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Telefonanbieter – eine Definition

Was sind eigentlich Telefonanbieter? Wer sich näher mit der Thematik beschäftigt, wird sich schnell in einem Dschungel aus den unterschiedlichsten Definitionen und Begriffserklärungen wiederfinden. Für die einen ist der Telefonanbieter derjenige, der Telefone herstellt oder vertreibt. Im eigentlichen Sinne werden jedoch die Betreiber der Telefonnetze, sowie die Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen als Telefonanbieter definiert.

Lange Zeit gab es in Deutschland eine Monopolstellung für den Telefonanbieter, einst war es die Deutsche Post, später die Deutsche Telekom. Obwohl letztere noch heute als Telefonanbieter agiert, hat sie doch erhebliche Konkurrenz bekommen, denn telefonieren kann man heute nicht mehr nur über die Leitungen der Telekom, sondern genauso über die Leitungen, die beispielsweise für das Kabelfernsehen gelegt wurden.

Was bieten Telefonanbieter?

Telefonanbieter bieten eine große Auswahl verschiedener Leistungen. Die Telefonie, als klassischer Sprachdienst, ist die erste und wichtigste Aufgabe von Telefonanbietern. Im Zuge des technischen Wandels jedoch, sind die Leistungen immer vielfältiger geworden. Die Möglichkeiten der Datenfernübertragung, des Anschlusses eines Faxgerätes, sowie die Verbindung mit dem Internet sind deshalb heute ebenfalls zu den wichtigen Kernaufgaben der Telefonanbieter zu zählen.

Konkurrenz bekommen die Telefonanbieter von Kabelnetzbetreibern, VoIP-Providern und Internet Service Providern, so dass eine klare Abgrenzung nicht mehr möglich ist. Bekannte Telefonanbieter in Deutschland sind dabei unter anderem:

  • Kabel Deutschland
  • Versatel
  • United Internet
  • 3U Telecom
  • E-Plus
  • Deutsche Telekom
  • Vodafone
  • HanseNet
  • Kabel BW oder
  • NetAachen

Diese Liste ließe sich natürlich ergänzen, zeigt aber, dass die einst so ernst genommene Spezialisierung auf reine Web-Dienste, reine Telefonie mittels Festnetzanschluss oder den ausschließlichen Mobilfunkbereich, heute kaum noch Bedeutung hat.

Voll- und Teilanschluss

Voll- und Teilanschluss: Wo liegen die Unterschiede?

Vollanschluss oder Teilanschluss – was ist die bessere Wahl? Einst war diese Frage noch entscheidend, heute jedoch verliert sie immer weiter an Bedeutung. Der Vollanschluss besagt nichts anderes, als dass man seinen kompletten Telefonanschluss an einen Anbieter überträgt. Das kann die Deutsche Telekom als Platzhirsch auf dem Markt sein, aber auch ein alternativer Anbieter.

Selbst beim kompletten Wechsel zum alternativen Anbieter wird man in der Regel noch über die Anschlussleitungen der Deutschen Telekom versorgt, einfach deshalb, weil die Alternativ-Anbieter diese Leitungen von der Telekom anmieten. Der Verbraucher selbst unterhält jedoch keinerlei Geschäftsbeziehungen mehr zur Telekom und erhält deshalb auch keine Rechnungen mehr von dieser. Beim Vollanschluss kann genauso davon die Rede sein, dass Telefonie und Internet über einen Anschluss laufen. Die Definitionen sind hier teils verschwommen.

Der Teilanschluss

Der Teilanschluss sieht etwas anders aus, wobei auch hier Definitionen mit harten Fakten mitunter vergeblich gesucht werden. Häufig ist vom Teilanschluss die Rede, wenn man über einen Anbieter telefoniert, aber über einen anderen surft. Ebenfalls kann man vom Teilanschluss sprechen, wenn man von mehreren Telefonanbietern eine Rechnung erhält, weil man etwa Call-by-Call-Vorwahlen verwendet oder ähnliches.

Jedoch ist der Teilanschluss aufgrund der extrem niedrigen Preise für Komplettpakete mit Festnetz- und Internet-Flat, teilweise sogar Mobilfunk-Flat, heute kaum noch von Bedeutung. Wer wechseln will, der wechselt oft ganz und erspart sich somit zahlreiche Rechnungen verschiedenster Vertragspartner und damit auch ein großes Maß an bürokratischem Aufwand.

Heute sind also Voll- und Teilanschluss für den Verbraucher weniger interessant, als es noch vor ein paar Jahren der Fall war, da damals Flatrates nur sehr teuer erhältlich waren.

Anschlussarten

Anschlussarten Vergleich: Welcher Anschluss ist der richtige?

Wenn es um den Telefonanschluss geht, dann führen sprichwörtlich viele Wege nach Rom. Doch welcher Anschluss ist für den eigenen Bedarf am besten geeignet, wo liegen die Vor-, wo die Nachteile der einzelnen Anschlussarten? Folgende Vergleichstabelle soll Aufschluss darüber geben.

Anschlussart Kosten Leistungen Voraussetzungen Sonstiges
Analoger Telefonanschluss Ab ca. 10 Euro / Monat
  • Nur eine Leitung
  • Rufnummernübermittlung
  • Anklopfen
  • Rückfragen, Halten, Makeln
  • Rückruf bei Besetzt
  • Anrufweiterschaltung
  • Rufnummernsperrung
  • Dreierkonferenz
  • Entgeltinformationen
  • Netzanrufbeantworter
  • TAE-Dose
  • TAE-Kabel (Telefonkabel)
  • Modular-Kabel (Western-Kabel)
  • Wird nur noch selten angeboten
  • Explizites Angebot nur von der Telekom
  • Einfachster und günstigster Telefonanschluss
  • Kein zeitgleiches Telefonieren und Surfen möglich, da nur eine Leitung vorhanden ist
ISDN Anschluss Ab ca. 25 – 30 Euro / Monat
  • Mehrfachrufnummern
  • Rufnummernübermittlung
  • Rufnummernidentifikation
  • Anklopfen
  • Rückfragen, Halten, Makeln
  • Rückruf bei Besetzt
  • Dreierkonferenz
  • Anrufweiterschaltung
  • Rufnummernsperrung
  • Umstecken am Bus
  • TAE-Dose
  • TAE-F Stecker
  • NTBA
  • ISDN Endgeräte (nicht zwingend)
  • ISDN  Telefonanlage (nicht zwingend)
  • ISDN Karte um Telefonanlage über USB mit dem PC zu verbinden
  • Häufigste Variante für den Festnetzanschluss
  • Datenübertragung über mehrere Kanäle, dadurch Möglichkeit des zeitgleichen Surfens und Telefonierens
  • Bis zu zehn Rufnummern möglich
  • Verteilung der Rufnummern auf die Endgeräte nach individuellen Wünschen
  • Wandler / NTBA für den Anschluss analoger Endgeräte nötig
Voice over IP (VoIP) Teilweise kostenfrei, nur Gespräche werden gezahlt
  • Telefonie über das Breitbandkabel
  • Telefonie mittels VoIP Software vom PC aus
  • VoIP Telefone denkbar, dann sind
  • Halten, Makeln, Rückfragen
  • Verbinden
  • Anklopfen
  • Anrufweiterschaltung möglich
  • PC oder
  • Analoges Telefon oder
  • IP Telefon oder
  • WiFI Telefon
  • Beim PC wird eine Software benötigt (Skype, Express Talk…)
  • Breitbandanschluss
  • Account beim VoIP Anbieter
  • Beim analogen Telefon  und IP Telefon zusätzlich NAT-Router
  • WiFi Telefon: WLAN Router / Öffentlicher HotSpot
  • Telefonieren über das Internet
  • Übertragung von Daten-Paketen, die von zwischen digitaler und analoger Ausgabe gewandelt werden müssen
  • Gateways für Telefonate ins Festnetz nötig
  • Notrufnummern (noch) nicht anwählbar
  • Sonderrufnummern (noch) nicht anwählbar
  • Verbindungsabbrüche aufgrund instabiler Leitungen möglich
  • Bandbreite von DSL muss ausreichend hoch sein
Mobilfunk Je nach Tarif, bei Prepaid keine Grundgebühr sonst ab 10 Euro / Monat
  • Mobile Telefonie
  • Mobile Datenübertragungen und Surfen im Web möglich
  • Versand von SMS / MMS
  • UMTS Nutzung
  • GSM Nutzung
  • LTE Nutzung
  • SIM-Karte nötig
  • Mobiltelefon nötig
  • Mittlerweile sehr gute Netzabdeckung
  • LTE steckt (noch) in den Kinderschuhen, wird aber stetig ausgebaut
  • Telefonie im Mobilfunk eher von untergeordneter Bedeutung
  • Mobiles Surfen, SMS und MMS sind vielfach wichtiger
Kabelanschluss Ab 9,90 € / Monat
  • Rufnummernübermittlung
  • Dreierkonferenz
  • Anklopfen
  • Rückfragen, Halten, Makeln
  • Zwei Leitungen, je nach Anbieter
  • Triple Play Angebote möglich
  • Rückkanalfähiges Kabelnetz (Ausbau in großen Teilen Deutschlands im Gange oder abgeschlossen)
  • Verfügbarkeit des gewünschten Anbieters am Wohnort (Prüfung über Internetseite)
  • Kabeldose / Multimediadose
  • Kabelmodem / Set-Top-Box
  • Ethernet-Netzwerkkarte
  • Analog Telefon Adapter, bei Anschluss analoger Telefone
  • Nur noch ein Anbieter für Fernsehen, Internet und Telefon
  • Komplettpakete oft günstiger, als Einzelbuchung
  • Internetanschluss mit hohen Geschwindigkeiten realisierbar
  • Kabeltelefonie ohne PC möglich