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Die private Krankenversicherung im Überblick

Die private Krankenversicherung ist heute Jedermann ein Begriff. Sie gilt als Pendant zur gesetzlichen Krankenversicherung und steht nur bestimmten Personengruppen zur Verfügung. Dazu zählen:

  • Selbstständige und Freiberufler,
  • Beamte,
  • Studenten und
  • Angestellte, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze (52.200 Euro / Jahr) überschreitet.

Individueller Krankenschutz

Die PKV zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen individuellen Krankheitskostenschutz bietet. Dieser lässt sich also auf die persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen der Versicherten zuschneiden. Dadurch lassen sich viele zusätzliche Leistungen absichern, die in der GKV beispielsweise nicht übernommen werden. Allerdings bedeutet jeder zusätzliche Versicherungsbaustein auch zusätzliche Kosten für den Versicherten.

Die private Krankenversicherung kann dabei als private Krankenvollversicherung und Krankenzusatzversicherung abgeschlossen werden. Letztere steht genauso gesetzlich Pflichtversicherten zur Verfügung. Sie bietet lediglich eine zusätzliche Absicherung. Häufig werden hier Krankenzusatzversicherungen für

abgeschlossen.

Aufnahmebedingungen in der PKV

Egal, ob Krankenvoll- oder –zusatzversicherung, es gibt bestimmte Aufnahmebedingungen, die erfüllt werden müssen. So ist es beispielsweise erforderlich, dass eine Gesundheitsprüfung durchgeführt wird. Personen mit schweren Vorerkrankungen können abgelehnt werden. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, Leistungsausschlüsse oder auch Risikozuschläge zu vereinbaren.

Grund dafür ist, dass die PKV nicht auf dem Prinzip der Solidargemeinschaft agiert. Stattdessen zahlt jeder nur für seine eigenen Gesundheitsleistungen. Dadurch müssen kranke Personen höhere Beiträge zahlen, als gesunde. Gleiches gilt für ältere Versicherte, da bei ihnen Erkrankungen häufiger auftreten. Anhand dieser Gesundheitsprüfungen werden auch die Beiträge berechnet. Dadurch bleiben sie unabhängig vom Einkommen, was bei sehr hohen Einkommen zu deutlichen Einsparungen führen kann.

Wechsel kaum möglich

Ein Wechsel zurück von der PKV in die GKV ist hingegen kaum möglich. Wer sich also für die private Krankenvollversicherung entscheidet, bindet sich an diese Entscheidung in aller Regel ein Leben lang. Wann ein Wechsel möglich ist, haben wir in einem gesonderten Artikel aufgeführt. Weiterhin erfahren Sie hier einige Hintergründe zu den Leistungen, den Arten, den Zielgruppen, den Beitragsberechnungsverfahren und Tarifen, sowie natürlich den bekannten Anbietern der PKV.

Warum gibt es spezielle Tarife für Beamte?

Beamte haben in Deutschland einen Sonderstatus. Vom Dienstherrn erhalten sie die so genannte Beihilfe. Dadurch entfällt die Krankenversicherungspflicht der Beamten in der gesetzlichen Krankenkasse. Das heißt, dass sich Beamte, aber auch ihre Angehörigen (Ehepartner, Kinder) über die private Krankenversicherung absichern können. Die Angehörigen erhalten den Schutz über die Beihilfe jedoch nur, wenn sie nicht an eine gesetzliche Krankenversicherung bzw. Familienversicherung gebunden sind.

PKV für Beamte meist als Spezialtarif

Die meisten privaten Krankenversicherer bieten für Beamte einen Spezialtarif. Dieser sieht vor, dass alle Leistungen, die von der Beihilfe getragen werden, auch im PKV-Tarif enthalten sein müssen. Zahlt also die Beihilfe nur für allgemeine Gesundheitsleistungen, so sind genauso nur diese im PKV-Tarif enthalten. Kommt die Beihilfe auch für Wahlleistungen (z. B. Chefarztbehandlung, Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer) auf, so müssen diese Wahlleistungen ebenso im PKV-Tarif enthalten sein.

Werden Wahlleistungen über die Beihilfe nicht übernommen, so können Beamte dafür einen so genannten Beihilfeergänzungstarif abschließen. Dieser besagt, dass gleichfalls die Wahlleistungen erstattet werden. Für den Beihilfeergänzungstarif müssen die Beamten dann aber alleine aufkommen.

Kontrahierungszwang in der PKV für Beamte

Bei Beamten gelten aber noch weitere Ausnahmen. So besteht ein Kontrahierungszwang. Normalerweise haben private Krankenversicherer bei bestimmten Vorerkrankungen, die Möglichkeit,

  • Antragsteller abzulehnen,
  • Leistungsausschlüsse zu vereinbaren oder
  • Risikozuschläge zu vereinbaren.
Diese Möglichkeiten sind bei Beamten stark eingeschränkt. Bei der Erstverbeamtung muss der Antragsteller aufgenommen werden. Der maximale Risikozuschlag darf 30 Prozent nicht übersteigen. Daher spricht man hier auch vom Kontrahierungszwang. Dieser gilt übrigens nicht für Beamtenanwärter.

Anwartschaftsversicherungen in der PKV

Ebenfalls besteht die Möglichkeit für Beamtenanwärter, eine so genannte Anwartschaftsversicherung abzuschließen. Diese ermöglicht es, zu einem späteren Zeitpunkt in eine Restkostenversicherung umgewandelt zu werden. Dafür ist keine erneute Gesundheitsprüfung nötig, so dass die Restkostenversicherung trotz mittlerweile bestehender Erkrankungen abgeschlossen werden kann. Unterscheiden muss man dabei in die

  • große Anwartschaftsversicherung und die
  • kleine Anwartschaftsversicherung.
Erstere legt das Alter des Beamten bei Abschluss der Anwartschaftsversicherung zugrunde. Dadurch werden die Beiträge für die spätere Restkostenversicherung günstiger. Letztere dagegen sorgt für höhere Beiträge, weil das Alter bei Abschluss der Restkostenversicherung und nicht bei Abschluss der Anwartschaftsversicherung zugrunde gelegt wird.

Wo liegen die Besonderheiten bei Tarifen für Selbstständige?

Ebenfalls sind Selbstständige zu den Hauptzielgruppen der privaten Krankenversicherung zu zählen. Sie haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, sich krankenzuversichern:

  • Freiwillige Weiterversicherung in der GKV
  • Abschluss einer privaten
  • Krankenvollversicherung

Freiwillige Weiterversicherung in der GKV

Diese Form der Absicherung kommt dann in Frage, wenn Familie vorhanden ist. Denn dadurch kann diese auch weiterhin im Rahmen der günstigen Familienversicherung abgesichert werden. Ehepartner und Kinder müssen in diesem Fall keine eigenen Beiträge zur Krankenversicherung zahlen.

Für ältere Selbstständige ist die freiwillige Weiterversicherung in der GKV ebenfalls empfehlenswert, da sie sehr hohe Beiträge in der PKV erwarten müssen. Junge und gesunde Selbstständige haben einige Probleme bei der freiwilligen Weiterversicherung:

  • Beitragssatz richtet sich nach der Höhe des Einkommens, oft wird ein Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze veranschlagt, das aber gerade von Kleinunternehmern und Gründern nicht erzielt wird
  • Beiträge können nicht mehr, wie bisher gewohnt, mit dem Arbeitgeber geteilt werden
  • Krankengeld ist erst ab dem 43. Tag und nur durch Abschluss eines Wahltarifs bzw. Zahlung des erhöhten Beitragssatzes
  • möglich

Abschluss einer privaten Krankenvollversicherung

Anders sieht es bei der privaten Krankenvollversicherung aus. Hier können viele Selbstständige nicht nur von günstigeren Beiträgen, sondern auch von umfangreicheren Leistungen profitieren. Die Beiträge lassen sich zudem beeinflussen, indem z. B.

  • auf Wahlleistungen verzichtet wird (z. B. Chefarztbehandlung, Unterbringung im Einzelzimmer),
  • ein hoher Selbstbehalt gewählt wird (Vorsicht: hoher Selbstbehalt kann im Krankheitsfall zur finanziellen Zerreißprobe

  • werden),
  • verschiedene Bausteine als Basisschutz zusammengestellt werden (100 % Zahnbehandlung, aber nur 50 oder 80 % Zahnersatz).
Zudem berechnen sich die Beiträge für Selbstständige anhand des

  • Eintrittsalters,
  • Gesundheitszustands und der vereinbarten
  • Leistungen.

Was gehört in den privaten Krankenversicherungsschutz für Selbstständige?

Zwingend sollten Selbstständige eine Krankentagegeldversicherung in den Gesamtschutz mit integrieren. Diese leistet frühestens ab dem vierten Tag der Erkrankung. Die Leistungen können aber auch erst später erfolgen, was hohe Kosten spart. Sinnvoll ist es, während der ersten vier Krankheitswochen nur einen geringen Grundbetrag zu vereinbaren, der sich danach erhöht.

Zahnbehandlungen sollten immer vollständig übernommen werden, der Zahnersatz kann einen Teil oder die gesamten Kosten tragen. Bei der Absicherung von stationären Aufenthalten ist es sinnvoll, wenn diese komplett (ohne Berücksichtigung von Selbstbehalten) übernommen werden. Ratsam ist es zudem, wenn bei Leistungsfreiheit Beitragsrückerstattungen winken.

Besonders wichtig ist außerdem, dass man sich zunächst für einen Basisschutz entscheidet, der später jedoch auch ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen höheren Schutz umgewandelt werden kann.

Was sonst noch wichtig ist

Eine Rückkehr in die GKV ist für Selbstständige nur möglich, wenn sie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung annehmen. Aber auch dies gilt nur bis zu einem bestimmten Alter. In hohem Alter ist die Rückkehr in die GKV gänzlich ausgeschlossen. Da zu dieser Zeit ebenfalls die Beiträge in der PKV stark ansteigen, bleibt oft nur die Möglichkeit, in einen Basis-Tarif zu wechseln, der wenige Leistungen mit sich bringt, aber dafür auch weniger kostet.

Zudem sollten Selbstständige, die eine PKV abschließen wollen, sehr genau überlegen, welcher Versicherung sie den Zuschlag erteilen. Ein späterer Wechsel macht meist wenig Sinn, da die Beiträge mit zunehmendem Alter, aber auch mit mittlerweile aufgetretenen Erkrankungen deutlich ansteigen. Zudem gehen die Alterungsrückstellungen, die in der PKV gebildet werden, zumindest teilweise verloren.

Warum gibt es spezielle Tarife für Studenten?

Studenten haben mit Studienbeginn einige Entscheidungen zu treffen. Eine davon betrifft die Wahl der Krankenversicherung. Hier haben sie grundsätzlich die Wahl zwischen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung. Beide bieten spezielle Studententarife zu günstigen Konditionen an. Vielfach wird der PKV der Vorzug gegeben, weil man sich bessere Leistungen und geringere Kosten davon verspricht. Allerdings sollte die Entscheidung wohl überlegt sein, da die Auswahl der Krankenversicherung für die gesamte Dauer des Studiums bindend ist.

Wann kann man die Versicherung wechseln?

Die private Krankenversicherung steht grundsätzlich allen Studenten offen. Sie kann binnen drei Monaten nach Aufnahme des Studiums (Immatrikulation) abgeschlossen werden. Besteht noch eine Familienversicherung für den Studenten, sollte diese in jedem Fall weiter genutzt werden, da sie völlig kostenfrei ist. Sobald die Familienversicherung ausläuft, kann ebenfalls in die private Krankenversicherung gewechselt werden. Weitere Wechselmöglichkeiten bestehen, wenn

  • das 14. Fachsemester erreicht wurde oder
  • das 30. Lebensjahr überschritten wurde.
In diesen Fällen ist die Absicherung im Studenten-Tarif der PKV wirklich günstiger, da in der gesetzlichen Krankenversicherung bei einer so langen Studienzeit bzw. einem so hohen Alter keine speziellen Studententarife mehr gewährt werden können.

Wann lohnt sich die private Krankenversicherung?

In oben genannten Fällen kann man klar für die PKV plädieren. Auch Kinder von Beamten profitieren von einem Tarif in der privaten Krankenversicherung, allerdings nur solange sie über den Dienstherrn der Eltern noch Beihilfe erhalten. Dann ist eine Restkostenversicherung in der PKV möglich, die nur für einen geringen Teil der Krankheitskosten aufkommt. Dieser Tarif ist freilich günstig. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Beihilfe an das Kindergeld gekoppelt wird. Dieses wird maximal bis zum 25. Lebensjahr gezahlt. Danach ist Schluss und auch die Krankenversicherung muss in eine Vollversicherung umgewandelt werden, die mit höheren Kosten zu Buche schlägt. Solange noch Beihilfe gezahlt wird, ist die PKV die bessere Wahl, denn in der GKV gibt es keine Restkostentarife, hier müsste der volle Beitrag gezahlt werden.

Die älteren Studenten bzw. die Studenten, die schon lange studieren, sind mit der PKV meist besser bedient, da es für sie keine Studententarife in der GKV mehr gibt.

Wie kommt man aus der PKV wieder hinaus?

Wer sich innerhalb des Studiums für die private Krankenversicherung entschieden hat, der kann während des gesamten Studiums nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenkasse wechseln. Nach dem Studium ist der Wechsel nur möglich, wenn eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen wird. Wer sich also direkt im Anschluss an das Studium selbstständig macht, der wird weiterhin in der PKV bleiben müssen.

Wie werden Kinder in der PKV abgesichert?

Besonders schwierig ist die Frage, wie es mit Kindern in der privaten Krankenversicherung aussieht. Denn hier gelten klare gesetzliche Reglungen, die für den Laien nur schwer verständlich sind. Oftmals stellt sich die Konstellation so dar, dass ein Elternteil in der privaten, der andere in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Da kommt schnell die Hoffnung auf, dass der Nachwuchs kostenfrei in der Familienversicherung des Elternteils abgesichert werden kann, der in der GKV ist. Doch leider sieht das Gesetz hier andere Regelungen vor:

  • Kinder sind grundsätzlich bei dem Elternteil zu versichern, der ein höheres Einkommen erzielt.
  • Neugeborene müssen von der privaten Krankenversicherung angenommen werden, ohne Risikozuschläge, ohne Wartezeiten, ohne Gesundheitsprüfung, wenn ein Elternteil bei der PKV bereits Mitglied ist.
  • Der Kontrahierungszwang, wie oben beschrieben, gilt nur, wenn die Leistungen der PKV für das Kind im gleichen Umfang, wie für den Elternteil erfolgen.
  • Es kann eine Vorversicherungszeit vereinbart werden, die maximal drei Monate betragen darf. Das heißt, dass der privat versicherte Elternteil mindestens drei Monate vor der Geburt bei der PKV versichert sein muss, damit der Kontrahierungszwang entsteht.
Beim vierten Punkt handelt es sich um eine Kann-Bestimmung. Einige private Krankenversicherer haben diese bereits ausgehebelt und verlangen keine Vorversicherungszeit. Was heißt das aber faktisch konkret?

Diese Möglichkeiten zur Absicherung des Nachwuchses gibt es Anhand von einfachen Fallbeispielen wollen wir verdeutlichen, wie man den Nachwuchs absichern kann:
FallVerdienst EhemannVerdienst EhefrauVersicherung EhemannVersicherung EhefrauKind versichert bei
15.000,00 €4.800,00 €Freiwillig gesetzlichPrivatWahlweise bei GKV oder PKV
25.000,00 €2.000,00 €PrivatGesetzlichPKV
32.000,00 €1.500,00 €PrivatGesetzlichWahlweise bei GKV oder PKV

Erläuterung:

Fall 1

Der Ehemann verdient mehr, als die Ehefrau. Da Kinder beim Besserverdienenden Partner abzusichern sind, ist die Familienversicherung möglich. Genauso kann das Kind jedoch in der PKV versichert werden.

Fall 2

Der Ehemann verdient mehr Geld, sein Einkommen liegt über der Beitragsbemessungsgrenze und dadurch ist das Kind verpflichtend in der PKV abzusichern.

Fall 3

Zwar verdient der Ehemann mehr Geld, arbeitet aber selbstständig. Da sein Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigt, kann das Kind auch über die Familienversicherung abgesichert werden.
Im Zweifel für die GKV entscheiden
Bei Kindern sollte man sich im Zweifel immer für die GKV entscheiden, denn hier ist die Absicherung gegen Erkrankungen jedweder Art gratis. Wer den Nachwuchs bei einer anderen privaten Krankenversicherung als der eigenen absichern will, muss hier mit Nachteilen rechnen:

  • Absicherung ohne Gesundheitsprüfung nicht möglich
  • Ablehnung aufgrund von Erkrankungen denkbar
  • Risikozuschläge können erhoben werden
  • Wartezeiten sind möglich
  • Absicherung meist erst mit fortgeschrittenem Lebensalter, wenn auch angeborene Erkrankungen bereits
  • diagnostiziert sind

Können sich auch Angestellte in der privaten Krankenversicherung absichern?

Die private Krankenvollversicherung kommt auch für Angestellte in Frage. Diese müssen jedoch eine Grundvoraussetzung erfüllen, um in die PKV wechseln zu können. Sie ist im Einkommen zu sehen, das seit 2013 mindestens bei

  • 52.200 Euro pro Jahr oder
  • 4.430 Euro pro Monat
liegen muss. Bei einem geringeren Einkommen besteht für Angestellte keine Möglichkeit, in die private Krankenvollversicherung zu gelangen. Außerdem muss dieses Einkommen mindestens ein Jahr vor dem Beitritt in die PKV erworben werden. Bis 2011 waren es sogar drei Jahre.

Lohnt sich der Wechsel zur PKV?

Ob sich der Wechsel zur privaten Krankenversicherung lohnt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen etwa

  • Alter,
  • Gesundheitszustand,
  • familiäre Situation des Angestellten usw.
An einem Beispiel verdeutlicht, wird es verständlicher:

Monatseinkommen: 4.500,00 €
Beitrag GKV: 15,50 %
Beitrag PKV (einfacher Schutz): ca. 300,00 €
Beitrag GKV: 15,50 % von 4.430,00 € = 686,65 €
Es lässt sich also auf den ersten Blick erkennen, dass der Beitrag zur GKV mehr als doppelt so hoch, wie der zur PKV liegt. Dennoch lohnt sich der Wechsel nicht immer. Beispielhaft seien hier Kinder genannt.

3 Kinder in der PKV 150,00 € Monatsbeitrag / Kind
PKV-Beiträge gesamt (150,00 € * 3) + 300,00 € = 750,00 €
Verzichtet man auf die PKV, so werden die Kinder gratis in der Familienversicherung abgesichert. Dadurch entsteht ein Gesamtaufwand von oben genannten 686,65 €. Davon trägt der Arbeitgeber noch knapp die Hälfte der Kosten, so dass die Summe sich wiederum minimiert.

Rückkehr in gesetzliche Kasse oft nicht möglich

Zu berücksichtigen ist ebenfalls: Wer sich einmal für die PKV entschieden hat, kann so ohne Weiteres nicht mehr zurück in die GKV. Ausnahmen gelten, wenn eine Beschäftigung angenommen wird, bei der man einen geringeren Verdienst hat. Hier landet man automatisch wieder in der GKV. Allerdings gilt dies nur bis zu einem Höchstalter von 55 Jahren. Wer älter ist, hat keine Chance mehr auf eine Rückkehr in die GKV und ab diesem Alter wird es in der PKV aufgrund des erhöhten Risikos, das mit zunehmendem Alter einhergeht, auch wesentlich teurer. Hier kann also zur Beitragssenkung nur noch auf den Basis-Tarif ausgewichen werden, der dann aber auch nur die Leistungen der GKV beinhaltet. Die Entscheidung für die PKV sollte also wohl überlegt sein, ist es doch eine Entscheidung fürs Leben. Spätere Wechsel sind problematisch, da mit zunehmendem Eintrittsalter auch die Beiträge rapide ansteigen.

Was passiert mit der PKV im Alter?

Was wird aus der privaten Krankenversicherung, wenn Versicherte älter werden? Diese Frage stellt sich zwangsläufig jedem privat Versicherten und auch jedem, der darüber nachdenkt, in die PKV zu wechseln. Die Medien berichten von massiven Beitragssteigerungen mit zunehmendem Alter. Doch stimmt diese Aussage tatsächlich oder handelt es sich um ein Vorurteil, das von den Medien nur unnötig geschürt wird?

Fakt ist, dass die Kosten für Gesundheitsleistungen mit zunehmendem Alter steigen. Das wissen auch die Versicherer, weshalb so genannte Alterungsrückstellungen gebildet werden. Diese setzen sich aus drei Säulen zusammen und werden nach versicherungsmathematischen Grundlagen ermittelt. Die drei Säulen sind dabei:

  • Klassische Alterungsrückstellungen
  • Verzinsung der Alterungsrückstellungen
10 Prozent Zuschlag auf alle ambulanten, stationären und Zahn-Tarife, der der Alterungsrückstellung dient.

Warum steigen die Beiträge oft jährlich?

Diesen Ausführungen möchte man entgegen halten, dass es seit Jahr und Tag die Regel ist, dass die PKV jährliche Beitragsanpassungen vornimmt, die vor allem eine Richtung kennen: Nach oben. Das liegt aber weniger daran, dass die Versicherten älter werden, sondern vielmehr am medizinischen Fortschritt. Neue Behandlungsmethoden, steigende Löhne und Gehälter im Gesundheitswesen, sowie Pflegesätze für die Behandlungen sorgen dafür, dass die Gesundheitskosten steigen. Dadurch müssen zwangsläufig die Beiträge für die PKV ebenfalls nach oben korrigiert werden.

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Teuerungsraten bei der Gesundheitsversorgung gibt es bei der PKV keine nachträglichen Leistungskürzungen und –ausschlüsse. Auch die Einführung eines erhöhten Selbstbehalts nach Vertragsabschluss ist nicht möglich. Stattdessen bleiben die einmal vereinbarten Leistungen dauerhaft erhalten, so dass leichte Beitragssteigerungen schlicht und ergreifend nötig sind.

Wie kann man gegen steigende Beiträge vorgehen?

Da stellt sich natürlich die Frage, wie man gerade im Alter seine Beiträge zur PKV reduzieren kann. Schließlich ist jetzt auch das Einkommen weitaus niedriger, als noch während der Erwerbstätigkeit. Hierfür bietet die PKV verschiedene Möglichkeiten an:

  • Wechsel in einen Tarif mit weniger Leistungen (grundsätzlich auch ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich, auf diese kann nur bei Tarifen mit mehr Leistungen nicht verzichtet werden)
  • Verzicht auf bestimmte Leistungen aus dem eigenen Tarif (z. B. Verzicht auf Chefarzt-Behandlung oder Unterbringung im Einzelzimmer)
  • Erhöhung des Selbstbehaltes
Lediglich den Wechsel der Krankenversicherung sollte man nicht vornehmen, denn hier steigen die Beiträge aufgrund des höheren Eintrittsalters garantiert an.

Leistet die private Krankenversicherung auch im Ausland?

Was ist mit meiner privaten Krankenvollversicherung, wenn ich im Ausland unterwegs bin – eine durchaus berechtigte Frage, die sich viele privat Versicherte stellen. Grundsätzlich gilt: Im europäischen Ausland leistet die private Krankenvollversicherung unbegrenzt. Im außereuropäischen Ausland kommt sie ebenfalls für die nötigen Behandlungskosten auf, allerdings nur für einen Monat. Diese Frist ist in den Musterbedingungen der PKV benannt. Einige Versicherer weichen auch davon ab, so dass sie die Kosten für bis zu drei Monate übernehmen.

Beispiel

Herr Maier hat sich bei seinem Urlaub in den USA das Bein gebrochen. Er wird behandelt, kann aber aufgrund der hohen Kosten nicht zurück nach Hause transportiert werden. Deshalb muss er sechs Wochen in den USA bleiben. Die PKV übernimmt die Behandlungskosten für einen Monat laut Musterbedingungen. Die übrigen zwei Wochen der Behandlung muss Herr Maier aus eigener Tasche zahlen.

Kein Krankenrücktransport enthalten

Zu berücksichtigen ist, dass auch bei der PKV ein Krankenrücktransport nicht mit abgesichert ist. Dieser kann enorme Kosten mit sich bringen und wird deshalb als wichtigster Grund für den Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung angegeben, die für unter zehn Euro pro Jahr Auslandsaufenthalte von bis zu sechs Wochen absichert. Da der Krankenrücktransport oft mehrere Tausend Euro kostet, ist es ratsam, diese Zusatzversicherung trotz bestehender PKV abzuschließen.

Ein Vorteil ergibt sich daraus zudem noch: Werden Leistungen in Anspruch genommen, so werden diese durch die Auslandsreisekrankenversicherung erstattet. Das heißt, dass die PKV dafür nicht aufkommen muss. Dadurch erhalten Versicherte trotz Inanspruchnahme medizinischer Leistungen auch weiterhin ihre Beitragsrückerstattung aus der PKV.

Langfristige Auslandsaufenthalte

Wer längerfristig ins Ausland gehen, dorthin zum Beispiel seinen Hauptwohnsitz und seinen Arbeitsplatz verlegen will, muss mit der Versicherung im Detail absprechen, ob er die deutsche PKV aufrecht erhalten oder sich anderweitig versichern muss. In aller Regel ist dafür ein Beitragszuschlag zu entrichten. Dessen Höhe variiert je nach Versicherer und anderer individueller Faktoren.

Dieser Beitragszuschlag wird ebenfalls erhoben, wenn der Arbeitgeber seinen privat versicherten Arbeitnehmer ins Ausland entsendet. In der Regel wird der Beitragszuschlag mit der Rückkehr nach Deutschland jedoch wieder aufgegeben. Bei beruflich bedingten Auslandsaufenthalten muss zudem überprüft werden, welche Bedingungen vor Ort gelten. Ist im Entsendeland beispielsweise eine allgemeine Versicherungspflicht vorgesehen, so muss vor Ort eine Krankenversicherung abgeschlossen werden. Vielfach kann man sich aber auch zwischen der örtlichen KV und der deutschen PKV entscheiden.

Was bietet mir die PKV?

Die PKV zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen individuellen Krankheitskostenschutz bietet. Dieser lässt sich also auf die persönlichen Bedürfnisse und Anforderungen der Versicherten zuschneiden. Dadurch lassen sich viele zusätzliche Leistungen absichern, die in der GKV beispielsweise nicht übernommen werden. Allerdings bedeutet jeder zusätzliche Versicherungsbaustein auch zusätzliche Kosten für den Versicherten.

Die private Krankenversicherung kann dabei als private Krankenvollversicherung und Krankenzusatzversicherung abgeschlossen werden. Letztere steht genauso gesetzlich Pflichtversicherten zur Verfügung. Sie bietet lediglich eine zusätzliche Absicherung. Häufig werden hier Krankenzusatzversicherungen für

  • Auslandsreisen,
  • Heilpraktikerleistungen,
  • Brillen und Sehhilfen,
  • Krankenhausaufenthalte oder
  • Zahnersatz
abgeschlossen.

Welche ambulanten Behandlungen sind abgedeckt?

Einer der wichtigsten Bausteine im PKV-Tarif ist die ambulante Heilbehandlung. Dazu zählen alle Besuche beim Arzt, beim Heilpraktiker oder anderen Heilbehandlern. Klassische ambulante Behandlungen sind beispielsweise:

  • Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt / Frauenarzt usw.
  • Behandlungen durch den Arzt
  • Leistungen des Heilpraktikers
  • Behandlungen durch Psychologen
  • Behandlungen durch Krankengymnasten
  • Behandlungen durch Masseure
  • Behandlungen durch Ergo- und Logotherapeuten

Welche Leistungen werden aber konkret übernommen, wo gibt es Einschränkungen?

Darüber wollen wir im Folgenden aufklären.

Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt

Vorsorgeuntersuchungen werden heute von vielen privaten Versicherern komplett übernommen, unabhängig vom Alter oder Gesundheitszustand der Versicherten. Ziel ist es, Krankheiten frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Allerdings gibt es auch einige Anbieter, die die Vorsorgeuntersuchungen nur im Rahmen der gesetzlich eingeführten Programme erstatten, also beispielsweise die Krebsfrüherkennung, die ab einem bestimmten Lebensalter durchgeführt wird. Hier ist genau auf die Tarifdetails zu achten.

Schutzimpfungen

Ebenfalls werden vielfach die Kosten für Schutzimpfungen getragen, sei es gegen die

  • Grippe,
  • Wundstarrkrampf,
  • Hepatitis,
  • Kinderlähmung
und vieles mehr. Wer spezielle Schutzimpfungen, etwa bezüglich eines längeren Auslandsaufenthaltes benötigt, der muss diese in bestimmten Tarifen selbst zahlen. Auch hier kommt es also auf die Tarifdetails an.

Psychotherapie

Auch bei der Kostenübernahme für psychotherapeutische Behandlungen unterscheiden sich die Tarife der PKV sehr deutlich. Einige Tarife ermöglichen die komplette Kostenübernahme, andere wiederum zahlen nur anteilige Kosten. Auch die Anzahl der Sitzungen pro Jahr kann begrenzt werden. Ebenso gibt es Tarife, die lediglich Ärzte als Behandler akzeptieren, andere übernehmen die Kosten auch dann, wenn die Psychotherapie von Diplom-Psychologen durchgeführt wird. Gerade bei sehr günstigen Tarifen gibt es Leistungen für die Psychotherapie nur dann, wenn diese im Krankenhaus, also stationär, durchgeführt wird.

Die Gebührenordnung

Entscheidend ist auch, welcher Betrag für die Abrechnung durch die Ärzte erstattet wird. Diese Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). In der Regel werden die Regel-Höchstsätze vergütet, bei vielen Tarifen sind aber auch die Höchstsätze möglich. Diese liegen bei:

  • Regel-Höchstsatz – der 2,3-fache Satz der GOÄ
  • Höchstsatz – der 3,5-fache Satz der GOÄ
Bei einigen PKV-Tarifen ist eine Kostenerstattung auch darüber hinaus möglich. Das ist sinnvoll, wenn man beispielsweise Behandlungen in Privatkliniken in Anspruch nehmen muss, einen teuren Spezialisten benötigt oder im Ausland eine Behandlung erforderlich wird.

Wie sieht es bei den stationären Behandlungen in der PKV aus?

Bei den meisten PKV-Anbietern werden stationäre Leistungen im vollen Umfang bezahlt. Oft besteht die Möglichkeit, dass diese Leistungen direkt mit dem Versicherer abgerechnet werden. So müssen Patienten hier nicht, wie bei den ambulanten Leistungen häufig zu sehen, in Vorleistung treten. Generell sind die allgemeinen Krankenhausleistungen, wie Unterbringung, Verpflegung und Behandlung abgesichert. Darüber hinaus gibt es einige Wahlleistungen, die gegen eine zusätzliche Gebühr mit eingeschlossen werden können. Hierzu zählen als bekannte Vertreter

  • die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer und
  • die Behandlung durch den Chefarzt.
Weiterhin sollte eine gute PKV die freie Krankenhauswahl zulassen. So sollten Patienten nicht dazu verpflichtet werden, das örtliche Krankenhaus zu besuchen, wenn sie lieber in ein anderes Krankenhaus möchten. Die Transportkosten im Krankenwagen sind ebenfalls abgesichert, wobei hier vorwiegend die Krankentransportkosten für die Hin- und Rückfahrt zum bzw. vom nächstgelegenen Krankenhaus übernommen werden. Bei Krankenrücktransporten aus dem Ausland gelten Sonderregelungen, hier lohnt sich der zusätzliche Schutz durch eine Auslandsreisekrankenversicherung.

Stationäre Vorsorgeuntersuchungen und Kuren

Obacht zu geben ist außerdem bei stationären Vorsorgeuntersuchungen. Diese werden oftmals nur in bestimmten Grenzen erstattet. Sofern die stationären Vorsorgeuntersuchungen in so genannten gemischten Anstalten erfolgen sollen, muss die Kostenübernahme oftmals vorab schriftlich bestätigt werden. Derartige Anstalten liegen vor, wenn nicht nur klassische Krankenhausleistungen, sondern auch Reha- und Kurleistungen angeboten werden.

Stationäre Kuren sind ebenfalls nicht obligatorisch in den Tarifen enthalten. Häufig zahlen die Versicherer hier einen Zuschuss für die Unterbringung und Verpflegung der Patienten. Wer die gesamten Kurkosten erstattet bekommen möchte, muss dagegen oftmals einen Zusatztarif (Kurkostentarif) abschließen. Die Höhe der Erstattungssätze und auch die Anzahl der Kuren, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums bezuschusst werden, unterscheiden sich stark.

Krankenhaustagegeld mit absichern

In der PKV wird oftmals auch ein Krankenhaustagegeld mit abgesichert. Dieses kann in beliebiger Höhe vereinbart werden und beispielsweise dazu dienen, die Kosten für den Telefon- und / oder TV-Anschluss im Krankenhaus zu bezahlen. Auch eine zu Hause benötigte Haushaltshilfe lässt sich damit finanzieren.

Rooming-In für Kinder

Wer die private Krankenvollversicherung für Kinder abschließt, sollte darauf achten, dass die Rooming-In-Leistungen vom Versicherer mit übernommen werden. Dadurch können die Eltern mit im Krankenhaus untergebracht werden. Ein Elternteil kann somit immer für den Nachwuchs da sein, was speziell beim ersten Krankenhausaufenthalt der Kleinsten von Bedeutung ist.

Welche Leistungen gelten im Bereich Zahnbehandlung und Zahnersatz?

Ein wichtiger Baustein der privaten Krankenvollversicherung ist auch der zahnärztlichen Behandlung vorbehalten. Hier gibt es große Unterschiede, weshalb dieser Tarifbaustein sehr gründlich angesehen werden muss, bevor es zu einer endgültigen Entscheidung kommt. Unterscheiden muss man zudem zwischen

  • Zahnbehandlung und
  • Zahnersatz

Die Zahnbehandlung in der PKV

Im Bereich der Zahnbehandlung werden von den allermeisten Tarifen die gesamten Kosten übernommen. Hier greift übrigens der häufig vereinbarte Selbstbehalt nicht, das heißt, dass die Zahnarztkosten vom ersten Euro an vollständig übernommen werden. In den Bereich Zahnbehandlung fallen unter anderem

  • Routineuntersuchungen (ein bis zwei Mal jährlich),
  • Entfernung von Zahnbelag / Zahnstein,
  • Füllungen, falls nötig und die
  • Parodontosebehandlung.
Zwar gibt es einige wenige Tarife, die hierfür nur ab 75 Prozent zahlen, die meisten übernehmen die Kosten vollständig. Darüber hinaus kommen sie auch für die Kosten der professionellen Zahnreinigung auf.

Bei den Füllungen muss man zudem in klassische Füllungen und die so genannten Inlays unterscheiden. Diese sind Füllungen aus Keramik oder Gold und besonders hochwertig. Deshalb stellen sie eine sehr gute Alternative zu klassischen Füllungen dar. Jedoch sind die Kosten dementsprechend auch wesentlich höher. Dadurch kommt es zu Variationen bei den Erstattungssätzen. Eine PKV, die Inlays als Zahnbehandlung einstuft, erstattet die vollen Kosten. Andere Tarife sehen Inlays als Zahnersatz an, hier wird nur ein prozentualer Anteil der Kosten übernommen.

Der Zahnersatz – anteilige Zahlung ist die Regel

Beim Zahnersatz handelt es sich um Leistungen, die von den meisten PKV-Anbietern nur anteilig bezahlt werden. Üblicherweise wird die Kostenübernahme prozentual geregelt, wobei Werte zwischen 40 und 85 Prozent die Norm sind. In seltenen Einzelfällen kann für den Zahnersatz auch eine 100-prozentige Kostenübernahme vereinbart werden. Das wird sich aber unweigerlich auf den zu entrichtenden Beitrag auswirken.

Implantate als Sonderfall

Die höchste Form der modernen Zahnersatz-Möglichkeiten stellen Implantate dar. Diese künstlichen Zähne werden mittels Schrauben im Kieferknochen fest verankert. Die Behandlung ist sehr aufwändig und auch schmerzhaft. Darüber hinaus sind Implantate extrem kostspielig. Deshalb werden viele Zahntarife selbst hier nur eine prozentuale Erstattung vorsehen. Viele Zahntarife in der PKV begrenzen die Erstattung für Implantate sogar auf Höchstgrenzen, so dass die Patienten trotz vermeintlich guter privater Absicherung einen hohen Teil der Kosten selbst tragen müssen.

Wer sich für einen der besonders günstigen Einsteigertarife entschieden hat, darf zudem damit rechnen, dass Implantate gar nicht anerkannt werden, die PKV dafür also keinerlei Erstattung zur Verfügung stellt.

Werden auch Vorsorgeuntersuchungen von der privaten Krankenversicherung erstattet?

Vorsorgeuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen mittlerweile häufig übernommen. Vorwiegend sind das Untersuchungen, die zur Früherkennung von

  • Diabetes,
  • Herz-Kreislauferkrankungen oder
  • Krebs
dienen. Auch Vorsorgeuntersuchungen in den Bereichen

  • Zahnmedizin,
  • Gynäkologie und
  • Urologie
werden von den gesetzlichen Kassen gezahlt. Ziel ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und ebenso frühzeitig mit deren Behandlung zu beginnen, wodurch die entstehenden Gesamtkosten deutlich verringert werden können.

Trägt die PKV die Kosten für Vorsorgeuntersuchungen?

Bei der privaten Krankenversicherung wird es wesentlich schwieriger. Auch sie übernehmen Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, sehen dies aber als Inanspruchnahme der Krankenkasse an. Dadurch wird die von vielen Privatpatienten angestrebte Beitragsrückgewähr nicht mehr gezahlt. Das ist der Grund, warum viele Privatpatienten auf die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen verzichten. Es gibt aber Ausnahmen.

Einige PKV-Anbieter ermöglichen eine Übernahme der Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen, werten diese jedoch nicht als Inanspruchnahme der Kasse. Dadurch kann die Beitragsrückgewähr trotzdem gezahlt werden. In bestimmten Tarifen lassen sich sogar Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen, die in der GKV nur dann übernommen werden, wenn eine konkrete Diagnose oder ein Verdacht vorliegt. Auch Altersbeschränkungen werden hierbei nicht zwingend vorgeschrieben. Deshalb sollte beim Vertragsabschluss darauf geachtet werden, dass Vorsorgeuntersuchungen kostenfrei angeboten werden.

Beispiele
Eine Krankenkasse ermöglicht die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung mittels Abstrich und Ultraschall kostenfrei. Kostenpunkt sind etwa 150 Euro. Dieser Betrag wird erstattet, trotzdem kann eine Beitragsrückgewähr stattfinden.

Eine private Krankenversicherung vereinbart einen Selbstbehalt in Höhe von 600 Euro mit dem Patienten. Nur darüber hinausgehende Leistungen werden erstattet. Die 150 Euro für die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung zahlt der Patient aus eigener Tasche, die Beitragsrückgewähr geht nicht verloren.

Eine private Krankenversicherung vereinbart einen Selbstbehalt in Höhe von 200 Euro jährlich mit dem Patienten. Vorsorgeuntersuchungen werden kostenfrei gewährt. Die Kosten im laufenden Jahr betragen 180 Euro. Da der Patient unter dem Selbstbehalt liegt, erhält er ebenfalls die Beitragsrückgewähr.

Die private Krankenversicherung vereinbart wieder einen Selbstbehalt von 200 Euro mit dem Patienten. Vorsorgeuntersuchungen werden nicht übernommen. Die gesamten Kosten belaufen sich auf 330 Euro. Die Beitragsrückgewähr geht verloren.

Was hat es mit dem Krankenhaustagegeld auf sich?

Ebenfalls ein beliebter Tarifbaustein der privaten Krankenvollversicherung ist das Krankenhaustagegeld. Dieses kann, muss aber nicht vereinbart werden. Für Privatpatienten fällt in der Regel keine Zuzahlung pro Tag Krankenhausaufenthalt an. Dadurch müssen diese Kosten nicht zwingend über einen Versicherungsbaustein abgesichert werden.

Dennoch entscheiden sich auch viele Privatpatienten dafür, das Krankenhaustagegeld in den Versicherungsschutz mit einzubeziehen. Das liegt daran, dass es vielfältige Vorteile mit sich bringt:

  • Steuerfreie Auszahlung
  • Freie Verwendung ohne Kostennachweis
  • Zeitliche Begrenzung nicht vorhanden

Was heißt das jetzt konkret?

Das Krankenhaustagegeld kann in beliebiger Höhe vereinbart werden. Dabei erfolgt die Auszahlung steuerfrei. Die Verwendung ist nicht zweckgebunden. So kann es beispielsweise eingesetzt werden, um

  • eine Haushaltshilfe zu beschäftigen,
  • die Gebühren für Telefon und TV im Krankenhaus zu zahlen,
  • ein Elternteil beim Kind im Krankenhaus mit unterzubringen, sofern dies nicht medizinisch notwendig und
  • damit kostenfrei ist,
  • eine Ersatzkraft im eigenen Betrieb zu beschäftigen und vieles mehr.
Zudem ist das Krankenhaustagegeld nicht zeitlich begrenzt, ob man 30 oder 130 Tage im Krankenhaus liegt, spielt somit keine Rolle. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem gewählten Tagessatz und dem Alter der versicherten Person. Ein 50-Jähriger zahlt also mehr, als ein 30-Jähriger. Das Krankenhaustagegeld in Höhe von 50 Euro ist also höher als das Krankenhaustagegeld in Höhe von zehn Euro.