorgung getragen. Da der medizinische Standard aber auch in den benachbarten Ländern sehr weit hinter dem in Deutschland zurück bleibt, ist es ratsam eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Damit kann man sich wie ein Privatpatient behandeln lassen und bekommt zumindest den gewohnten medizinischen Standard geboten.

Die Auslandsreisekrankenversicherung wird in der Regel für ein Jahr abgeschlossen. Der Jahresbeitrag ist dabei sehr gering und liegt im Schnitt bei etwa zehn Euro für Einzelpersonen. Auch als Familienschutz ist die Absicherung möglich und kostet nur unwesentlich mehr. Besonders wichtig ist der enthaltene Krankenrücktransport.

Wer etwa im Ausland so schwer erkrankt oder verletzt wird, dass er sich in stationäre Behandlung begeben muss, wird oftmals mittels Krankentransport nach Hause gebracht. Diese Kosten werden von der Auslandsreisekrankenversicherung, nicht aber von der GKV getragen und können schnell einige Tausend Euro betragen.

Wartezeiten in der privaten Krankenzusatzversicherung

In der privaten Krankenzusatzversicherung kommt es nach Vertragsabschluss regelmäßig zu Wartezeiten. Das sind die Zeiten, in denen zwar Beiträge gezahlt werden müssen, aber noch keine Leistungen gewährt werden. Hierbei muss man unterscheiden zwischen

  1. regulären Wartezeiten und
  2. nicht regulären Wartezeiten.

Die regulären Wartezeiten

Die regulären Wartezeiten in der privaten Krankenzusatzversicherung liegen im Schnitt bei drei Monaten. Sie dienen dem Versicherer als Schutz, damit nicht kurz vor der absehbaren Behandlung eine Versicherung abgeschlossen wird und diese sofort nach Vertragsabschluss hohe Summen leisten muss. Beispiele dafür sind:

  • Zahnbehandlung soll am 04.05.2013 beginnen, Versicherung wird deshalb am 17.03.2013 abgeschlossen
  • Krankenhausaufenthalt ist für den 15.06.2013 geplant, Versicherung wird vorsorglich zum 02.04.2013 abgeschlossen
  • Kleine OP wegen Karpaltunnelsyndrom ist für den 16.04.2013 geplant, Versicherung wird am 09.02.2013 abgeschlossen

Damit entfallen alle Leistungen für eindeutig vorhersehbare Behandlungen, die notwendig werden in den ersten drei Monaten nach Versicherungsabschluss. Ausgenommen davon sind notwendige Behandlungen aufgrund eines Unfalls. Beispiele dafür sind:

  • Für den kleinen Oscar wurde am 17.04.2013 eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Am 09.05.2013 stürzt Oscar unglücklich und bricht sich einen Zahn ab, der sofort provisorisch gerichtet wird. Die Kosten werden übernommen.
  • Am 09.03.2013 schließt Karl Müller eine Krankenhauszusatzversicherung ab. Am 16.04.2013 passiert ein Unfall, bei dem er sich ein Bein bricht. Ein stationärer Aufenthalt ist nötig, dessen Kosten von der Krankenhauszusatzversicherung übernommen werden.
  • Frau Meier schließt eine ambulante Zusatzversicherung am 23.03.2013 ab. Am 02.04.2013 stürzt sie unglücklich. Die Wunde muss ambulant genäht und versorgt werden. Die Kosten übernimmt die ambulante Zusatzversicherung.

Nicht reguläre Wartezeiten

Neben den regulären Wartezeiten gibt es die nicht regulären Wartezeiten. Sie kommen vor allem in folgenden Fällen in Betracht:

  • Krankenzusatzversicherung wird unmittelbar vor der Entbindung abgeschlossen
  • Zahnzusatzversicherung sieht eine generell längere Wartezeit vor

Bei der Zahnzusatzversicherung wird in der Regel eine Wartezeit von acht Monaten vereinbart. Gleiches gilt, wenn psychologische Leistungen in Anspruch genommen werden sollen. Und eine Krankenzusatzversicherung für die Entbindung, die bei bestehender Schwangerschaft abgeschlossen wird, leistet für die Entbindung ebenfalls nicht.

Wie funktioniert die Kostenerstattung in der Krankenzusatzversicherung?

Die private Krankenzusatzversicherung agiert ebenso wie die private Krankenvollversicherung, nach dem Kostenerstattungsprinzip. Das heißt, alle Kosten für Behandlungen, Therapien und ähnliches werden zunächst aus eigener Tasche gezahlt. Anschließend kann die zugrunde liegende Rechnung bei der Krankenzusatzversicherung eingereicht werden. Diese überprüft die Rechnung und, sofern sie diese akzeptiert, überweist sie den vollen oder einen anteiligen Betrag der Rechnung.

Beispiel
Herr Maier bekommt von seinem Zahnarzt eine Rechnung über die professionelle Zahnreinigung. Diese lautet auf 75,89 Euro. Diesen Betrag zahlt Herr Maier an den Zahnarzt, reicht anschließend die Rechnung bei seiner Krankenzusatzversicherung ein, wo diese Leistung inbegriffen ist. Die Krankenzusatzversicherung prüft die Rechnung und erstattet Herrn Maier 75,89 Euro auf dessen Konto.

Warum werden nicht alle Rechnungen zu 100 Prozent erstattet?

Es kommt aber auch immer wieder vor, dass eine Rechnung eben nicht vollständig erstattet wird, sondern dass stattdessen nur ein Teilbetrag erstattet wird. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  1. Der Tarif sieht nur eine anteilige Erstattung vor.
  2. Der Arzt hat nach einem höheren Satz abgerechnet, als die Krankenzusatzversicherung laut Leistungskatalog erstattet.
  3. Falschabrechnungen durch den Arzt liegen vor.

Beispiel
Frau Schmidt erhält Zahnersatz. Dieser kostet 859 Euro. Die Regelleistung der gesetzlichen Krankenkasse sieht eine Kostenübernahme von 350 Euro vor. Die Zahnzusatzversicherung verspricht, 100 Prozent der Regelleistung zu übernehmen, also nochmals 350 Euro. Den verbleibenden Betrag in Höhe von 159 Euro muss Frau Schmidt selbst tragen.

Falschabrechnungen werden aufgedeckt

Im Rahmen der Kostenerstattung können auch Falschabrechnungen aufgedeckt werden. Ein Arzt, der einen zusätzlichen Posten in der Rechnung ausweist, der jedoch für die zugrunde liegende Behandlung nicht erforderlich ist, wird vom Patienten nicht enttarnt. Da er aber die Rechnung seiner Krankenzusatzversicherung einreicht, stellt diese fest, dass der Posten unberechtigt ist. Dementsprechend wird der Erstattungsbetrag gekürzt, die Krankenzusatzversicherung macht den Patienten zudem auf die Falschabrechnung aufmerksam und bedeutet ihm, dass er diesen Posten ebenfalls nicht zahlen muss.

Wann Ausschlüsse und Risikozuschläge möglich sind

In der privaten Krankenzusatzversicherung müssen sich Versicherte den Gesundheitsfragen stellen. Günstige Beiträge und hohe Leistungsvielfalt lassen sich wirtschaftlich nur dann vereinen, wenn vorwiegend gesunde und junge Menschen versichert werden. Kranke Menschen sollen dem Versichertenbund jedoch fern bleiben, da sie die Kosten in die Höhe treiben würden, was zu erhöhten Beiträgen für alle Versicherten führen würde. Das klingt sehr unsozial, ist allerdings die einzige Möglichkeit, eine Krankenversicherung wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben. Doch was heißt das im Konkreten? Nicht alle kranken Personen werden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen, es gibt auch die Möglichkeit,

  • Leistungsausschlüsse oder
  • Risikozuschläge

zu vereinbaren.

Leistungsausschlüsse in der privaten Krankenzusatzversicherung

Leistungsausschlüsse sind eine häufig gewählte Variante in der privaten Krankenzusatzversicherung. Personen, die unter bestimmten Vorerkrankungen leiden, werden keine Kostenerstattungen für Leistungen erhalten, die aufgrund dieser Vorerkrankungen auftreten.

Beispiel
Frau Lehmann hat vor zwei Jahren einen Bandscheibenvorfall erlitten. Sie wird von der Krankenzusatzversicherung als Versicherte angenommen, alle Leistungen, die aufgrund des einstigen Bandscheibenvorfalls notwendig werden, werden jedoch von der Versicherung ausgeschlossen.

Ebenfalls können Versicherer die Leistungen bestimmter Ärzte oder Heilpraktiker von vornherein ausschließen. Wichtig ist in beiden Fällen, dass die Versicherten über die Leistungsausschlüsse eindeutig informiert werden. Sofern es dann zu einer solchen Leistung kommt, muss die Versicherung nicht zahlen.

Risikozuschläge als Alternative

Eine andere Möglichkeit ist es, einen Risikozuschlag zu vereinbaren, was von Experten eher empfohlen wird. Das heißt, dass bei bestimmten Vorerkrankungen, die bestimmte Behandlungen wahrscheinlich machen, ein erhöhter Beitrag erhoben werden darf. Dafür werden im Fall der Fälle aber auch die Leistungen übernommen, die notwendig sind.

Beispiel
Herr Adam hatte schon immer Probleme mit seinen Zähnen. Das Risiko, dass er schon bald eine Brücke oder ähnliches braucht, ist hoch. Der Versicherer entschließt sich, Herrn Adam trotzdem eine Versicherung anzubieten. Statt der regulären Kosten muss er jedoch einen Aufschlag von zehn Prozent hinnehmen. Kommt es zur Notwendigkeit, eine Brücke zu realisieren, werden die Kosten übernommen.

Zielgruppe der Krankenzusatzversicherung

Die Krankenzusatzversicherung hat im Grunde genommen keine festen Zielgruppen. Denn sie steht Jedermann offen. In erster Linie wenden sich Zusatzversicherungen, wie die Zahn- oder Brillenversicherung, jedoch an gesetzlich versicherte Personen, in der Regel also

  • Arbeiter,
  • Angestellte,
  • Rentner usw.

Ziel ist es, diesen Personen einen Versicherungsschutz zu bieten, der über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus geht und sie somit im Fall der Fälle finanziell zu entlasten.

Berufliche Zielgruppen

Ebenfalls werden bestimmte Berufsgruppen bevorzugt angeboten. So gibt es spezielle Tarife für

  • Beamte,
  • Selbstständige,
  • Angestellte oder
  • Studenten.

Beamte benötigen meist nur eine Ergänzung zur Beihilfe, die ihnen ihr Dienstherr gewährt. Selbstständige sind mit einer Krankenvollversicherung gut beraten, können aber auch freiwillig gesetzlich versichert bleiben und sich mit Krankenzusatzversicherungen zusätzlich absichern. Gleiches gilt für Angestellte, die mit einem durchschnittlichen Einkommen zwingend in der GKV abgesichert sind. Studenten erhalten besonders günstige private Tarife.

Alterszielgruppen

Ebenfalls lassen sich die Zielgruppen der Krankenzusatzversicherung nach Alter bestimmen. So sind spezielle Angebote für

  • Senioren oder
  • Kinder

möglich. Senioren können sich auf diese Weise gegen OP-Kosten und Krankenhausaufenthalte absichern. Kinder lassen sich gegen Zahnfehlstellungen und nötige Zahnkorrekturen absichern. Gerade bei Senioren werden jedoch hohe Beiträge erhoben, so dass genau zu prüfen ist, ob sich die Versicherung lohnt.

Familien sind ebenfalls als Zielgruppe spezifischer Krankenzusatzversicherung anzusehen. Bekanntestes Beispiel dafür ist die Auslandsreisekrankenversicherung, die auch als Familientarif angeboten wird. Damit können über eine einzige Police alle Familienmitglieder abgesichert werden. Eine konkrete Einschränkung der Zielgruppen der privaten Krankenzusatzversicherung lässt sich demzufolge nicht durchführen.

Übernimmt die PKV die Kosten für das Augenlasern?

Fehlsichtigkeiten sind eines der häufigsten Probleme in Deutschland. Zunehmend mehr Menschen sind auf Kontaktlinsen oder Brille angewiesen, um in der Nähe oder Ferne gut sehen zu können. Doch für ebenso viele ist das Tragen von Brillen mit einem negativen Gefühl, einer fehlenden Attraktivität verbunden. Ganz ähnlich sieht es bei Kontaktlinsen aus, die oft zu Problemen führen. Manche leiden sogar so stark unter einer Fehlsichtigkeit, dass herkömmliche Brillen und Kontaktlinsen keine Linderung mehr verschaffen können. Dann ist eine OP, meist in Form der Laser-Operation an den Augen, die letzte Hoffnung.

Doch das Augenlasern ist mit hohen Kosten verbunden, einige Tausend Euro fallen hier schnell an. Da stellt sich zu Recht die Frage, ob denn die PKV die Kosten trägt. Bei der gesetzlichen Kasse sieht man die Laser-OP am Auge als medizinisch nicht notwendig an, vielmehr als rein schönheitschirurgischen Eingriff. Bei der PKV sieht man es ähnlich, doch die Rechtsprechung lässt Hoffnung zu.

Urteile rund um das Augenlasern und die Kostenübernahme durch die PKV

In den vergangenen Jahren sind einige Urteile ergangen, die die Hoffnung schüren, dass die PKV die Kosten für das Augenlasern übernimmt, sich zumindest aber daran beteiligt. Einige dieser Urteile sollen hier vorgestellt werden:

1. BGH: 2003 wurde ein Urteil gesprochen, nachdem eine grundsätzliche Verweigerung des Augenlaserns nicht möglich ist, nur weil es kostengünstigere Mittel (Brille, Kontaktlinsen) zur Korrektur der Sehschärfe gibt.
2. Landgericht Dortmund: In einem Urteil von 2006 (Aktenzeichen: 2S17/05) wurde die Fehlsichtigkeit als Erkrankung angesehen. Im Gegensatz zu Brille und Kontaktlinse könnte das Augenlasern die Ursachen verschwinden lassen, statt nur die Symptome zu bekämpfen. Damit sei eine Heilung der Erkrankung möglich, hieß es.

Gerade das letzte Urteil erhöht die Chancen, auf Übernahme der Kosten, da hier eine medizinische Notwendigkeit für die Augenlaser-OP bestätigt wird. Und damit könnten Versicherte, teils sogar rückwirkend, die Kosten erstattet bekommen.

Nachfragen lohnt sich

Zwar herrscht noch immer Uneinigkeit darüber, ob die PKV die Kosten nun tatsächlich übernimmt, was aufgrund der Vielzahl von Anbietern und Tarifen nicht verwunderlich ist, dennoch lohnt es sich, bei der eigenen Versicherung nachzufragen. Sofern diese Leistungen in den Tarifbedingungen nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind, sollte man gezielt bei der Kasse nachfragen.

Sollte die PKV sich nicht an den Kosten beteiligen, können diese Kosten aber auch in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Hier lohnt sich die Rücksprache mit dem Steuerbüro.