VoIP

Voice over Internet Protocol

Das Kürzel VoIP steht für Voice over Internet Protocol bzw. Voice over IP. Bezeichnet wird damit die Telefonie über das Internet, wobei die Daten umgewandelt und in kleinen Päckchen über die Internetleitung zum Empfänger geschickt werden. Dort müssen sie erneut in Sprache umgewandelt werden. Heute finden sich auf dem Markt jede Menge VoIP Anbieter, die wir im großen Vergleich natürlich miteinander verglichen haben, um den Überblick zu erleichtern.

Die bekanntesten Anbieter sind etwa Skype oder Sipgate. Skype ist dabei ein Messenger Dienst, mit dem man nicht nur über das Internet telefonieren, sondern auch Chats führen kann. Sipgate gilt als einer der Vorreiter schlechthin auf dem VoIP Markt, erhält mittlerweile aber auch von Anbietern wie Vortel oder Easybell zunehmend Konkurrenz. Bei den sonstigen Anbietern haben wir mehrere kleine, noch recht unbekannte VoIP Anbieter zusammengestellt, darunter etwa DUStel, Nikotel oder auch PURtel. So erfährt man auf einen Blick, wo die Internet-Telefonie möglich ist und im Vergleich wird deutlich, wo sie besonders günstig ausfällt.

Die VoIP Anbieter

Auch die VoIP Anbieter haben sich mittlerweile einen großen Namen als Telefonanbieter gemacht. Egal, ob man sich nun für Easybell, Skype, Vortel oder Sipgate entscheidet – sie alle bieten zahlreiche Möglichkeiten für die Telefonie, die sich sehen lassen können.

Easybell →
Skype →
Sipgate →
Vortel →
Sonstige →

Wie arbeiten die VoIP Anbieter?

Jeder VoIP Anbieter arbeitet nach einem anderen Prinzip. Bei Easybell handelt es sich beispielsweise um einen Call-by-Call Anbieter. Dieser versucht, die Telefonie günstiger zu gestalten, indem sie eben über Easybell, statt über den normalen Telefonanbieter läuft.

Beim Anbieter Skype handelt es sich um ein sehr bekanntes und weit verbreitetes Instant Messenger System. Dieses ermöglicht nicht nur Chats in Textform, sondern bietet auch die weltweit kostenfreie IP-Telefonie an. Wer sich dagegen für Sipgate als VoIP Anbieter entscheidet, der setzt auf einen der ersten Anbieter dieser Art. Die Telefonie erfolgt dabei nicht über den Rechner, sondern über Endgeräte, die SIP-kompatibel sind. Hier wird also eine zusätzliche Ausstattung benötigt.

Bleibt noch Vortel als großer VoIP Anbieter für die IP Telefonie. Dieser Anbieter ermöglicht besonders attraktive Tarife, wie etwa Flatrates sowohl ins deutsche, wie auch ins weltweite Festnetz. Zahlreiche Prepaid-Tarife ohne Vertragsbindung werden zudem zu sehr günstigen Preisen angeboten und selbst eine Rufnummer zum Ortstarif ist in vielen Fällen denkbar.

Vergleichstabelle der VoIP-Anbieter

Da es unzählige verschiedene VoIP-Anbieter gibt, soll folgende Tabelle einen ersten Überblick darüber geben, welche Kosten bei welchem Anbieter anfallen, um die Entscheidung für einen der Anbieter zu erleichtern.

VoIP-Anbietermonatlicher PreisVoicemail /  Fax / SMSFestnetz-FlatMobilfunkFestnetz DeutschlandFestnetz Ausland
BellSipkeineJa / Ja / Ja5,99 Euro monatlich
  • 1 Cent
  • 0 Cent von BellSip zu BellSip
eigene Nr. für 5,00 Euro jährlich5,99 Euro monatlich inkl. 20 Freiminuten in 30 Ländern
Dus.Net (Starter)keineJa / Nein / NeinNein
  • ab 0,99 Cent
  • 0 Cent  von DUStel zu DUStel
k. A.ab 1,50 Euro (Frankreich)
Nikotel Superspartarif0,00 Euro, aber mindestens 50 Euro Aufladungk. A.19,90 Euro
  • 22,7 Cent
  • 0 Cent netzintern
1,5 Cent pro Minute
  • USA 1,5 Cent, bei Flat 1,9 Cent
  • Europa ab 2,5 Cent, bei Flat ab 2,9 Cent
PurTel Free/ Premium Tarif0 Euro / 4,99 Eurok. A.kostenlos zu ENUM-Telefonnummern und in weitere VoIP-Netze
  • D-Netz: 24 Cent (Free-Tarif)
  • 18 Cent (Premium-Tarif)
  • E-Netz: 27 Cent (Free-Tarif)
  • 24,50 Cent (Premium-Tarif)
  • 0 Cent netzintern
  • 1,78 Cent (Free-Tarif)
  • 1 Cent (Premium-Tarif)
  • 2,9 Cent (Free-Tarif)
  • 1,5 Cent (Premium-Tarif)

GMX

Die GMX Internet Services GmbH in München zählt zu den ältesten VoIP-Anbietern, denn sie sind seit April 1998 bereits mit Internettelefonie im Web vertreten. Daneben kümmert sich das Unternehmen um Internetzugänge und Mail-Services. Im Bereich Internettelefonie kann das deutsche Festnetz zum Flatrate-Preis von 9,99 Euro erreicht werden. Benötigt wird entweder ein beliebiger Breitbandanschluss oder T-DSL mit dem kompatiblen GMX Internet DSL Tarif. Der Vertrag läuft 12 Monate und beinhaltet 4 Ortsnetzrufnummern. Nur ins deutsche Festnetz gibt es die Flatrate, im Ausland werden ab 1,90 Cent je Minute fällig. Netzinterne Telefonate zwischen GMX-Nutzern sowie 1&1-Kunden sind kostenlos. Die Mobilfunkpreise für Deutschland liegen bei 21,90 Cent je Minute bei minutengenauer Abrechnung. An Geräten kann der GMX Phone-Adapter genutzt werden, der an einem Analog- oder ISDN-Anschluss zum Einsatz kommt.

Internet-VoIP

Ähnlich dem Call-by-Call-Verfahren, wie es bei der Festnetztelefonie auch heute noch verwendet wird, ist Internet-VoIP eine Lösung für zwischendurch. Es ist ideal für die Anwender, welche viel unterwegs sind bzw. nur ab und an via Internet telefonieren. Von jedem beliebigen Internetanschluss aus können diese Angebote genutzt werden. Zusätzliche Hardware ist dafür nicht erforderlich. In ein Webformular geben die Nutzer ihre Rufnummer ein und den Anschluss, den sie erreichen möchten. Es erfolgt eine Vermittlung durch das System des Providers. Diese Lösung eignet sich für Anrufe zu Festnetz- oder Mobilfunkanschlüssen. Anbieter ist Peterzahlt.de.

Sprich mehr für wenig

So lautet das Motto von Peterzahlt.de. Kostengünstige Telefonate ins Fest- und Mobilnetz sind mit diesem Provider möglich. Der Anrufer kann weltweit und rund um die Uhr bis auf wenige Ausnahmen telefonieren. Festnetztelefonate innerhalb der Republik sind vollständig kostenlos. Es muss nichts installiert werden und auch ein Headset ist nicht notwendig.

Peterzahlt.de bietet darüber hinaus die Cheap Calls App für das Handy an. Zielgruppe sind vor allem Anrufer, welche besonders günstig ins Ausland telefonieren möchten – egal ob im Fest- oder Mobilfunknetz. Die Preise variieren von kostenlos (Deutschland) über kostenpflichtig – mindestens 1,4 Cent (z. B. Belgien) für Auslandstelefonate bis hin zu 90,0 Cent für São Tomé und Príncipe. Diese Preise gelten für Festnetz- und Mobiltelefonate pro Minute.

Durchschnittliche Kosten bei VoIP

Das Telefonieren über VoIP wird immer wieder als besonders günstig, vielfach sogar als kostenlos angepriesen. Doch was ist dran an diesen Aussagen? Fakt ist, dass die Telefonie von VoIP zu VoIP immer kostenfrei ist. Somit könnten sich tatsächlich Kosten einsparen lassen.

Auch der Basis-Anschluss ist in aller Regel nicht mit Kosten verbunden. Der SIP-Account, der dafür notwendig wird, kann meist gratis eingerichtet werden. Hier fallen weder Grundgebühren, noch Einrichtungsgebühren an. Anders sieht es bei den Gesprächsgebühren aus. Neben der Einzelabrechnung gibt es auch Flatrates, die sehr stark schwanken, je nach Anbieter.

Wird ein Anruf ins deutsche Festnetz zugrunde gelegt, der zehn Minuten dauert und zwischen neun und zehn Uhr an einem normalen Wochentag geführt wird, ergibt sich folgendes Ergebnis:

TarifGesprächsgebührBereitstellungGrundgebührMindestumsatzGesamtkosten
Tele 33 / Tele 33 VoIP0,07 €0,00 €0,00 €0,00 €0,07 €
Tiil-IT VoIP privat0,085 €0,00 €0,00 €0,00 €0,09 €
Avego V-@home0,093 €0,00 €0,00 €0,00 €0,09 €
Callavista VoIP0,098 €0,00 €0,00 €0,00 €0,10 €
Easybell Call basic0,098 €9,95 €0,00 €0,00 €10,05 €
Avego V-Basic0,10 €1,99 €0,00 €0,00 €2,09 €
Fonworld Voice over IP0,219 €0,00 €0,00 €0,00 €0,22 €
Easybell Call flat0,00 €0,00 €4,99 €0,004,99 €

Zusatzkosten beachten

Neben den reinen Gesprächskosten und den Kosten für den gewählten Tarif, entstehen bei VoIP auch noch Kosten für die benötigte Hardware. Ob der ATA genutzt wird, um weiterhin analoge Telefone mittels VoiP nutzen zu können oder die bewährte FRITZ!Box von AVM, zusätzliche Kosten entstehen in jedem Fall. Während der ATA mit etwa 60 Euro zu Buche schlägt, sind es bei der FRITZ!Box schon ca. 160 Euro.

Leistungsfähigkeit bei Voice over IP Telefonie

Voice over IP bietet jede Menge Vorteile. Eine hohe Leistungsfähigkeit ist alleine durch diese Vorteile schon gewährleistet. So kann man unter anderem Kosten einsparen, wobei jedoch der Einzelfall sehr detailliert zu überprüfen ist. Denn nicht in jedem Fall lassen sich Einsparungen mit dieser Form der Telefonie erzielen. Außerdem können Kontakte schneller und einfacher hergestellt werden. Wer etwa im Internet etwas kaufen will, kann den Händler mittels VoIP Software sofort anrufen. Unternehmen profitieren davon, dass sie nicht mehr einen Server für die Internetverbindung und eine Telefonanlage für die Telefonie installieren müssen, sondern beides über ein Netzwerk erfolgen kann. Zudem lässt sich mittels VoIP auch weltweit telefonieren. Wer also unterwegs ist, kann, sofern eine DSL Leitung zur Verfügung steht, jederzeit telefonieren.

Nachteile von VoIP

Natürlich stehen den Vorteilen auch einige Nachteile gegenüber, die im Folgenden kurz dargestellt werden sollen:

  • Pauschale Einsparungen sind nicht möglich – die Prüfung muss stets im Einzelfall erfolgen.
  • Notrufnummern können derzeit (noch) nicht angerufen werden, da die Vermittlung zu den lokalen Behörden nicht gewährleistet werden kann.
  • Die Brandbreite der DSL Leitung muss möglichst hoch sein, um ohne Qualitätsverluste per VoIP zu telefonieren.
  • Verbindungsabbrüche bei instabilen Leitungen sind denkbar.
  • Sonderrufnummern lassen sich meist nicht wählen, etwa 0900er Service-Rufnummern.
  • Faxen ist bei einigen Anbietern (noch) nicht möglich.
  • DSL ist häufig nur in Verbindung mit dem Festnetzanschluss erhältlich, kompletter Umstieg auf VoIP ist somit kaum denkbar.

Viele Leistungen nur mit VoIP-Telefonen möglich
Viele Leistungen, wie etwa

  • Anrufumleitungen,
  • Makeln, Rückfragen, Verbinden,
  • Anklopfen und ähnliches,
sind bisher noch nicht mit der reinen IP-Telefonie möglich. Vielfach müssen hierfür gesonderte IP-Telefone angeschafft werden, was sich aber nur bei häufiger Nutzung des Dienstes lohnt.

Welche Anschlussnotwendigkeiten sind bei VoIP zu beachten?

Wenn nun die Entscheidung für die Voice over IP Telefonie gefallen ist, muss man sich die Frage stellen, welche Geräte und Anschlüsse dafür benötigt werden. Dazu ist zunächst zu sagen, dass es insgesamt vier verschiedene Möglichkeiten gibt, um VoIP zu nutzen:

  1. Nutzung vom PC aus
  2. Nutzung mit einem analogen Telefon
  3. Nutzung mit einem IP Telefon
  4. Nutzung mit einem WiFi Telefon

Nutzung von VoIP mittels PC

Die einfachste und auch am weitesten verbreitete Möglichkeit, VoIP zu nutzen, ist die Nutzung über den PC. Dabei braucht man einen Breitbandanschluss, wahlweise über ein DSL oder ein Kabelmodem. Mindestens 87 kBit/s müssen erreicht werden, damit VoIP überhaupt möglich ist.

Als nächstes wird die passende Software benötigt, die oftmals kostengünstig oder auch kostenlos erhältlich ist. Sie wird mitunter genauso als Softphone bezeichnet. Beispiele dieser gratis Software sind etwa

  • Express Talk,
  • Skype und Co.
Zusätzlich werden Mikrofon und Lautsprecher, am besten kombiniert als Headset benötigt. Zu guter Letzt muss der passende VoIP Anbieter gefunden werden.

Nutzung mit einem analogen Telefon
Wer VoIP dagegen über ein analoges Telefon nutzen will, der benötigt folgende Dinge:

  • Breitbandanschluss,
  • analoges Telefon,
  • Account beim VoIP Anbieter,
  • analoger Telefonadapter mit integriertem NAT-Router (beides muss ans DSL Modem angeschlossen werden).

Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Entscheidet man sich für die VoIP Telefonie mittels IP Telefon, so wird ebenfalls der Breitbandanschluss benötigt. Darüber hinaus muss der VoIP Anbieter samt Account vorhanden sein, ein IP Telefon und ein NAT-Router, der ans DSL Modem angeschlossen wird.

Beim WiFi Telefon gelten folgende Voraussetzungen:

  • WLAN Router am DSL, alternativ öffentlicher HotSpot,
  • WiFi-Telefon,
  • Account beim VoIP Anbieter.

Voice over IP: Die Technik und Hintergründe

Voice over IP, kurz VoIP, wird oftmals auch mit Begriffen, wie

  • Internet-Telefonie,
  • IP-Telefonie,
  • DSL-Telefonie oder
  • LAN-Telefonie

bezeichnet. Allen gemein ist jedoch, dass VoIP für das Telefonieren über das Internet vonstatten geht. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten: So hat jeder gute Instant Messenger heute die VoIP Technologie mit an Bord. Für vereinzelte Telefonate mittels Internet sind diese Lösungen durchaus ausreichend. Wer häufiger mittels VoIP telefonieren will, sollte zumindest ein Head-Set anschaffen, noch besser sind IP-fähige Telefone, die aber noch recht kostenintensiv sind.

Funktionsweise von VoIP

Für alle, die sich mit der Thematik VoIP als Alternative zum klassischen Telefonanschluss interessieren, ist es wichtig, die Funktionsweise von VoIP zu kennen. Diese soll im Folgenden kurz dargestellt werden:

  1. Sprache wird am Hörer mit Hilfe eines Mikrofons als analoges Signal aufgenommen.
  2. Signal wird über einen Analog/Digital Wandler in ein digitales Format gewandelt.
  3. Dieses digitale Format wird in ein Audioformat kodiert, wobei unterschiedliche Codecs zum Einsatz kommen. Je nach Codec und Komprimierung kann es zu mehr oder minder starken Qualitätsverlusten kommen, die vom Laien aber kaum wahrgenommen werden.
  4. Komprimierte Daten werden über das Netzwerk versendet.
  5. Der Datenstrom muss dafür in kleine Pakete geteilt werden, weshalb man von der Paketisierung spricht.
  6. Im Netzwerk landen die Daten-Pakete an Knotenpunkten, den so genannten Routern, die die Pakete über unterschiedliche Wege zum Ziel leiten.
  7. Pakete werden beim Empfänger in einem Puffer gespeichert.
  8. Pakete werden ausgelesen.
  9. Pakete müssen einen Digital/Analog Wandler durchlaufen.
  10. Pakete werden am Hörer in menschliche Sprache umgewandelt.

Verbindung von VoIP Signalen mit klassischem Festnetz

Ebenfalls kann man mittels VoIP ins klassische Festnetz telefonieren. Dafür bedarf es der Gateways, die sozusagen als Übersetzer fungieren. Sie sind mit dem Computernetzwerk ebenso verbunden, wie mit dem Telefonnetz und dafür ausgelegt, eingehende Anfragen in beide Richtungen weiter zu leiten. Die ankommenden Daten-Pakete werden dabei in einen Bit-Strom umgewandelt, der im Festnetz dann zur Verbindung führt.